Spielzeugbranche entgeht Ostergeschäft  

6. April 2020, 19:00

Ostern steht vor der Tür und dieser saisonal wichtige Spielwarenumsatz scheint in diesem Jahr an den Spielwarenhändlern vorbeizugehen. 
Laut Ulrich Brobeil, dem Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie, kann der Onlinehandel, den die Spielwarengeschäfte betreiben, den Umsatzverlust nicht kompensieren. Zudem mindern Existenzsorgen die Kauflaune der Verbraucher erheblich.

Derzeit macht die Spielwarenbranche rund 40 Prozent ihrer Umsätze im Internet, das Ostergeschäft ist mittlerweile neben Weihnachten zu einem wichtigen Umsatzfaktor geworden. Und gerade jetzt sind die Türen zu, den Löwenanteil des Ostergeschäftes macht der LEH, machen die Drogeriemärkte und die Pure Player im Internet. Das ist laut Steffen Kant, Geschäftsführer des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels eine Katastrophe und existenzbedrohend. Viele Händler bleiben auf geordeter Ware sitzen, für die sie finanziell in Vorleistung gehen mussten. Einige findige Händler mit guter Kundenstammdatei liefern nach Hause oder bieten die Ware zum Abholen an. Diese Bestrebungen, das laufende Geschäft trotz Schließungen aufrecht zu erhalten, decken jedoch kaum die laufenden Kosten. 
Gerade Impulsartikel und Kleinteiliges wie Sammelfiguren, Bastelsachen und Mitbringspiele, die im Frühjahr und zu Ostern besonders nachgefragt sind, werden nur selten online gekauft. Dieses Sortiment gehört zu den klassischen Frequenzbringern im Spielwarenhandel und geht fast nur stationär über die Theke.
Das Ziel der Händler ist derzeit, ihre Bestandsware zu verkaufen, und zwar auf allen nur möglichen Kanälen. Neuheiten werden wenig geordert, das wiederum trifft die Spielwarenindustrie und hier die kleineren und mittleren Geschäftsgrößen. Den Big Playern macht die Lage in Italien, Spanien und den USA zu schaffen. Bestellungen werden storniert. Viele Unternehmen haben daher bereits Kurzarbeit angeordnet. 
Dabei wäre gerade die Spielwarenbranche dazu angetan, Menschen durch die Krise zu begleiten. Besonders nachgefragt sind derzeit Produkte, die gemeinsamen Spielspaß oder Kinderbeschäftigung versprechen. Auch Puzzles sind begehrt, wie der Spielehersteller Ravensburger bestätigt. Hier gäbe es bereits Lieferengpässe, so ein Unternehmenssprecher. Auch Brettspiele für Kinder und Jugendbücher gingen gut, wenn nicht der Weg in den Handel und zum Kunden erschwert wäre.