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Deutsche shoppen vor allem aus Bequemlichkeit online

4. Dezember 2014, 9:00

Die deutschen Verbraucher zögern, wenn es darum geht, Lebensmittel, Kosmetikprodukte, Blumen oder auch Kindernahrung online zu erwerben. Dagegen werden Bücher, Modeartikel und Accessoires gerne per Internet bestellt. Bei diesem Kaufverhalten ist die Sparsamkeit der Deutschen aber nicht ausgeprägt, das zeigt eine aktuelle Studie der Marktforscher der The Nielsen Company GmbH aus Frankfurt am Main. 

Demnach beabsichtigt derzeit ein Zehntel der deutschen Verbraucher, in naher Zukunft auch Lebensmittel, alkoholische Getränke oder Blumen online zu kaufen. Bei Produkten für Babys seien die Deutschen sogar noch konservativer und würden nur sieben Prozent der Befragten entsprechende Produkte online erwerben, heißt es bei der deutschen Tochter des US-Marktforschungskonzerns. Um diesen Trend zu durchbrechen, würden immer mehr Lebensmittelhändler und Handelsketten Onlineportale zusätzlich zu ihrem stationären Angebot einrichten. „Diese skeptische Einstellung gegenüber bestimmten Produktgruppen ist übrigens keine deutsche Besonderheit: In den europäischen Nachbarländern liegen die Werte auf vergleichbarem Niveau“, betont Nielsen Germnay. 

Auf Platz 1 der Online-Einkaufsliste der Befragten stehen dagegen Bücher mit 45 Prozent. Auf Platz 2 der beliebtesten Onlineeinkäufe folgen Kleidung, Schuhe und Accessoires, die 44 Prozent der deutschen Verbraucher im Internet kaufen. Mit diesem Anteil liegt Deutschland zehn Prozentpunkte über dem europäischen Durchschnitt. Nur die ohnehin onlinekauf-affinen britischen Verbraucher erwerben mit 45 Prozent mehr Kleidung im Internet. Weitere Fans des Online-Shoppings in diesem Marktsegment sind Finnland (43 Prozent) und Österreich (39 Prozent).

Nielsen hat im Rahmen der Studie die Verbraucher auch nach den Hauptgründen für das Stöbern nach und den Kauf von Verbrauchsgütern im Internet gefragt. Ganz deutlich auf Platz 1 wählten 71 Prozent der Befragten „Convenience“ – ein Begriff, der im Deutschen eine Kombination aus Komfort, Bequemlichkeit und Zweckmäßigkeit bezeichnet. Verbraucher, die auf Schnäppchenjagd gehen möchten, können inzwischen auf eine ganze Reihe verschiedener Apps zurückgreifen, die auch für Filialen des stationären Handels Angebote ausweisen. Doch obwohl den Deutschen bisweilen Sparsamkeit nachgesagt wird, nutzt gerade einmal ein Fünftel der Befragten solche sogenannten „Geldspar-Apps“, wenn die Käufer Geschäfte aufsuchen oder einen Shoppingausflug planen (17 Prozent / 20 Prozent). Im europäischen Durchschnitt liegt die Quote bei 23 Prozent beim Ladenbesuch beziehungsweise 28 Prozent bei Planung eines Shoppingtrips.

Der vollständige internationale Report zur Studie kann kostenfrei anfordern über die e-Mail-Adresse nielsen@ergo-komm.de angefordert werden.