YouGov-Studie: KI im Kinderzimmer?
Jeder zweite Elternteil ist offen für den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei Produkten für Babys und Kleinkinder. Eine neue YouGov-Studie im Auftrag der Kind + Jugend zeigt, welche Chancen Eltern sehen und welche Voraussetzungen Hersteller erfüllen müssen.
Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zunehmend zu einem Innovationstreiber für die Baby- und Kleinkindausstattungsbranche. Doch während viele Eltern die Chancen smarter Technologien und KI-gestützter Produkte für Babys und Kleinkinder erkennen, bleibt die Frage nach Sicherheit und Datenschutz entscheidend. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Studie im Auftrag der Kind + Jugend, der internationalen Leitmesse für hochwertige Baby- und Kleinkindausstattung. Jeder zweite Elternteil zeigt sich offen für entsprechende Anwendungen, während die andere Hälfte skeptisch bleibt. Die Branche bewegt sich damit in einem Spannungsfeld zwischen Innovationsbereitschaft und Vertrauensbedarf.
Mit ihrem Leitthema „Growing with AI – New opportunities for the baby & toddler products industry“ greift die Kind + Jugend vom 15. bis 17. September 2026 genau diese Entwicklung auf und rückt die Chancen, den Nutzen und den verantwortungsvollen Einsatz von KI für Hersteller, Handel und Familien in den Fokus.
Vertrauen schlägt Preis
Die grundsätzliche Offenheit vieler Eltern gegenüber dem Einsatz von KI bei Produkten für Babys und Kleinkinder bedeutet jedoch nicht, dass sie neue Technologien bedenkenlos akzeptieren. Vielmehr knüpfen sie ihre Kaufentscheidung an klare Voraussetzungen. So stellen nicht die Kosten die größte Hürde beim Kauf KI-gestützter Produkte dar. Stattdessen nennen Eltern von Kindern im Alter bis fünf Jahre vor allem Sicherheitsbedenken (36 Prozent) und Datenschutzfragen (35 Prozent) als zentrale Gründe für ihre Zurückhaltung. 26 Prozent der Befragten sorgen sich um mögliche Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes. Erst danach folgt der Preisaspekt mit 23 Prozent.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Zukunft von KI-Produkten für Familien nicht allein von technologischen Innovationen abhängt. Entscheidend wird sein, Vertrauen aufzubauen und den verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Daten transparent zu machen“, so Jörg Schmale, Director der Kind + Jugend. „Genau diese Diskussion wollen wir mit unserem Leitthema ‚Growing with AI‘ auf der Kind + Jugend 2026 aktiv fördern.“
KI im Kinderzimmer ist bereits Realität
Trotz bestehender Vorbehalte gegenüber Datenschutz und Sicherheit zeigt die Studie, dass smarte Technologien und KI-gestützte Produkte bereits heute ihren Platz im Familienalltag gefunden haben. Mehr als die Hälfte aller befragten Eltern nutzt heute schon entsprechende Anwendungen – von Gesundheits- und Ernährungs-Apps über Schlaftracker bis hin zu Organisationstools.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass das Potenzial längst nicht ausgeschöpft ist: 42 Prozent der Befragten geben an, bislang keine Produkte oder Apps zu nutzen, die auf smarter Technologie basieren.
Junge Eltern treiben die Entwicklung voran
Besonders ausgeprägt ist die Nutzung smarter Technologien bei jungen Eltern. Nur rund jeder zehnte der 18-24-Jährigen gibt an, bislang keine entsprechenden Produkte oder Anwendungen zu nutzen. Gleichzeitig greifen sie überdurchschnittlich häufig auf Gesundheits- und Ernährungs-Apps, digitale Entwicklungsbegleitung oder smarte Babyphones zurück.
Dieses Nutzungsverhalten spiegelt sich auch in der grundsätzlichen Einstellung von Eltern mit Kindern im Alter bis fünf Jahren gegenüber dem Einsatz von KI bei Produkten für Babys und Kleinkinder wider. Besonders aufgeschlossen zeigen sich junge Eltern im Alter von 18 bis 24 Jahren: 68 Prozent stehen KI-Produkten offen gegenüber. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen sind es noch 56 Prozent. Mit zunehmendem Alter nimmt die Akzeptanz weiter ab, bei den Eltern ab 35 Jahren auf 43 Prozent. Die nachwachsende Elterngeneration erweist sich damit als besonders technologieaffin und offen für KI-gestützte Lösungen.
Auch zwischen Müttern und Vätern zeigen sich Unterschiede. Während 59 Prozent der Väter KI-Produkten aufgeschlossen gegenüberstehen, liegt dieser Wert bei Müttern bei nicht einmal der Hälfte (41 Prozent). Für Hersteller liegt darin die Chance, Vertrauen gezielt dort aufzubauen, wo Kaufentscheidungen fallen.
Eltern wünschen sich intelligente Alltagshelfer
Die Studie zeigt zudem, in welchen Bereichen Eltern den größten Mehrwert intelligenter Technologien wie KI sehen. Besonders häufig wünschen sie sich Unterstützung bei der Organisation und Koordination des Familienalltags (29 Prozent), im Haushalt (29 Prozent) sowie rund um das Thema Sicherheit (26 Prozent). Auch in den Bereichen Freizeit (25 Prozent), Gesundheit und Wohlbefinden (24 Prozent) oder Ernährung (22 Prozent) sehen die befragten Eltern Potenzial für smarte Anwendungen.
Auf die Frage nach zukünftigen Wunschprodukten nannten Eltern zahlreiche konkrete Ideen, die deutlich machen, wo sie den größten Nutzen intelligenter Technologien sehen. Genannt wurden unter anderem KI-gestützte Entwicklungsbegleiter, die Meilensteine erkennen und individuelle Empfehlungen geben, intelligente Baby-Monitore zur Überwachung von Atmung, Schlaf und Gesundheit sowie digitale Ernährungs- und Alltagsassistenten, die Familien bei der Planung von Mahlzeiten und Einkäufen unterstützen. Mehrfach äußerten Befragte zudem den Wunsch nach Anwendungen, die Babysignale oder Weinen analysieren und Eltern dabei helfen, die Bedürfnisse ihres Kindes besser zu verstehen.
Die Wünsche der Eltern zeigen: Gefragt sind intelligente Lösungen, die den Familienalltag spürbar erleichtern und gleichzeitig Vertrauen schaffen. Welche Innovationen dieses Potenzial künftig erschließen können, zeigt die Kind + Jugend 2026 in Köln.
Tickets sowie Informationen zum Rahmenprogramm und den teilnehmenden Ausstellern sind unter www.kindundjugend.de erhältlich.
Umfragebedingungen
Die Daten basieren auf einer Online-Befragung der YouGov Deutschland GmbH im Auftrag der Kind + Jugend (Koelnmesse GmbH). Für diese Studie wurden im Juni 2026 insgesamt 1.029 Eltern befragt, darunter 413 Eltern von Kindern im Alter bis fünf Jahre. Die Erhebung wurde quotiert und die Ergebnisse gewichtet. Die Befragten setzen sich repräsentativ nach der Anzahl der Kinder im Haushalt sowie Region zusammen.
