Was genau ist nachhaltig?

10. März 2022, 13:46

Was ist denn eigentlich nachhaltiges Spielzeug? Dieser Frage ging Cornelia Becker, im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie zuständig für Nachhaltigkeit, nach. Der DVSI unterstützt seine Mitglieder mit Wissensvermittlung und Info-Veranstaltungen zum Thema und dem Nachhaltigkeitstag.


Sehr viele Unternehmen in der Spielwarenbranche sind sich mittlerweile Ihrer Verantwortung der Umwelt gegenüber bewusst und versuchen in verschiedensten Geschäftsbereichen nachhaltigere Lösungen zu finden und diese stets zu verbessern.
So gibt es, aus meiner Sicht, auch nicht das eine nachhaltige Spielzeug, sondern auch hier führen viele Wege nach Rom. Ganz offensichtlich nachhaltig sind natürlich Spielwaren aus zertifiziertem Holz oder Textilien, auch immer mehr Produkte aus biobasiertem oder recyceltem Kunststoff kann man auf dem Markt finden. Aber auch andere Eigenschaften sind in Betracht zu ziehen. So sind qualitativ hochwertige Produkte mit einer langen Lebensdauer sicher nachhaltiger als „Wegwerfartikel“. Auch ein modularer Aufbau mit der Möglichkeit, die Spielware zu erweitern oder verschiedene Aufbauweisen umzusetzen, sind Aspekte, die ein Produkt nachhaltiger machen, da diese so immer neue Spielanreize bieten. Lohnend ist auch ein Blick auf die Homepage der verschiedenen Hersteller, hier werden oft die Projekte des jeweiligen Unternehmens im Bereich Umweltschutz dargestellt und so ist die CO2-Bilanz eines Produktes, welches ausschließlich mit selbsterzeugtem Strom durch Solar- oder Wasserkraft erzeugt wurde, sehr wahrscheinlich besser als andere.
Wichtig ist, den ersten Schritt in eine nachhaltigere Zukunft zu gehen und so unterstützt der DVSI seine Mitglieder auch im Bereich der Nachhaltigkeit durch Wissensvermittlung, Kontaktvermittlung zu spezifischen Themen und informativen Veranstaltungen, wie dem DVSI Nachhaltigkeitstag, der dieses Jahr am 31. Mai zum ersten Mal in Nürnberg stattfinden wird.

Cornelia Becker,
Senior Consultant Nachhaltigkeit DVSI

Save the Date

31. Mai 2022
DVSI Nachhaltigkeitstag
in Nürnberg


Dr. Tristan Gollnest, GF Lefo-Institut

Wer ein nachhaltiges Produkt entwerfen und später glaubwürdig bewerben möchte, hat dabei zahlreiche Aspekte zu betrachten. Es ist nicht zielführend, ein Produkt allein über die Ökologie der eingesetzten Materialien zu definieren. Nicht weniger unerheblich sind Faktoren wie die Lebensdauer, die Wiederverwendbarkeit, die Reparaturfähigkeit, die Möglichkeit der Trennung von einzelnen Komponenten für ein effizientes Recycling, der Energie- und Wasserverbrauch in der Produktion und die Länge der Lieferketten. Hinzu kommen ökonomische und soziale Kriterien. Natürlich können nicht alle Aspekte gleich stark Berücksichtigung finden, jedoch muss jedem Designer schon bei der Entwicklung eines Artikels bewusst sein, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ eine hohe Komplexität besitzt.


Nachhaltigkeit am Beispiel Haba

Die Haba Familygroup arbeitet seit über 80 Jahren für die schönste Zielgruppe der Welt: Kinder und ihre Familien. Im traditionsreichen Familienunternehmen sind hochwertige Produkte zum Vererben, der schonende Umgang mit Ressourcen von morgen und eine langfristige Personalplanung Elemente der Nachhaltigkeitsstrategie.
Spiele und Spielwaren der Marke Haba werden aus hochwertigen, weitestgehend natürlichen Rohstoffen gefertigt. Die Konzepte und Materialien sind so langlebig-nachhaltig, dass sie an die nächste Generation vererbt werden können. Die Langlebigkeit der Produkte wird bereits im Designprozess mitgedacht: Details wie verstärkte Kanten, der optimale Materialmix und der Einsatz lösemittelfreier Lacke und Beizen auf Wasserbasis, damit Kinder bedenkenlos spielen können, prägen das Qualitätsversprechen der Spielwaren. Produkte sollen Mehrwert schaffen, Reizüberflutung vermeiden und müssen sowohl für den Handel als auch für die Konsumentinnen und Konsumenten nutzenstiftend sein. Das bedeutet, es werden Produkte auf den Markt gebracht, die die Auswahl an Klassikern und Bestandsartikeln num wertige, durchdachte Artikel erweitern.

Wesentlicher Bestandteil der Produktentwicklung ist die Vernetzung der Produktbereiche: Klassiker wie die Haba Kugelbahn können beispielsweise mit dem Bausteinsystem Clever-up! und der Kullerbü-Spielwelt kombiniert werden. Der Spielspaß ist unendlich und eröffnet kleinen Baumeisterinnen und Baumeistern immer neue, kreative Möglichkeiten. Ein weiteres zentrales Detail in Bezug auf die Langlebigkeit: Geht ein Baustein verloren, kann nahezu jedes Teil als Ersatzteil über das Haba-Kunden-Service-Center in Bad Rodach nachbestellt werden.
Für die Holzspielsachen, die seit Jahrzehnten zum Haba Sortiment gehören, verarbeitet die Haba Familygroup pro Jahr rund 5000 Kubikmeter Buchenholz, ein Großteil davon von Lieferanten, die sich in einem Einzugsgebiet von 100 Kilometern um Bad Rodach befinden. So ergeben sich kurze, umweltschonende Lieferwege. Wo Holz formal, funktions- oder sicherheitsbedingt an seine Grenzen stößt, setzt Haba neben dem natürlichen Werkstoff Fasal auch langlebige Kunststoffe ein. Die Haba Familygroup bemüht sich darum, den Anteil recycelter Kunststoffe an den Produkten und Verpackungen der Marken kontinuierlich zu erhöhen.

habafamilygroup.com