Spiele: Frisch auf den Tisch, Folge 67 – Würfeleien

14. April 2026, 15:27

Sechsseitige Würfel sind ein beliebtes Spielutensil. Es wird gerne auf das geworfene Ergebnis gewettet oder mit ihm geschickt taktiert. Ohne Würfel ist Spielen nicht zu denken. So gibt es immer wieder Neuheiten, die durch den zufälligen Ausgang eines Würfelwurfs Spannung erzeugen.


LAS VEGAS: Würfelzock um hohe Beträge

LAS VEGAS von Ravensburger

Verlag: Ravensburger
Autor: Rüdiger Dorn
Illustration: Glen Brogan
Zielgruppe: Las Vegas Gambler
Anzahl/Alter: 2-6 Spieler ab 8 Jahren
Art: glückliches Würfeln und taktisches Einsetzen

Die Glitzerwelt von Las Vegas. Sechs Casinos buhlen um ihr Publikum. Sie loben hohe Geldbeträge aus. Jeder versucht sich diese zu erspielen. Dabei kann eine Würfel-1 viel wertvoller sein als die Würfel-6.

Sechs Casino-Tableaus liegen aus. Das Caesars Palace im römischen Stil oder das Bellagio mit den berühmten Wasserfontänen sind genauso dabei wie vier weitere. Diese sind mit 1 bis 6 durchnummeriert. Per Zufall liegen bei jedem dieser zwei Geld-Schecks, die sich von 10.000 bis 100.000 staffeln. Der Reihe nach würfeln die Spieler mit sieben Kuben der eigenen Farbe, wobei einer etwas größer ist und doppelt zählt. Nach dem Wurf müssen alle Würfel mit der gleichen Zahl auf das entsprechende Casino gelegt werden. Sobald nach ein paar Runden jeder seine Würfel eingesetzt hat, werden die Casinos ausgewertet. Pro Tableau müssen Farben mit gleicher Anzahl an Würfeln heruntergenommen werden. Die restlichen werden ausgewertet und die ausgelobten Preisgelder verteilt. Wer mehr Würfel eingesetzt hat, bekommt den Erstzugriff und natürlich den Scheck mit der höchsten Geldsumme. Nach drei Runden ist Schluss.

Fazit: Der Einfluss ist größer als vermutet. Wer um höchste Beträge rangelt, wird sicherlich Konkurrenz bekommen. Manchmal lohnt sich ein Spiel um kleinere Summen eher, weil diese u.U. sicherer zu erobern sind. Wer dabei zwei- oder dreimal zum Zuge kommt, macht u.U. „Mist mit Kleinvieh“. Der Augenblick für den Einsatz seines Doppler-Würfels verlangt richtiges Timing. Das Auspatten von Gegnern ist spannend und gemein zugleich. Dieses lässt sich von hinten heraus arrangieren, bedeutet aber auch für einen selbst Verlust. Überhaupt ist es wichtig, auf der Hinterhand zu sitzen. Der Einfluss ist dann größer. Das kann man aktiv arrangieren. Auch wenn letztendlich das Würfelglück Vorgaben macht, ist geschicktes Einsetzen ebenfalls entscheidend. Das Spiel ist ein Longseller und erscheint aktuell in einer zeitgemäßen Ausgabe mit ein paar modernen Varianten.


FANTASY INK: Mit Würfeln Fabelwesen erwecken

FANTASY INK von Kosmos

Verlag: Kosmos
Autor: Luc Rémond
Illustration: Oliver Schlemmer
Zielgruppe: Freunde von Märchen- und Mythen-Literatur
Anzahl/Alter: 2 Spieler ab 10 Jahren
Art: taktisches Würfel-Duell

Vom Djinn bis zum Froschkönig, vom Faun bis zur Hexe und unzählige weitere Fantasy-Wesen wollen zum Leben erweckt werden. Die beiden Duellanten lesen sie quasi aus der Literatur heraus, wie es im bekannten Roman „Tintenherz“ erzählt wird. 

Auf Spielkarten gibt es diese Figuren. Jede hat einen Würfelcode. Um sie zu gewinnen, muss die Vorgabe erfüllt werden. Dazu werden 15 Kuben in drei Farben geworfen. Aus diesem gemeinsamen Pool nehmen die beiden Spieler abwechselnd einen Würfel und legen diesen auf ein passendes Würfelfeld einer eigenen Karte. Manchmal benötigt man nur einen einzelnen Würfel wie die orangefarbige 2 und schon ist das Irrlicht zum Leben erweckt. So einfache Vorgaben erbringen nur wenige Punkte, in diesem Beispiel sogar nur einen einzigen. Poseidon erspielt die Höchstzahl von 5 Punkten, benötigt allerdings drei blaue Würfel mit der Summe 15+, was nicht einfach zu arrangieren ist. Hinzu kommt ein Karten-Verschiebe-Mechanismus. Jeder hat vier Karten in zwei, später drei Reihen vor sich liegen, die nach jeder Runde, wenn alle Würfel aufgebraucht sind, eine Zeile nach unten wandern. Nach der letzten Reihe kommen Karten aus dem Spiel und zählen Minuspunkte, wenn man ihre Würfelwerte nicht erfüllt hat. Ein paar Joker-Funktionen und Sondersymbole können taktisch genutzt werden.

Fazit: Der Würfel-Nimm-und-Einsetz-Mechanismus ist nicht ganz neu und funktioniert hier gewohnt zuverlässig. Zu beachten ist, dass immer ein paar Farbwürfel auf Karten blockiert liegen und diese in einer folgenden Nimm-Phase nicht zur Verfügung stehen. Das ist unbedingt zu beachten, wenn zu Beginn einer neuen Runde stets vier weitere Karten gewählt werden. Diese können u.U. schwerer erfüllt werden, weil Würfel der verlangten Farbe fehlen. Der Zufall beim Werfen aller Würfel wird durch weitsichtiges Nehmen neuer durchaus minimiert. Es gibt vier verschiedene Siegoptionen. Man sollte gezielt auf eine dieser Möglichkeiten hinspielen und nicht zuwarten, was sich so ergibt. Varianten und Spezialkarten variieren den normalen Spielablauf. Interessant, vielleicht sogar noch das Beste, ist die thematische Einkleidung. Die Illustrationen der Wunderwesen ist gefällig und man hat tatsächlich das Gefühl, diese aus Buchvorlagen herauszulesen und sie zum Leben zu erwecken.


BIDDLE: Würfeln und Wetten

BIDDLE von Amigo

Verlag: Amigo
Autoren: Ralf zur Linde & Carsten Rohlfs
Illustration: Markus Erdt
Zielgruppe: risikofreudige Zocker
Anzahl/Alter: 2-5 Spieler ab 8 Jahren
Art: Würfel-Challenge

Immer muss mit sechs Würfeln eine Kartenvorgabe erfüllt werden. Diese sind recht vielseitig. Mal geht es darum, alle Würfel mit einem Ergebnis von 4+ zu erzielen oder ein Resultat zu erreichen, das durch 10 teilbar ist, uvm. Mit wie vielen Versuchen wird das Ziel geschafft?

Eine Karte wird aufgedeckt. Sie zeigt eine Kombination, die mal mehr, mal weniger einfach zu arrangieren ist. Der Startspieler gibt vor, in wie vielen Versuchen er die Aufgabe zu lösen erhofft. Er markiert sein Angebot auf einer kleinen Tabelle. Die anderen bezweifeln das Vorhaben, schließen sich ihm an oder unterbieten den aktiven Spieler durch ein besseres Gebot. Sie wollen mit weniger Würfen das Ziel erreichen. Alsbald steht fest, dass es zwei Gruppen gibt. Die einen sind für das Gebot, die anderen glauben nicht an den Erfolg. Jetzt muss der Gebotsgeber alle sechs Würfel werfen. Zur Aufgabe passende Ergebnisse werden zur Seite gelegt. Dann darf weitergeworfen werden. Es wird gewürfelt und vor allem gezählt, ob das Ergebnis in der angesagten Anzahl an Wurfversuchen erzielt wird. Wer aufs richtige Pferd gesetzt hat, bekommt Punkte. Nach zehn Runden ist Schluss und es wird der Gesamtsieger berechnet.

Fazit: Es ist ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Wer traut sich, diese herauszufordern? Wer setzt gegen das Gebot oder darauf, das Ergebnis mit weniger Würfelversuchen zu erfüllen? Dann wird überprüft, ob das Vorhaben gelingt. Zu loben sind die 55 Karten mit sehr unterschiedlichen Aufgaben, die weit über das Spektrum bekannter Pokerkombinationen wie Drillinge oder Full House hinausgehen. Mit den eleganten, marmorierten Würfeln will jeder knobeln. Das wertet das Spiel auf. Leider sind die Setzsteinchen und auch das Tableau zum Markieren der Gebote etwas zu klein ausgefallen. Dieses Material ist nichts für Grobmotoriker. Aber der Würfelzock ist spannend. Vor allem, wenn die Spieler sich gegenseitig verbal hochtreiben, doch noch bessere Angebote zu machen. Und wenn dann die Vorgabe mit dem letzten Versuch so gerade eben erfüllt wird, schwappen die Emotionen hoch. Was will man mehr?


DICE POOL PARTY: Kniffeln auf die Schnelle

DICE POOL PARTY von Deep Print Games über Pegasus

Verlag: Deep Print Games
Vertrieb: Pegasus
Autoren: Christoph Cantzler & Torsten Marold
Illustration: Annika Heller
Zielgruppe: Würfler und Schnell-Seher
Anzahl/Alter: 2-8 Spieler ab 8 Jahren
Art: Ergebnisse-Erfassen unter Zeitdruck

In einen Swimmingpool wird eine Handvoll Würfel geschüttet. Zwölf liegen im Wasser des Beckens und zeigen unterschiedliche Werte. Nach drei oder vier Sekunden kommt die Poolabdeckung obendrauf. Was lag denn nun da im Würfelbad?

Je zwei Würfel in sechs Farben purzeln im Schachteleinsatz. Jedes Mal kommt ein anderes Ergebnis zu Stande. Dummerweise wird nach kurzer Zeit das Bild aller Würfel mit dem zweiten Schachtelteil abgedeckt. Jeder sollte sich gut erinnern, was da zu sehen war. Denn anschließend entscheiden sich die Spieler für ein Kriterium und markieren dieses auf dem eigenen Wertungszettel. Da geht es um Farben, Würfelaugen, Kombinationen oder gar die Komplettsumme aller Würfel. Nach der Notiz wird nachgeschaut und jeder darf in seiner angekreuzten Kategorie das jetzt wieder sichtbare Ergebnis notieren. Nach einem Dutzend Runden ist Schluss und jeder hat in allen Kategorien einmal einen Zahlenwert ermittelt. Wer hat in der Summe das höchste Resultat?

Fazit: Es ist äußerst wichtig, schnell zu erfassen, was die Auslage für Ergebnisse zeigt. Wer dabei nicht mithalten kann, gerät ins Hintertreffen und wird das Spiel nicht mögen. Es ist für alle stressig, unter Zeitdruck ein gutes Ergebnis herauszufiltern. Dabei kann man mit manchen Kategorien sehr viele Punkte erzielen, vor allem wenn es um alle Würfel, viele 6er-, 5er, aber auch 4er-Werte im Vergleich zu nur zwei Würfeln gleicher Farbe geht. Das sollte jeder bei der Analyse der Auslage im Hinterkopf behalten und bei den ergiebigen Vorgaben nicht ins Stottern geraten. Das potenziert aber noch einmal den Stressfaktor. Manche empfinden den Analyse-Druck aber auch als angenehm. Zum Glück dauert das Spiel insgesamt nicht allzu lang. Das lässt sich schon noch aushalten. Die thematische Einkleidung sieht zwar hübsch aus, wenn pastellfarbige Würfel im hellblauen Pool trudeln, letztendlich ist das Thema aber völlig irrelevant und eigentlich auch Banane.


AUF DIE EIER!: Mit Hennen und Eiern würfeln

AUF DIE EIER! von Game Factory

Verlag: Game Factory
Autor: Udo Peise
Illustration: Cyril Bouquet
Zielgruppe: Zocker und Zauderer
Anzahl/Alter: 2-5 Spieler ab 8 Jahren
Art: Würfeln und Ergebnis bewerten

Frühstückseier werden im heißen Wasser gekocht oder in der Pfanne zu Spiegeleiern gebruzzelt. Dumm nur, wenn sich faule Eier unter die Speisen mischen. Da hilft es manchmal, die herumgackernden Hühner zu fangen, um sich doch noch zu retten.

Nur neun Würfel braucht es zu diesem schnellen Würfelspaß. Der Spieler am Zug wirft alle und darf bis zu zweimal nachlegen, wie es bei dieser Art von Spiel üblich ist. Er selektiert bei seinen Ergebnissen Pfannen und Eier, die als 5-Punkte-Spiegeleier gewertet werden. Oder er hat einen Kochtopf und Hühnereier geworfen, die 3 Punkte zählen. Es ist erlaubt, gleich mehrere Eier in einem Topf köcheln zu lassen. Dummerweise dürfen faule Eier nicht erneut gewürfelt werden. Erst am Ende kommen diese alle ein zweites Mal zum Einsatz und können dann noch einmal Kombinationen aufwerten, wenn beispielsweise in eine leere Pfanne noch ein Spiegelei fällt. Erscheint erneut das faule Ei, wird ein Ergebnis verdorben. Und dann sind da noch die Hühner auf der sechsten Würfelseite. Sie müssen in einer exakten, stets wechselnden Vorgabezahl erscheinen, um ordentlich zu punkten. Das ist pfiffig gemacht und kann noch einmal ordentlich Punkte ins Gesamtergebnis einspielen. Bei 100 Zählern wird der Sieger bestimmt.

Fazit: Vom Rhythmus ist das Spiel recht herkömmlich. Die Symbole machen den Reiz. Es wird nicht wie sonst häufig um Würfelaugen gefightet. Auch wenn durch Nachwerfen Ergebnisse optimiert werden können, so ist es manchmal klüger, vorher aufzuhören. Das gilt vor allem, wenn keine faulen Eier erzielt wurden, die beim Nachlegen noch einmal die Eierspeisen versalzen können. Oder wenn die Hühner-Vorgabe exakt erspielt wurde, die satte Extrapunkte bedeutet. Manchmal ist Zaudern klüger als Zocken. Als Verpackung sensationell ist die Mini-Metall-Box. Sie ist nicht größer als eine halbe Zigarettenschachtel. Die neun Würfel und eine gefaltete Spielregel haben gut Platz. Auch ist das Eierthema witzig und passt zum Mechanismus und der Punktwertung. Das kompakte Spiel ist ideal als kleines Geschenk, auch für einen selbst.


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