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Brandmate 2025: Neue Horizonte

28. März 2025, 11:13

Nach der Spielwarenmesse geht es im Laufschritt auf die Brandmate 2025 zu. Interessierte sollten sich den 25. und 26. Juni rot im Kalender markieren, denn dann verwandelt sich die Grand Hall der Zeche Zollverein in eine pulsierende Bühne für Brands, Kreativität und Networking. Was Aussteller und Besucher dieses Jahr erwartet, erfuhr Astrid Specht von Christian Ulrich und Ute Stauss.

links: Christian Ulrich, Geschäftsführer der Brandmate und Vorstandssprecher der Spielwarenmesse eG / rechts: Eva Stemmer, Gründerin der Brandmate und geschäftsführende Gesellschafterin der Agentur little big things in München

Herr Ulrich, neue Kulisse, neue Dynamik: die Brandmate zieht in diesem Jahr ins Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen um. Welche strategischen Überlegungen stecken hinter diesem Standortwechsel und welche neuen Möglichkeiten eröffnet die Location für Aussteller und Besucher?
Die Brandmate war von Anfang an als dynamisches Event konzipiert – ein Format, das sich mit der Branche weiterentwickelt. Wir sind stets auf der Suche nach außergewöhnlichen Locations, die den Spirit der Veranstaltung unterstreichen. Die Auswahl in Deutschland ist groß, wobei uns wichtig war, den rohen Industrie-Stil zu erhalten. Die Zeche Zollverein in Essen bietet als Weltkulturerbe genau die authentische Atmosphäre, die wir uns wünschen. Gleichzeitig schafft sie für Aussteller wie Besuchende eine inspirierende Kulisse für kreativen Austausch und innovative Showcases. Hinzu kommt, dass das Venue über eine hervorragende technische Ausstattung und engagierte Dienstleister verfügt. Nicht zuletzt hat uns auch die gute Infrastruktur des Umfelds überzeugt.

Die Brandmate ist und bleibt eine Plattform für Markenpartnerschaften und Kooperationen. Was war die größte Lektion aus den bisherigen Events, und wie haben Sie das Konzept für 2025 entsprechend weiterentwickelt?
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Events war, dass Flexibilität der Schlüssel für individuelle Markenauftritte ist. Bisher waren die Präsentationsformate an fixe Standbaupakete gebunden – das haben wir aufgebrochen, um mehr kreative Energie freizusetzen. Dazu haben wir mit Solution 5 einen erfahrenen und sehr professionellen Partner, der auf den Kunden eingeht, ihn persönlich berät und zudem einen Online-Shop anbietet. Weiterhin kann man sich aber auch einfach bei Fläche und Standbau an empfohlenen Paketen orientieren.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzen Sie in diesem Jahr? Gibt es bestimmte Lizenzthemen oder Branchenentwicklungen, die für die Aussteller und Besucher besonders relevant sind?
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Brandmate ergeben sich aus zwei zentralen Faktoren: den Trends, die unsere Aussteller aktiv vorstellen und den aktuellen Themen, die unsere Speaker auf der Bühne bespielen. Relevante Entwicklungen im Handel – „Online Shopping Experience“ und „New Customer Journeys“ – stehen dabei ebenso im Fokus wie das Thema „Haltung“, da gerade im medialen Auftritt von Marken schnell verzerrende Diskussionen entstehen können. Darüber hinaus berichten Experten über Zahlen, Daten, Fakten und betrachten die ersten Schritte rund um „Kooperation und Lizenz“.

Die Liste der teilnehmenden Unternehmen liest sich beeindruckend, aber viele große Player sind nun schon von Anfang an dabei. Wie stellen Sie sicher, dass die Veranstaltung nicht zu einem „geschlossenen Club“ wird und auch neue, unkonventionelle Player aus anderen Branchen Zugang finden?
Die Brandmate hat sich bereits in der Branche etabliert, doch unser Anspruch ist es, stetig neue Impulse zu setzen und den Kreis der Teilnehmenden zu erweitern. Wir treten bewusst aus der Spielwarenlastigkeit heraus und öffnen die Veranstaltung gezielt für neue Segmente, wie beispielsweise Kosmetik, Fashion und Lifestyle, Sport/Outdoor und Food. Dafür nutzen wir unser starkes Netzwerk und die Partnerschaft mit Licensing International. Auch arbeiten wir eng mit Branchenexperten zusammen, um neue Kontakte und frische Perspektiven zu gewinnen.

Licensing ist längst nicht mehr nur für klassische Markenartikel relevant. Inwieweit haben Sie in diesem Jahr verstärkt Unternehmen aus neuen, vielleicht sogar disruptiven Bereichen angesprochen, um die Veranstaltung noch diverser und inspirierender zu machen? Welche Präsentationsmöglichkeiten haben Unternehmen auf der Brandmate?
Die Möglichkeiten sind so vielseitig wie die Brandmate selbst: Anhand von individuellen Showcases und Zweitplatzierungen geben die Unternehmen tiefgehende Brand- und Themen-Insights. Darüber hinaus setzen viele auf interaktive Inszenierungen, wie beispielsweise Selfie-Spots oder Gamification. Dafür arbeiten wir eng mit Dienstleistern zusammen, die helfen, Lizenzthemen auf innovative Weise zu kommunizieren. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, frische Impulse zu setzen und allen Teilnehmenden ein breites Spektrum an Inspiration zu bieten.

BrandBabies – Erfolgsmodell für Kooperationen: Erfolgreiche Partnerschaften wie „Pac-Man Oreo“ oder „Ardell Lashes“ sind direkt aus der Brandmate hervorgegangen. Wie unterstützen Sie aktiv solche Kooperationen, und welche neuen potenziellen Erfolgsgeschichten sehen Sie in diesem Jahr?
Erfolgreiche Umsetzungen, wie die von Ihnen angesprochenen Kooperationen zwischen Mondelez und Bandai Namco Europe oder Ardell und Seven.One Licensing zeigen, welches Potenzial in der Brandmate steckt. Wir unterstützen solche Partnerschaften vor allem kommunikativ, indem wir sie gezielt über unsere Kanäle sichtbar machen. Das inspiriert wiederum andere Teilnehmende bei der Suche nach kreativen Markenpartnerschaften. Die Brandmate bietet den perfekten Rahmen, um neue Erfolgsgeschichten zu schreiben. Wir sind schon gespannt auf die nächsten innovativen Kooperationen.

Die Expansion nach Essen und die neue Location in der Zeche Zollverein sind ein starkes Signal. Ist dies ein erster Schritt in Richtung Internationalisierung? Wie sehen Ihre langfristigen Pläne für das Wachstum der Brandmate aus – bleibt es ein deutsches Event, oder gibt es Visionen für ein internationales Format?
Kurzfristig liegt unser Fokus auf dem DACH-Raum, denn hier sehen wir noch enormes weiteres Potenzial. Es geht darum, die Veranstaltung zu stärken, neue Branchen zu integrieren und das Event als führende Plattform für Lizenzen und Markenpartnerschaften auszubauen. Mittelfristig wollen wir aber auch die Internationalisierung vorantreiben. Das Interesse von Unternehmen aus verschiedensten europäischen Ländern an der Brandmate zeigt, dass das Format auch über die Grenzen des deutschsprachigen Raums hinaus eine wertvolle Plattform bilden kann.

brandmate.converve.io


Ute Stauss, Managing Director Licensing International Germany

Frau Stauss, der RetailDay ist eine spannende Neuerung der Brandmate – aber Händler haben oft wenig Zeit für Fachveranstaltungen. Was tun Sie konkret, um sicherzustellen, dass dieser Thementag für den Handel nicht nur informativ, sondern auch geschäftlich relevant ist?
Der Retail Day, den wir in enger Zusammenarbeit mit dem Brandmate-Team planen, richtet sich exklusiv an Händler*innen. Diese Fokussierung ermöglicht es uns, sehr praxisnah die Themen zu adressieren, die den Handel aktuell bewegen. Dabei konzentrieren wir uns auf konkrete und umsetzbare Inhalte, zeigen Lösungsansätze und Best-Practice-Beispiele und stellen kreative Geschäftsmodelle vor. Dazu gehören natürlich auch die immensen Wachstumschancen, die das Lizenzgeschäft bietet. Außerdem bringen wir die Teilnehmer*innen in kleinen exklusiven Roundtables mit Expert*innen zu praxisnahen Workshops zusammen, aus denen sie konkrete Ergebnisse mitnehmen können.

Welche konkreten Impulse erwarten Sie vom RetailDay für den Handel? Gibt es bestimmte Lizenztrends oder Geschäftsmodelle, die besonders im Fokus stehen werden?
Aus Gesprächen mit dem Handel wissen wir, dass vor allem konkrete Impulse zu den Umsetzungsmöglichkeiten von Lizenztrends gefragt sind. Wie kann ich als Händler einen aktuellen Trend zeitnah aufgreifen, mit einem relevanten Produktsortiment in den Handel bringen und am POS aufmerksamkeitsstark und kreativ umsetzen? Genau darauf wollen wir Antworten geben. Und ein Trend, der aktuell immer wieder durch erfolgreiche Umsetzungen belegt wird, sind innovative Lizenzpartnerschaften, die neue Zielgruppen ansprechen, die überraschen und Spaß machen und in der Konsequenz neue Umsatzmöglichkeiten bieten.

Gerade im stationären Handel gibt es eine zunehmende Polarisierung zwischen High-End-Lizenzen mit Storytelling und günstigeren Massenprodukten. Welche Impulse kann die Brandmate dem Handel geben, um mit Lizenzen erfolgreich zu bleiben, ohne in den Preiswettbewerb gedrängt zu werden?
Im stationären Handel sind Lizenzprodukte ja meist Teil eines größeren Produktsortiments und passen dementsprechend natürlich auch preislich in den Gesamtkontext des jeweiligen Angebots. Hochpreisige Lizenzprodukte sind in anderen Läden zu finden als günstigere Massenware und beides kann sehr gut parallel existieren. Wichtig ist es, die jeweilige Kundschaft mit den Produkten zu überzeugen und zum Kauf zu animieren. Da kommt es sowohl auf das Produktangebot selbst, als auch auf die Inszenierung am POS und die Kommunikation an. Und dazu wird die Brandmate und speziell der RetailDay gute Impulse geben.

IPs werden zunehmend plattformunabhängig gedacht – von Büchern über Toys bis hin zu immersiven Markenerlebnissen. Haben Sie das Gefühl, dass die Branche bereits über den klassischen Lizenzhandel hinausdenkt, oder herrscht hier noch zu viel Kurzfristigkeit?
Das kommt tatsächlich sehr stark auf die Branche an. Deshalb würde ich hier nicht von DER Branche sprechen. Im Entertainment-Bereich beispielsweise werden vor allem die großen IPs ja schon seit vielen Jahren in unzählige Produkt- und Erlebniswelten verlängert, natürlich auch immer mehr in digitale und immersive Experiences. Zur Entertainment-Branche zählt neben den großen US-Studios auch der Bereich Gaming, der besonders innovativ unterwegs ist, wenn es um die Erweiterung von IPs geht. Auch die Sport-Branche, vor allem die großen US-Marken oder auch die NFL als Marke, denken sehr ganzheitlich, langfristig und innovativ im Erschaffen von Markenerlebnissen. Gleichzeitig gibt es natürlich auch die konkrete Ausrichtung auf kurzfristige Erfolge und klassische Lizenzmodelle, vor allem bei IPs, die keinen Evergreen-Status haben und noch nicht etabliert sind. Die verschiedenen Ansätze werden sich auch weiterhin parallel existieren.