Handel: Kundenbindung im Abo
Windeln, Kleidung oder Pflegeprodukte einfach im Abo nach Hause? Was in vielen Bereichen längst funktioniert, bietet auch dem Baby- und Kindermarkt neue Chancen. Für den Handel kann daraus ein praktischer Service werden, der Eltern entlastet und zugleich langfristige Kundenbeziehungen schafft.
Abomodelle sind längst keine Neuheit mehr. Was früher vor allem mit Zeitungen und Zeitschriften verbunden war, hat sich inzwischen auf zahlreiche Produktbereiche ausgeweitet. Beauty-Boxen, Streamingdienste, Kochboxen oder regelmäßig gelieferte Verbrauchsprodukte zeigen, wie unterschiedlich das Prinzip eingesetzt werden kann. Auch in Deutschland nutzen laut Bitkom inzwischen 23 Prozent der Online-Shopperinnen und -Shopper mindestens ein Spar- oder Nachbestell-Abo. Im Durchschnitt sind drei Abos aktiv.

Auch im Baby- und Kleinkindbereich lässt sich das Modell sinnvoll einsetzen. Gerade Produkte, die regelmäßig benötigt werden oder bei denen sich der Bedarf mit dem Alter des Kindes verändert, bieten Ansatzpunkte für wiederkehrende Bestellungen. Lillydoo beispielsweise bietet ein flexibles Windel-Abo an, bei dem Kundinnen und Kunden Liefertermine, Intervalle, Windelgrößen und zusätzliche Produkte an den eigenen Bedarf anpassen können. Das Unternehmen wirbt zudem mit Preisvorteilen und kostenlosem Versand.
Auch für Kleidung gibt es Abo- beziehungsweise Mietmodelle. Babyboxabo bietet beispielsweise Babykleidung aus zertifizierter Bio-Baumwolle im Abo bis Größe 80 beziehungsweise bis zum zwölften Lebensmonat an. Die Kleidung wird nach der Nutzung weitergegeben und nach dreimaligem Versand an Familien in Not gespendet. Das Konzept verbindet damit regelmäßige Versorgung mit einem Kreislaufmodell. Einen anderen Ansatz verfolgt Nubee Babybox. Die altersgerechten Boxen werden passend zur jeweiligen Entwicklungsphase des Babys zusammengestellt und enthalten unter anderem Spielzeug und Produkte für Baby und Eltern. Damit wird das Abo nicht nur zur praktischen Nachbestellung benötigter Produkte, sondern auch zum kuratierten Einkaufserlebnis.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Personalisierung. Gerade im Babybereich verändern sich Bedürfnisse und Produktgrößen innerhalb kurzer Zeit. Flexible Abomodelle können auf diese Veränderungen reagieren und Lieferintervalle, Größen oder Produktauswahl entsprechend anpassen. Für Händler eröffnet das die Möglichkeit, Kundinnen und Kunden nicht nur regelmäßig zu erreichen, sondern sie über verschiedene Entwicklungsphasen hinweg mit passenden Produkten zu begleiten.
Für den Handel liegt darin vor allem eine Möglichkeit, regelmäßige Kundenkontakte und wiederkehrende Umsätze aufzubauen. Besonders interessant sind Produkte mit einem planbaren oder wiederkehrenden Bedarf. Ein Abo kann dabei nicht nur den Einkauf für Eltern vereinfachen, sondern auch die Kundenbindung stärken. Laut Bitkom sehen Unternehmen im Abo-Commerce unter anderem Vorteile bei der Planbarkeit der Nachfrage und der Kundenbindung.
Damit wird das Abo vom reinen Bestellmodell zum Serviceangebot – vorausgesetzt, es nimmt Eltern tatsächlich eine Aufgabe ab und bleibt flexibel an den sich verändernden Familienalltag anpassbar.
