fischertechnik: Technik trifft Denken
Wie lassen sich technisches Verständnis, Teamfähigkeit und Problemlösungskompetenz bei Schüler*innen praxisnah fördern? Dieser Frage geht das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) gemeinsam mit Projektpartner fischertechnik im Rahmen des Projekts „ComThink – Computational Thinking“ nach. Astrid Specht war dabei, als das Projekt Anfang Juli am Helmholtz- Gymnasium Karlsruhe vorgestellt wurde.

Das Projekt ist Teil des Innovationsprogramms „Digitale Schule“ des Kultusministeriums Baden-Württemberg und verfolgt ein klares Ziel: Schulen sollen befähigt werden, informatische Denkweisen wie Mustererkennung, logisches Analysieren oder systematisches Problemlösen praxisnah zu vermitteln und das mit Werkzeugen, die über reines Programmieren hinausgehen. Am Helmholtz-Gymnasium ist man bereits mitten in der Umsetzung. In der 7. Klasse arbeiten die Schülerinnen und Schüler schon an eigenen kleinen Projekten mit den speziell entwickelten ComThink-Sets von fischertechnik. Diese beinhalten Bauelemente, Sensorik, Steuerungseinheiten und anschauliche Unterrichtsmaterialien.

„Wir haben ein Reaktionsspiel gebaut – dafür mussten wir Kabelverbindungen herstellen und dann wurde programmiert. Am Ende war es total cool zu sehen, dass es funktioniert hat!“, erzählt eine Schülerin sichtlich begeistert. Der Projektunterricht findet in drei kompakten Einheiten statt. Noten gibt es dafür nicht, was nicht heißt, dass kein Lernerfolg messbar wäre. „Man sieht den Erfolg daran, dass die Schüler*innen dranbleiben“, sagt Informatiklehrer Ralf Bielfeldt. Auch Schulleiterin Sarah Lumpp betont: „Es geht auch um Kompetenzen, die über den Fachunterricht hinausreichen: Teamarbeit, Kreativität, Ausdauer. Und die Kinder sind mit Freude dabei.“ Für Staatssekretärin Sandra Boser vom baden-württembergischen Landtag war der Schulbesuch ein persönliches Anliegen: „Wir wollen unseren Schulen konkrete Werkzeuge geben, mit denen sie das leisten können, was im Bildungsplan längst steht: anwendungsorientiertes, projektbasiertes Lernen. ComThink ist ein Baustein dafür.“
Dass fischertechnik bei der Entwicklung der Sets den Zuschlag erhalten hat, ist das Ergebnis einer Ausschreibung. Entscheidend war nicht nur die Passung zu den technischen Anforderungen, sondern auch die Nähe zur Realität: „Andere Systeme abstrahieren oft stark, fischertechnik dagegen erlaubt es, mit authentischen mechanischen Prinzipien zu arbeiten. Das hat besonders gut zu unseren Zielen gepasst. Konkrete Problemlösungsfähigkeit ist aus unserer Sicht die zentrale Kompetenz für die Zukunft und genau die wird hier geschult,“ so Fabian Karg, stellvertretender Direktor des LMZ. Auch für fischertechnik ist das Engagement mehr als nur wirtschaftliches Interesse. „Natürlich ist das Teil unseres Geschäfts“, sagt fischertechnik Geschäftsführer Martin Rogler und fügt hinzu: „Aber für uns ist das auch eine Herzensangelegenheit.“ Wie nachhaltig das Projekt wirken kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Geplant ist, bis Ende 2026 insgesamt 404 weiterführende Schulen in Baden-Württemberg auszustatten. Lehrkräfte erhalten begleitende Schulungen, Feedback wird regelmäßig eingeholt, Anpassungen sind ausdrücklich Teil des Konzepts. Die Resonanz auf die Bewerbungsrunden ist hoch, auch deshalb, weil viele Schulen ihre positiven Erfahrungen weitergeben. Am Ende des Vormittags ist klar: Hier wird nicht nur gebaut und programmiert, hier wird Zukunft geübt. Da ist fischertechnik ganz vorne mit dabei – und zugleich ganz nah an der Zielgruppe dran.

