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duoSymPos 2026: Verlässlich in die Zukunft

10. August 2026, 8:02

Mit dem ersten gemeinsamen duoSymPos nach dem Zusammenschluss von duo schreib & spiel und idee+spiel setzte die neue Kooperation vom 17. bis 19. Juni 2026 im Berliner Estrel ein deutliches Signal. Rund 150 Aussteller, zahlreiche Zukunftsprojekte und eine emotionale Staffelübergabe prägten eine Veranstaltung, die zeigte, wie wichtig Austausch, Zusammenarbeit und neue Impulse gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld sind. Astrid Specht war vor Ort dabei.

Unter dem Motto „Verlässlich in die Zukunft“ lud duo idee+spiel vom 17. bis 19. Juni zum ersten gemeinsamen duoSymPos nach Berlin. Die Veranstaltung verband Gesellschafterversammlung, Kongress, Messe und Branchentreff und vermittelte insgesamt einen überraschend positiven Eindruck. In der rund 5.000 Quadratmeter großen Messehalle im Estrel präsentierten etwa 150 Unternehmen ihre Produkte und Neuheiten aus den Bereichen Spielwaren, Schreibwaren, Schultaschen, Kreativ, Modellbau und Modelleisenbahn. Gerade in der Spielware war die Veranstaltung stark besetzt und auch die großen Anbieter der PBS-Branche waren nahezu vollständig vertreten. Als besondere Stärke erwies sich das Timing. Auf halber Strecke zwischen zwei Spielwarenmessen bietet das duoSymPos Herstellern und Handel die Gelegenheit, Planungen abzugleichen, Erfahrungen mit den Jahressortimenten auszutauschen und die Weichen für das zweite Halbjahr sowie das Weihnachtsgeschäft zu stellen. Neben Ordergesprächen blieb dabei ausreichend Raum für persönliche Begegnungen.

Zwischen Zuversicht und Anspannung
Die Gespräche auf den Ständen zeichneten kein einheitliches Bild der Marktlage. Während einige Unternehmen von einer zufriedenstellenden Entwicklung berichteten, beschrieben andere das Geschäft als anspruchsvoll. Insgesamt überwog der Eindruck einer Branche, die pragmatisch weiterarbeitet, Kosten und Sortimente im Blick behält und auf eine Stabilisierung von Konsumklima und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hofft. Unterschiedlich beurteilt wurde zudem die Expansion von Thalia. Für manche Marktteilnehmer eröffnet die wachsende Präsenz des Filialisten zusätzliche Absatz- und Kooperationsmöglichkeiten. Andere beobachten die Entwicklung mit Sorge, insbesondere dort, wo Thalia mit Spielwaren, Spielen, Papeterie und Geschenkartikeln in Sortimentsbereiche des inhabergeführten Fachhandels vorstößt. Die Diskussion zeigt, wie stark die Grenzen zwischen Buch-, Spielwaren- und PBS-Handel zunehmend verschwimmen.

Ein gemeinsamer Beirat
Der Vormittag begann mit der Gesellschafterversammlung, bei der erstmals ein gemeinsamer Beirat von duo und idee+spiel gewählt wurde. Die Beschlüsse seien mit deutlichen Mehrheiten gefasst worden, berichtete die Geschäftsführung anschließend. Über die drei Veranstaltungstage wurden insgesamt rund 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Der Zusammenschluss war 2025 von den Mitgliedern beider Kooperationen mit großer Mehrheit beschlossen worden. Im Januar 2026 startete die neue Einheit mit 639 Gesellschaftern und mehr als 1.000 Geschäften. Ziel ist es, Kompetenzen zu bündeln, Synergien zu nutzen und die Leistungsfähigkeit der angeschlossenen Fachhändler zu erhöhen. Wirtschaftlich brachte duo schreib & spiel eine solide Ausgangsbasis in die Verbindung ein. Der zentralregulierte Verkaufsumsatz erreichte 2025 nach Angaben der Kooperation 420,8 Millionen Euro und lag damit 6,24 Prozent über dem Vorjahr. Impulse kamen unter anderem aus dem Schulgeschäft, einem starken Lizenzjahr sowie von Pokémon, Jumbo und Angeboten für Kidults.

Abschied von zwei prägenden Persönlichkeiten
Emotionaler Mittelpunkt der Hauptversammlung war die Verabschiedung von Hans-Jörg „Johnny“ Iden und Gabriele Lubasch aus der operativen Geschäftsführung. Beide haben die Entwicklung von duo über Jahrzehnte maßgeblich geprägt. Lubasch war bereits an der Gründung der Kooperation im Jahr 1991 beteiligt und baute zahlreiche Verwaltungsstrukturen sowie Gesellschafterversammlungen und Händlerveranstaltungen mit auf. Zum 1. Oktober tritt sie in den Ruhestand, wird duo idee+spiel jedoch weiterhin im Aufsichtsrat begleiten. Stefan Matschke, Vertriebsleiter DACH und Prokurist bei Faber-Castell, würdigte Lubasch als hartnäckige, faire und ausgesprochen kompetente Verhandlungspartnerin, die die Interessen des Handels stets mit großem Engagement vertreten habe. Lubasch selbst erinnerte daran, wie aus kleinen Händlertreffen im Laufe der Jahre eine feste Netzwerk- und Messeveranstaltung entstand. Hans-Jörg Iden wurde von Günter Althaus, Präsident des Bundesverbands kooperierender Mittelstand, für seine unternehmerische Beharrlichkeit, seine Bodenständigkeit und sein Gespür für Netzwerke geehrt. Iden hatte duo 1991 gemeinsam mit Lubasch gegründet und aus zunächst 15 Mitgliedern und sechs Lieferanten eine bedeutende Handelskooperation entwickelt. In seiner Abschiedsrede betonte er, wie wichtig Energie, Vertrauen und langfristige Strategien für diesen Weg gewesen seien. Zugleich machte er deutlich, dass der mittelständische Handel unter erheblichem Ertrags- und Existenzdruck steht. „Erfolg beginnt im Kopf, aber endet im Handeln“, fasste er seine Haltung zusammen.

Die Staffelübergabe läuft bereits
Mit Thorsten Paedelt und Andreas Schäfer wurden zugleich die neuen Geschäftsführer offiziell auf der Bühne begrüßt. Ganz neu ist ihre Aufgabe allerdings nicht: Beide führen die Kooperation bereits seit rund einem Jahr und haben den Zusammenschluss operativ vorbereitet und umgesetzt. Schäfer verantwortet Finanzen, Verwaltung und Category Management, Paedelt Marketing, Vertrieb und digitale Services. Als Vorteile der neuen Struktur nannte Schäfer Skaleneffekte, zusätzliche Dienstleistungen und finanzielle Spielräume für Maßnahmen zugunsten der Händler. duo bringe unter anderem Kompetenzen im Omnichannel-Handel, bei digitalen Angeboten und im PBS-Segment ein, idee+spiel insbesondere in Modellbau, Trading Cards und elektronischem Datenaustausch. Innerhalb weniger Monate wurden die Zentralregulierung zusammengeführt, Lieferantenverträge harmonisiert und rund 70 beziehungsweise laut Presseunterlagen etwa 80 neue Lieferanten aufgenommen. Mehr als 300 Gesellschafter wurden in die neuen Strukturen integriert. Bei Präsenzformaten wie ERFA-Gruppen und duoRetailNet erreichte die Kooperation innerhalb der ersten drei Monate mehr als 250 Händler. Besonders positiv wertete Schäfer, dass die frühere Zugehörigkeit zu duo oder idee+spiel dabei kaum noch eine Rolle spiele.Auch beide Onlinemarktplätze laufen inzwischen über ein gemeinsames Backend, bleiben mit duo-shop.de und ideeundspiel.com jedoch als separate Frontends erhalten. Mitgliederportale, Kundenaktionen und Teile der Kommunikation wurden ebenfalls zusammengeführt. Für 2026 können die Gesellschafter nach Umsetzung einer Bonusreform bis zu 4,5 Prozent Bonus erhalten.

Digital sichtbarer werden
Zu den wichtigsten vorgestellten Projekten gehört der duoMediaPilot. Über die White-Label-Plattform erhalten Händler professionell vorbereitete Social-Media-Inhalte, die direkt auf den eigenen Kanälen ausgespielt und individuell angepasst werden können. Ein integriertes Werbetool soll zudem helfen, lokale Aktionen gezielt zu bewerben. Weiterentwickelt wird auch der duoChannelmanager. Die beiden bisherigen Onlineshops wurden technisch integriert, sodass Händler auf rund eine Million Datensätze und mehr als 15 Schnittstellen zu Plattformen wie Amazon, Kaufland oder Otto zugreifen können. Bis zum Herbst sollen neue Funktionen für Preis- und Bestandsanpassungen folgen. Novalnet wird als zentraler Zahlungsdienstleister eingebunden und ermöglicht unter anderem Apple Pay und Google Pay. Geplant ist außerdem der Einsatz von KI, um Händlerangebote künftig auch in Sprachmodellen und KI-gestützten Suchsystemen besser auffindbar zu machen. Mit dem duoMarktKompass entsteht bis 2027 zudem ein Analyseinstrument, das Einkaufs- und Abverkaufsdaten zusammenführen soll. Händler sollen damit schneller erkennen können, welche Produkte sich positiv entwickeln, wo Nachfrage entsteht und welche Artikel neue Vermarktungsstrategien benötigen.

100.000 Euro für Modellbau und Modellbahn
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung von Modellbau und Modelleisenbahn. Unter dem vorläufigen Projektnamen „Allianz Modellbau/Modellbahn“ will duo idee+spiel Hersteller und Händler zusammenbringen und neue Zielgruppen gewinnen. Dafür stellt die Kooperation ein Aktivierungsbudget von 100.000 Euro bereit. Geplant sind unter anderem Social-Media-, YouTube- und Anzeigenkampagnen, PoS-Materialien, Fachhandelsschulungen sowie ein neuer Auftritt der Eurotrain-Fachgeschäfte. Die Umsetzung soll gemeinsam mit 120 Eurotrain-Standorten erfolgen.

Messe mit Order- und Erlebnisfaktor
Neben strategischen Themen blieb das duoSymPos eine klassische Handelsmesse. Ergänzend zu den Ständen präsentierte die duoRanzenShow die Kollektionen der kommenden Saison. Am dritten Veranstaltungstag fand zudem eine Palettenversteigerung mit Angeboten unter anderem von Carrera, Haba, Hama, Idena, Playmobil, Schmidt Spiele und Stabilo statt. Auch abseits des Messebetriebs setzte der Veranstalter auf Gemeinschaft. Mehr als 1.000 Gäste besuchten am Abend „Alizé“ des Cirque du Soleil im Theater am Potsdamer Platz. Anschließend wurde im darunter gelegenen Punch Line Club weitergefeiert und genetzwerkt. So blieb am Ende der Eindruck einer Kooperation, die nach dem Zusammenschluss noch an vielen Stellen sortiert und integriert, zugleich aber bereits sichtbar an neuen Angeboten arbeitet. Auf dem duoSymPos war weder ungebremster Optimismus noch Resignation zu spüren. Stattdessen dominierte eine pragmatische Haltung: Kräfte bündeln, den Austausch suchen und weitermachen.
Das nächste duoSymPos ist für den 30. Juni und 1. Juli 2027 angekündigt.

duosympos.de