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Brennpunkt: Hersteller unter Druck

6. August 2026, 18:20

Ab August 2026 gelten mit der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) auch neue Anforderungen für die Spielwarenbranche. Besonders Hersteller von Spielwaren mit Blisterverpackungen müssen ihre Konzepte auf den Prüfstand stellen. Gefordert sind materialeffiziente, recyclinggerechte
Lösungen, die Nachhaltigkeit, Produktschutz und Warenpräsentation miteinander verbinden – eine Herausforderung, die die Verpackungsentwicklung der Branche in den kommenden Jahren maßgeblich prägen wird.

Blisterverpackungen gehören seit Jahrzehnten zum Standard im Spielwarenhandel. Sie schützen Produkte, ermöglichen eine attraktive Warenpräsentation und erschweren Diebstahl. Mit der Anwendung der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) ab dem 12. August 2026 geraten klassische Blisterlösungen jedoch zunehmend in den Fokus neuer regulatorischer Anforderungen.
Für die Spielwarenbranche steht dabei weniger ein generelles Verbot von Blisterverpackungen im Raum als vielmehr die Frage, wie diese künftig gestaltet werden müssen. Die Verordnung verfolgt das Ziel, Verpackungsabfälle zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Verpackungen sollen auf das notwendige Mindestmaß reduziert, recyclinggerecht konstruiert und möglichst ressourcenschonend ausgeführt werden.
Gerade bei klassischen Blisterverpackungen ergeben sich daraus Herausforderungen. Viele bestehende Konstruktionen bestehen aus einer fest verklebten Kunststoffhaube und einem bedruckten Kartonträger. Sind beide Materialien nur schwer voneinander zu trennen oder beeinträchtigen Klebstoffe den Recyclingprozess, kann dies künftig zum Nachteil werden. Hersteller werden daher verstärkt auf Monomaterialien, leicht trennbare Materialkombinationen oder papierbasierte Verpackungslösungen setzen müssen.

Für Spielwarenhersteller bedeutet dies bereits heute, bestehende Verpackungskonzepte kritisch zu überprüfen. Verpackungsentwickler und Lieferanten arbeiten zunehmend an alternativen Blisterlösungen mit reduziertem Kunststoffanteil, geringerer Materialstärke oder verbesserten Recyclingeigenschaften. Gleichzeitig müssen Produktschutz, Sichtbarkeit am PoS und wirtschaftliche Herstellbarkeit weiterhin gewährleistet bleiben. Dies sind Anforderungen, die insbesondere bei kleinformatigen Artikeln oder Sammelprodukten nicht einfach miteinander zu vereinbaren sind.
Ab August 2026 gelten zunächst die grundlegenden Anforderungen der Verordnung, etwa zur Verpackungsminimierung und zu den Herstellerpflichten. Weitere Vorgaben, beispielsweise zur Einstufung der Recyclingfähigkeit oder zu Mindestanteilen von Rezyklaten in Kunststoffverpackungen, werden schrittweise in den folgenden Jahren wirksam.
Für die Spielwarenbranche ist daher jetzt der richtige Zeitpunkt, Verpackungsstrategien neu auszurichten. Unternehmen, die frühzeitig in recyclinggerechtes Verpackungsdesign investieren und gemeinsam mit ihren Verpackungspartnern zukunftsfähige Lösungen entwickeln, können regulatorische Risiken minimieren und zugleich den steigenden Nachhaltigkeitserwartungen von Handel und Verbrauchern gerecht werden. Gerade in der Spielwarenbranche erfüllt die Verpackung weit mehr als eine Schutzfunktion. Sie transportiert Markenbotschaften, weckt Kaufimpulse und ermöglicht dem Handel eine ansprechende Warenpräsentation. Insbesondere bei Sammelfiguren, Zubehör, Bastelartikeln oder Mitnahmeprodukten sind Blisterverpackungen seit Jahren etabliert. Entsprechend genau wird die Branche beobachten, wie sich die neuen Vorgaben auf Gestaltungsspielräume und Vermarktungskonzepte auswirken.
Die Verpackungsindustrie arbeitet bereits mit Hochdruck an neuen Lösungen. Neben kunststoffreduzierten Blisterkonzepten entstehen Verpackungen, die sich leichter in bestehende Recyclingströme einordnen lassen. Gleichzeitig werden alternative Materialien, neue Klebetechnologien und mechanische Verbindungssysteme erprobt, um die Trennbarkeit einzelner Komponenten zu verbessern. Viele Entwicklungen befinden sich bereits in der Markteinführung.
Besonders für international tätige Spielwarenunternehmen bietet die europaweit geltende Verordnung Chancen. Bislang mussten Hersteller unterschiedliche nationale Anforderungen berücksichtigen. Künftig sorgen harmonisierte Regelungen innerhalb der EU für mehr Einheitlichkeit. Dennoch müssen insbesondere Importeure sicherstellen, dass Verpackungen aus außereuropäischen Produktionsstätten die neuen Anforderungen erfüllen.
Nachhaltige Verpackungen gewinnen auch aus Marketingsicht an Bedeutung. Verbraucher achten zunehmend darauf, wie ressourcenschonend Produkte verpackt sind. Transparente Informationen über Materialeinsatz, Recyclingfähigkeit oder den Einsatz von Rezyklaten können das Vertrauen in eine Marke stärken und die Kaufentscheidung positiv beeinflussen. Für viele Hersteller wird die Verpackung damit zu einem sichtbaren Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie.
Auch wenn zahlreiche Detailvorgaben erst schrittweise in Kraft treten, beginnt die Vorbereitung nicht erst mit dem jeweiligen Stichtag. Verpackungsentwicklungen benötigen oft mehrere Jahre – von der ersten Konstruktion über Materialtests bis zur Umstellung der Produktion. Unternehmen, die erst kurz vor Inkrafttreten der Anforderungen reagieren, riskieren höhere Kosten und Verzögerungen bei Produkteinführungen.

Ab Ende September müssen Händler weiterhin alle nicht EU-konformen Produkte aus dem Sortiment nehmen und vernichten, um Abmahnungen und Unterlassungsklagen zu vermeiden. (Bild: Chat GPT/KI-generiert)

Ein weiterer Aspekt betrifft die Produktsicherheit. Gerade bei Spielwaren muss die Verpackung hohen Anforderungen genügen: Sie schützt empfindliche Produkte vor Beschädigungen, verhindert den Verlust von Kleinteilen und dient häufig zugleich als Erstöffnungsschutz. Alternative Verpackungslösungen müssen diese Funktionen ebenso zuverlässig erfüllen wie klassische Blisterverpackungen. Dies macht die Entwicklung neuer Konzepte deutlich komplexer als in vielen anderen Konsumgüterbranchen.
Hinzu kommt, dass Nachhaltigkeit und Produktschutz nicht immer dieselben Ziele verfolgen. Eine Reduzierung des Materialeinsatzes ist zwar ökologisch sinnvoll, darf jedoch weder die Stabilität der Verpackung noch die Transportsicherheit beeinträchtigen. Beschädigte Waren verursachen Retouren, Ersatzlieferungen und zusätzlichen Ressourcenverbrauch – mit negativen Auswirkungen auf Umwelt und Wirtschaftlichkeit. Hersteller stehen daher vor der Aufgabe, den optimalen Kompromiss zwischen Materialeinsparung und Produktschutz zu finden.

Auch die Rolle des Handels verändert sich. Immer mehr Handelsunternehmen entwickeln eigene Nachhaltigkeitskriterien für Verpackungen und beziehen diese in ihre Sortimentsentscheidungen ein. Für Lieferanten wird die Verpackung damit zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Wer frühzeitig auf recyclinggerechte Lösungen setzt und entsprechende Nachweise liefern kann, verschafft sich Vorteile im Gespräch mit Handelspartnern. Gleichzeitig eröffnet die Transformation Chancen für Innovationen. Neue Verpackungskonzepte können nicht nur den Materialverbrauch reduzieren, sondern auch die Markenwahrnehmung stärken. Verbraucher nehmen nachhaltige Verpackungen zunehmend als Qualitätsmerkmal wahr. Unternehmen, die ökologische Anforderungen mit einem hochwertigen Verpackungsdesign verbinden, können sich im Wettbewerb differenzieren und ihre Nachhaltigkeitsstrategie sichtbar machen. Fest steht: Die EU-Verpackungsverordnung wird die Verpackungsentwicklung in der Spielwarenbranche nachhaltig verändern. Blisterverpackungen werden nicht verschwinden, ihre Konstruktion und Materialzusammensetzung werden sich jedoch deutlich weiterentwickeln. Für Hersteller beginnt damit eine Phase, in der Verpackungsentwicklung, Produktdesign und Nachhaltigkeitsstrategie enger denn je miteinander verzahnt werden müssen.Neben den Anforderungen an Verpackungsmaterialien und deren Recyclingfähigkeit gewinnt für die Spielwarenbranche auch die Kommunikation über Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Ab dem 27. September verschärft die EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo) die Anforderungen an Umweltangaben gegenüber Verbrauchern. Ziel ist es, irreführende Nachhaltigkeitsaussagen, sogenanntes Greenwashing, zu verhindern und Verbrauchern verlässliche Informationen für ihre Kaufentscheidungen bereitzustellen.
Für Spielwarenhersteller bedeutet dies, dass nicht nur die Verpackung selbst, sondern auch deren Darstellung am PoS, auf Verpackungen, in Online-Shops und in Marketingmaterialien kritisch überprüft werden muss. Aussagen wie „umweltfreundlich“, „nachhaltig“ oder „grün“ dürfen künftig nicht mehr ohne nachvollziehbare Grundlage verwendet werden. Unternehmen müssen belegen können, welche konkreten ökologischen Vorteile ihre Verpackungen tatsächlich bieten.
Gerade bei Blisterverpackungen entsteht dadurch eine neue Herausforderung. Verpackungen mit reduziertem Kunststoffanteil oder einem höheren Rezyklatanteil bieten zwar grundsätzlich ökologische Vorteile, diese müssen jedoch transparent und korrekt kommuniziert werden. Eine Umstellung auf recyclingfähigere Materialien allein reicht nicht aus, wenn gleichzeitig mit pauschalen Umweltversprechen geworben wird, die sich nicht eindeutig belegen lassen.
Für die Markenführung eröffnet EmpCo zugleich Chancen. Unternehmen, die ihre Verpackungsentwicklung mit messbaren Nachhaltigkeitskriterien verknüpfen, wie etwa durch Angaben zur Materialzusammensetzung, Recyclingfähigkeit oder zum Einsatz von Rezyklaten, können Vertrauen schaffen und sich im Wettbewerb differenzieren. Die Verpackung wird damit nicht nur zu einem funktionalen Bestandteil des Produkts, sondern auch zu einem wichtigen Kommunikationsmedium der Nachhaltigkeitsstrategie.
Die Verbindung aus PPWR und EmpCo führt dazu, dass Verpackungsentscheidungen künftig ganzheitlicher betrachtet werden müssen. Während die PPWR Anforderungen an Gestaltung, Materialeinsatz und Recyclingfähigkeit definiert, stellt EmpCo sicher, dass ökologische Aussagen nachvollziehbar, belegbar und transparent sind. Für die Spielwarenbranche bedeutet dies: Nachhaltige Verpackungskonzepte müssen nicht nur technisch überzeugen, sondern auch glaubwürdig kommuniziert werden.

Wirtschaftlicher Druck erschwert den Wandel

Neben den steigenden regulatorischen Anforderungen wächst auch der wirtschaftliche Druck auf den Einzelhandel und damit indirekt auf die Spielwarenbranche. Darauf weist der HDE in einer aktuellen Pressemitteilung zu den Ergebnissen seiner Konjunkturumfrage unter rund 600 Handelsunternehmen hin. Demnach bewerten 42 Prozent der befragten Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als schlecht. Fast zwei Drittel berichten von einer Verschlechterung gegenüber dem Vorjahreszeitraum, während 69 Prozent rückläufige Gewinne verzeichnen.
Als Hauptursachen nennt HDE-Präsident Alexander von Preen die Belastungen durch höhere Ausgaben: „Das Problem für viele Unternehmen sind die steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf – bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen.“
Vor diesem Hintergrund gewinnen wirtschaftlich tragfähige Verpackungslösungen zusätzlich an Bedeutung. Hersteller stehen vor der Herausforderung, die Anforderungen der PPWR und der EmpCo-Richtlinie umzusetzen, ohne die Kosten entlang der Wertschöpfungskette unnötig zu erhöhen. Gefragt sind Verpackungskonzepte, die Nachhaltigkeit, Recyclingfähigkeit und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden.
Der HDE fordert daher eine schnelle Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Aus Sicht des Verbandes sind vor allem wettbewerbsfähige Energiekosten, eine Begrenzung der Lohnnebenkosten sowie verlässliche Beschäftigungsmodelle entscheidend, um die Zukunftsfähigkeit des Einzelhandels zu sichern.
Für die Spielwarenbranche bedeutet das: Nachhaltige Verpackungslösungen müssen nicht nur regulatorische Vorgaben erfüllen, sondern auch unter wirtschaftlich schwierigen Marktbedingungen praktikabel und bezahlbar bleiben.


Fit für die PPWR?

Ab August stellt die neue europäische Verpackungsverordnung (PPWR) die Spielwarenbranche vor neue Herausforderungen. TOYS hat nachgefragt, wie Unternehmen die neuen Vorgaben wahrnehmen.

Britta Sieper, Geschäftsführerin Puky

Als traditionsreiches Familienunternehmen entwickelt Puky seit mehr als 75 Jahren Kinder- und Jugendfahrzeuge, die für Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit stehen und oft über mehrere Jahre oder sogar Generationen hinweg genutzt werden. Gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich daran, Produkte und Prozesse weiterzuentwickeln – von innovativen Fahrzeugkonzepten bis hin zu einem gewissenhaften Umgang mit Ressourcen. Verantwortung zu übernehmen, gehört zu unserem Selbstverständnis. Deshalb legen wir bereits seit Jahren großen Wert auf nachhaltigere und recyclingfähige Materialien. Wir begrüßen ausdrücklich, dass dieser Ansatz künftig europaweit einheitlich verankert wird und für alle Marktteilnehmer dieselben Maßstäbe gelten. Die größte Herausforderung sehen wir daher nicht in den Zielen der Verordnung, sondern in ihrer praktischen Umsetzung. Mit den neuen Dokumentations-, Kennzeichnungs- und Nachweispflichten wächst der bürokratische Aufwand für Unternehmen erheblich. Gerade für die vielen mittelständisch geprägten Unternehmen wie Puky ist es entscheidend, dass die administrativen Anforderungen in einem angemessenen Verhältnis zum eigentlichen Ziel stehen und Kapazitäten nicht überwiegend in Dokumentationspflichten statt in konkrete Verbesserungen fließen.
Eine große Chance sehen wir darin, europaweit einheitliche Rahmenbedingungen für nachhaltige Verpackungen zu schaffen. Gemeinsame Standards fördern die Vergleichbarkeit zwischen den Märkten, stärken die Chancengleichheit und schaffen Orientierung für Unternehmen ebenso wie für Verbraucherinnen und Verbraucher. Gleichzeitig können sie dazu beitragen, Innovationen im Bereich ressourcenschonender und recyclingfähiger Verpackungslösungen weiter voranzubringen.
Für die Spielwarenbranche insgesamt wird entscheidend sein, die neuen Anforderungen erfolgreich in bestehende Prozesse zu integrieren und dabei ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Umsetzbarkeit zu verbinden.
Britta Sieper, Geschäftsführerin Puky

Die neue europäische Verpackungsverordnung wird die Spielwarenbranche in den kommenden Jahren spürbar beschäftigen. Grundsätzlich unterstützen wir das Ziel, Verpackungen nachhaltiger, recyclingfähiger und kreislauffähiger zu gestalten, um Ressourcen zu schonen sowie Klima und Umwelt zu schützen.
Bei den Verpackungen unserer Eigenmarkenprodukte setzt sich die Vedes bereits seit vielen Jahren intensiv mit nachhaltigen Lösungen auseinander. Unser Ziel ist es, den Einsatz von Kunststoff so weit wie möglich zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Gleichzeitig gilt es, Nachhaltigkeit mit Produktschutz, logistischer Effizienz und einer attraktiven Warenpräsentation am Point-of-Sale in Einklang zu bringen – ein Spannungsfeld, das die Spielwarenbranche schon lange begleitet.
Mit der neuen Verordnung steigt der Anpassungsaufwand für Hersteller, Handel und Lieferketten erheblich. Verpackungen müssen überprüft, Materialien umgestellt und Prozesse angepasst werden. Gerade bei international aufgestellten Lieferketten werden zudem Kennzeichnung, Dokumentation und Datenmanagement an Bedeutung gewinnen.
Gleichzeitig sehen wir in der Verordnung auch Chancen. Einheitlichere Standards können Innovationen fördern und nachhaltige Verpackungslösungen weiter beschleunigen. Entscheidend wird sein, die neuen Vorgaben praxisnah umzusetzen und den Unternehmen ausreichend Planungssicherheit zu geben. Nachhaltigkeit wird nur gelingen, wenn alle Marktbeteiligten ihren Beitrag leisten und auch die damit verbundenen Kosten gemeinsam getragen werden.
Mathias Kempe, Vedes Vorstand Einkauf und Logistik

Mathias Kempe, Vedes Vorstand Einkauf und Logistik
Beate Becker, Geschäftsführerin Heless

Die Ziele der neuen EU-Verpackungsverordnung unterstützen wir grundsätzlich. Als Hersteller von Puppenkleidung und Puppenzubehör legen wir bereits seit vielen Jahren großen Wert auf nachhaltige und recyclingfähige Verpackungslösungen. Ein Großteil unserer Verpackungen besteht aus Karton und unsere Puppenkleidung wird auf Holzkleiderbügeln präsentiert sowie mit Papier-Hangtags ausgezeichnet. Nachhaltigkeitsaspekte spielen für uns daher schon heute eine wichtige Rolle bei der Entwicklung unserer Produkte und Verpackungen.
Vor diesem Hintergrund sehen wir uns grundsätzlich gut auf die kommenden Anforderungen vorbereitet. Die größte Herausforderung liegt aus unserer Sicht vielmehr in der zunehmenden Komplexität der Dokumentations-, Nachweis- und Konformitätspflichten. Gerade bei einem umfangreichen Sortiment müssen für zahlreiche Verpackungsbestandteile die erforderlichen Informationen und Nachweise entlang der Lieferkette zusammengeführt und dokumentiert werden.
Dies bedeutet für Unternehmen einen erheblichen administrativen Aufwand. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung ist daher auch die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten, um Prüfberichte und erforderliche Informationen zu relevanten Verpackungseigenschaften vollständig und aktuell zu dokumentieren. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Informationen nicht immer zeitnah oder vollständig verfügbar sind. Insbesondere wenn Lieferanten erforderliche Nachweise noch nicht bereitstellen können, entsteht für uns zusätzlicher Aufwand – auch in Form von Kosten. Um fristgerecht und nachweislich konforme Ware einführen zu können, müssen Unternehmen Prüfungen von Verpackungsmaterialien unter Umständen selbst veranlassen.
Gleichzeitig sehen wir in der Verordnung die Chance, bereits bestehende nachhaltige Verpackungskonzepte weiterzuentwickeln und den Fokus der Branche noch stärker auf Recyclingfähigkeit und Ressourcenschonung zu lenken. Wichtig ist aus unserer Sicht jedoch, dass die Anforderungen praxisnah ausgestaltet werden und der bürokratische sowie finanzielle Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum tatsächlichen ökologischen Nutzen bleibt.
Insgesamt kann die neue Verordnung einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten. Entscheidend wird sein, dass insbesondere mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung nicht durch unverhältnismäßige Dokumentations-, Nachweis- und Konformitätspflichten sowie zusätzliche Prüf- und Kostenbelastungen übermäßig belastet werden, sondern ihre Ressourcen weiterhin vor allem in innovative und nachhaltige Produkte investieren können.
Beate Becker, Geschäftsführerin Heless