Brennpunkt: Zölle, Krisen und Kalkulierbarkeiten

1. April 2026, 7:59

Die globalen Handelsbeziehungen stehen unter zunehmendem Druck. Strafzölle, geopolitische Konflikte und volatile Lieferketten verändern die Rahmenbedingungen internationaler Märkte spürbar. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in der Spielwarenindustrie. Denn sie reagiert sensibel auf politische Entscheidungen und wirtschaftliche Verwerfungen. Die aktuelle US-Zollpolitik, neue Handelsstrategien und internationale Krisen verdeutlichen, wie schnell sich globale Produktions- und Lieferstrukturen verändern können. TOYS-Redakteurin Janina Hamhaber berichtet über die zunehmenden Belastungen globaler Handelsbeziehungen.

Die Handelspolitik von Donald Trump hat die globale Wirtschaftsordnung nachhaltig verändert. Mit umfassenden Strafzöllen, insbesondere gegenüber China, verfolgt Trump einen wirtschaftlichen Nationalismus, der die Stärkung heimischer Produktion in den Vordergrund stellt. Die Zolldrohungen des US-Präsidenten folgen häufig einem wiederkehrenden Muster. Angekündigt werden dabei nicht selten Zollsätze in schwindelerregender Höhe von zehn, 15 oder gar bis zu 145 Prozent. Wobei die Zahl 145 in der Übersetzung kumulierte oder additiv wirkende Zollsätze darstellt und somit nicht als einzelner Zollsatz zu verstehen ist. Dennoch wirken solche Zahlen weniger wie klassische handelspolitische Instrumente, sondern wie politische Kampfansagen. Die gewählten Zahlen wirken bewusst drastisch und erzeugen sofort Aufmerksamkeit. Sowohl in der Öffentlichkeit als auch an den Finanzmärkten. Die Ankündigungen dienen nicht selten dazu, politischen und wirtschaftlichen Druck aufzubauen und Verhandlungspartner zu Zugeständnissen zu bewegen.
Die Umsetzung erfolgt häufig schnell, teilweise per Dekret oder formeller Anordnung. Dadurch entsteht der Eindruck entschlossener und unmittelbarer Handlungsfähigkeit. Für Unternehmen und Märkte bedeutet dies meist kurzfristige Unsicherheit und spürbare Volatilität. Allerdings zeigt sich ebenso häufig, dass die Maßnahmen nicht dauerhaft Bestand haben. Zölle werden nach Verhandlungen ausgesetzt, reduziert oder durch Ausnahmeregelungen abgeschwächt. In manchen Fällen werden sie auch ganz zurückgenommen. Dadurch entsteht eine Dynamik aus Ankündigung, Eskalation und späterer Relativierung. Insgesamt wirken die Zolldrohungen weniger wie langfristig angelegte wirtschaftspolitische Strategien, sondern eher wie flexible Instrumente zur kurzfristigen politischen Positionierung und als Druckmittel in Handelskonflikten.
Die Spielwarenindustrie verdeutlicht die praktischen Folgen dieser Politik besonders anschaulich. Diese ist global organisiert, stark importabhängig und äußerst preisempfindlich – ein idealer Indikator für die Dynamik und Verletzlichkeit internationaler Handelsstrukturen. Die Spielwarenbranche funktioniert wie ein Seismograf globaler Handelsstrukturen. Design, Entwicklung, Rohstoffe, Fertigung, Verpackung und Distribution erstrecken sich oft über mehrere Kontinente. Seit den 1990er-Jahren hat sich die Fertigung stark nach Asien verlagert, wobei China zum dominierenden Produktionsstandort wurde. Diese Internationalisierung macht die Branche besonders anfällig für politische und wirtschaftliche Veränderungen. Produktion, Lizenzverträge, Sicherheitszertifizierungen und Logistik erfordern langfristige Planung und hohe Vorleistungen. Veränderungen der Handelsbedingungen wirken sich unmittelbar auf die Kostenstrukturen, die Preisgestaltung und die Wettbewerbsfähigkeit aus. Dies betrifft sowohl Hersteller als auch Händler und Verbraucher.
Mit dem erneuten Amtsantritt Trumps im Januar 2025 verschärfte sich die US-Handelspolitik wieder und die deutsche Spielwarenbranche reagierte vor allem mit Sorge und vorsichtiger Anpassung auf mögliche US-Zölle. Branchennahe Umfragen und Analysen zeigten, dass exportorientierte Unternehmen erhebliche Unsicherheit verspürten. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer meldete, dass viele Firmen mit steigenden Kosten und möglichen Belastungen für Exporte in die USA rechneten. Parallel sank der Export deutscher Konsum- und Industriegüter in die USA, was indirekt auch die Spielwarenbranche betraf. Wirtschaftsverbände kritisierten die US-Zollpolitik als wirtschaftlich belastend und transatlantisch destabilisierend, während die Branche zugleich internationale Lobbyarbeit unterstützte, um hohe Zölle auf Spielwaren zu verhindern.

Schon vor dem 56. Jahrestreffen des World Economic Forum in Davos (19. bis 23. Januar 2026) wurden die Ansprachen des US-Präsidenten Donald Trump weltweit aufmerksam und mit Anspannung verfolgt. Besonders transatlantische Wirtschaftsbeziehungen und mögliche neue Zollmaßnahmen standen im Fokus. Zwar blieben in Davos die weitreichenden Zollankündigungen zunächst aus, doch kurze Zeit später äußerte Trump nochmals Warnungen vor möglichen Importzöllen auf europäische Güter, insbesondere in den Bereichen Automobilindustrie und Landwirtschaft. Diese Unsicherheit erschwert die Kalkulation für exportorientierte Unternehmen erheblich, selbst bei kleinen Änderungen der Zölle. Lieferketten, Preisstrategien und Investitionsentscheidungen können dadurch massiv beeinflusst werden. Auch die Spielwarenindustrie bleibt von der Handelspolitik nicht verschont. Viele europäische Hersteller exportieren regelmäßig in die USA, wo Markenprodukte wie Puppen, Figuren und Lizenzartikel stark nachgefragt werden. Plötzliche Zollandrohungen erschweren die Preiskalkulation, Lagerhaltung und auch die Bestellplanung. Lieferketten müssen kurzfristig angepasst werden, Bestellungen verzögern sich, und Produkte verteuern sich für Endverbraucher. Der US-Branchenverband Toy Association beobachtet die globalen Handels- und Zollentwicklungen genau, da sie die Wettbewerbsfähigkeit der Mitglieder direkt beeinflussen. Hersteller wie Isaac Larian, CEO von MGA Entertainment, warnen regelmäßig vor den Belastungen protektionistischer Maßnahmen. Er sagte bereits 2025, Branchenumfragen zeigten, dass insbesondere kleine Fachhändler unter dem Zolldruck leiden und ihre Geschäftsmodelle anpassen müssten. Die größte Herausforderung bleibt nach wie vor die Unberechenbarkeit politischer Entscheidungen.
Als juristischer Sieger ging Rick Woldenberg US-Unternehmer und Spielwarenhersteller gegen Donald Trump hervor. Woldenberg ist CEO des in Illinois ansässigen Spielwarenherstellers Learning Resources, einem auf pädagogische Lernspielzeuge spezialisierten Unternehmen. Die Marke steht für Bildungsprodukte wie Rechen- und Sprachlernsets, Sortierspiele, Klassenzimmermaterialien sowie Mint-orientierte Spielzeuge wie den programmierbaren Lernroboter „Botley“. Learning Resources beliefert sowohl Schulen als auch den Einzelhandel und gehört in den USA zu den etablierten Anbietern im Bereich Educational Toys. Im Zuge der verschärften US-Zollpolitik gegenüber China geriet Woldenberg öffentlich in den Fokus, weil er die massiven Auswirkungen der Strafzölle auf die Spielwarenbranche deutlich kritisierte. Hintergrund war die deutliche Anhebung von Importzöllen auf chinesische Waren. Da ein Großteil der US-Spielwarenproduktion seit den 1990er-Jahren in China angesiedelt ist, trafen die Maßnahmen die Branche unmittelbar.
Woldenberg machte deutlich, dass selbst Unternehmen wie Learning Resources, die bereits an einer Diversifizierung ihrer Lieferketten arbeiten, kurzfristig kaum in der Lage seien, Produktionskapazitäten vollständig zu verlagern. Extrem hohe kumulierte Zollsätze – zeitweise war von bis zu 145 Prozent die Rede – wirkten wie ein Importstopp. Die zusätzlichen Kosten könnten weder vollständig von den Herstellern getragen noch ohne deutliche Preissteigerungen an Verbraucher weitergegeben werden. Besonders problematisch sei die Unberechenbarkeit politischer Entscheidungen. Kurzfristige Ankündigungen und schnelle Inkraftsetzungen erschwerten Planung, Lagerdisposition und Vertragsgestaltung erheblich. Für eine stark saisonabhängige Branche wie die Spielwarenindustrie mit hohen Vorleistungen und Monate vor dem Weihnachtsgeschäft, bedeute dies ein erhebliches unternehmerisches Risiko. Der Fall Woldenberg wurde in US-Medien vielfach als Beispiel dafür aufgegriffen, wie protektionistische Maßnahmen selbst solche Unternehmen treffen, die nicht als klassische Billigproduzenten gelten, sondern auf Bildungsqualität und Markenaufbau setzen.
Die Spielwarenindustrie wurde damit zu einem anschaulichen Symbol für die realwirtschaftlichen Folgen eskalierender Handelspolitik. Doch wie sieht es mit den Zollauswirkungen auf den europäischen beziehungsweise deutschen Spielwarenmarkt aus? Der europäische und insbesondere deutsche Spielwarenmarkt spürt die Folgen der Zollunsicherheit deutlich, da die Zölle auf Spielwaren aus China steigen. Viele Unternehmen verlagern Teile ihrer Produktion in alternative Länder, um ihre Abhängigkeit von China zu reduzieren. In diesem Zusammenhang ist häufig von der „China-plus-one“-Strategie die Rede. Es ist eine Geschäftsstrategie, bei der Unternehmen ihre Abhängigkeit von China als Produktionsstandort verringern, indem sie zusätzlich ein weiteres Land für die Produktion hinzunehmen. Ziel ist es, Risiken durch geopolitische Unsicherheiten oder Handelskonflikte zu streuen und die Lieferketten widerstandsfähiger zu machen. Unternehmen behalten China meist als wichtigen Fertigungsstandort, erweitern aber ihre Produktionskapazitäten in andere Länder. Diese Strategie hilft, die Auswirkungen von Zöllen, politischen Spannungen oder Naturkatastrophen zu minimieren, erfordert jedoch auch zusätzliche Investitionen und eine komplexere Logistik. Unter anderem gilt Vietnam als Top-Alternative für Spielwaren, da es etablierte Produktionskapazitäten, niedrigere Lohnkosten und eine gute Anbindung an asiatische Lieferketten bietet. Es wird besonders für Soft Goods, Plüschtiere und einfache Kunststoffspielwaren genutzt. Aber auch Indien positioniert sich stark als neue Produktionsstätte, unterstützt durch staatliche Programme (National Action Plan for Toys) und eigene hohe Importzölle auf chinesische Spielwaren. Für den nordamerikanischen Markt, ist Mexiko ein wesentlicher Standort für „Nearshoring“. Allerdings entstehen auch hier durch den eskalierenden Drogenkrieg erhebliche Herausforderungen. Andererseits bietet es Vorteile bei Liefergeschwindigkeit und Zöllen für die USA und Kanada. Aber auch Thailand und Malaysia sind geeignete Standorte, insbesondere für hochwertigere Kunststoffspielwaren und komplexe Montagen. Für den europäischen Markt eignet sich die Türkei als Produktionsstandort, da hier besonders schnelle Lieferungen möglich sind.
Auch wenn viele Unternehmen nicht direkt in den USA produzieren, wirken sich transatlantische Spannungen indirekt auf Lieferketten, Kosten und Marktstrategien aus. Sollten US-Zölle auf Importe aus China ausgeweitet oder verschärft werden, würden sich globale Lieferketten erneut verteuern.
Parallel prüft die Europäische Kommission mögliche Gegenmaßnahmen. Angesichts geopolitischer Spannungen, Handelskrisen und der Ankündigung neuer Zölle, beispielsweise durch die USA, sucht die EU nach einer Balance zwischen wirtschaftlicher Sicherheit, Preisplanbarkeit und Stabilität der Lieferketten bei gleichzeitiger Offenheit.
Die aktuelle Rechtslage in den USA hat sich zugunsten von Unternehmen entwickelt, die von Trumps Zöllen betroffen waren. Der Supreme Court der USA erklärte am 26 zentrale Zölle, die ohne Zustimmung des Kongresses verhängt wurden, für rechtswidrig. Dadurch könnten US-Importeure Rückzahlungen in Höhe von 130 bis 175 Milliarden USD beanspruchen, inklusive Zinsen. Betroffen sind tausende Unternehmen, die bereits erhebliche Zölle gezahlt haben.
Für die globale Wirtschaft und insbesondere exportorientierte Branchen wie die Spielwarenindustrie bedeutet dies eine kurzfristige Entlastung für US-Importeure, dennoch bleibt langfristig eine Unsicherheit bestehen, da der Prozess der Rückzahlungen langwierig ist. Für europäische Exporteure hat dies unter anderem einen indirekten Effekt. Denn daraus könnte sich eine Stabilisierung der Handelskosten ergeben, da US-Partner weniger Zölle auf Importe weitergeben müssten.
Diese Entwicklung zeigt exemplarisch, wie politische Entscheidungen auf Präsidentenebene nicht nur die Märkte destabilisieren, sondern auch nachträglich finanzielle Verpflichtungen in Milliardenhöhe erzeugen können.

Der seit Tagen eskalierende Iran-Konflikt (Stand: 5. März 2026) bedroht zentrale Schifffahrtswege und hat bereits unmittelbare Auswirkungen auf globale Güterströme, Rohstoffmärkte und Logistikkosten. Der Verband Deutscher Reeder warnte am 28. Februar, dass die Krise „das Herz globaler Seehandelsrouten“ treffe und für viele Mitgliedsunternehmen eine akute operative Krise darstelle. Besonders betroffen sind die Straße von Hormus, der Suezkanal, der Golf von Oman, der Persische Golf sowie Teile des Mittelmeers und Roten Meers. Reedereien wie CMA CGM haben bereits Schutzmaßnahmen ergriffen und die Passage durch den Suezkanal eingeschränkt, während viele Schiffe weite Umwege über das Kap der Guten Hoffnung fahren müssen. Die Umleitungen verlängern Transportwege um Tausende Kilometer, addieren Transitzeiten von zehn bis 20 Tagen oder mehr und treiben die Logistikkosten deutlich in die Höhe. Parallel stiegen Versicherungsprämien für Schiffe in Risikogebieten stark an, wodurch die Gesamtkosten für den Transport importierter Waren steigen.
Die Eskalation wirkt sich auch auf die Rohstoffmärkte aus. Bereits in den ersten Tagen der Krise sind die globalen Ölpreise deutlich gestiegen. Mehrere Nachrichtenagenturen berichten von Brent‑Rohölpreisen oberhalb von etwa 100 USD pro Barrel und weiterem Aufwärtsdruck, (der Normalpreis der letzten Jahre lag eher zwischen 70 bis 80 USD) weil die Sperrung der Straße von Hormus, ein Knotenpunkt für die Versorgung mit etwa einem Fünftel des globalen Öls, die Lieferbedingungen verschlechtert. Analysten halten bei anhaltender Unsicherheit sogar Ölpreise weit über 100 USD pro Barrel nicht für ausgeschlossen.
Für die Spielwarenproduktion ist der Ölpreisanstieg wirtschaftlich relevant, weil viele Spielzeuge kunststoffbasiert sind und Kunststoff überwiegend aus Rohstoffen wie Naphtha hergestellt wird, dessen Preis stark mit dem Rohölpreis korreliert. Steigende Energie‑ und Rohstoffkosten verteuern die Inputpreise für Hersteller, was zusammen mit höheren Transportkosten die Gesamtkosten der Produktion anhebt und sich mittel‑ bis langfristig in Endpreisen für Konsumenten niederschlagen kann. Gleichzeitig erhöhen sich die Kosten für See‑, Luft‑ und Landfracht, weil Routen länger, der Treibstoffverbrauch höher und Frachtraten der Schifffahrt nachweislich stark angestiegen sind. Es gibt Berichte von sofortigen Zunahmen der Frachtkosten um 40 bis 50 Prozent oder mehr auf bestimmten Haupthandelsstrecken, und Supertanker‑Raten über 400.000 US-Dollar pro Tag, was die Ausgaben für die Lieferung großer Warenmengen drastisch erhöht.
Diese Veränderungen treffen die Spielwarenbranche in einer Phase, in der viele Hersteller bereits mit gestiegenen Vorlauf‑ und Rohstoffkosten zu kämpfen haben und die Inflation ihr Übriges tut.

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth äußert sich zur aktuellen weltpolitischen Lage in einem Statement: „Der Ausbruch eines Krieges wird wohl kaum positive Auswirkungen auf die Stimmung der Verbraucher haben. Die Verunsicherung durch die internationalen Krisen und Konflikte steigt immer weiter. Das ist Gift für den Konsum.“ Gleichzeitig hält der HDE laut einer Pressemitteilung vom 5. März die direkt spürbaren Auswirkungen des bewaffneten Konflikts in Nahost für zunächst überschaubar. „Aktuell sind die globalen Lieferketten des Einzelhandels nicht direkt betroffen. Ausnahmen können hier allenfalls Luftfrachtverkehre sein, die über das Drehkreuz in den Golfstaaten geleitet werden und nun neue Flugrouten nutzen müssen“, so Genth weiter. Dies alles trifft nicht nur die Branche und den Endverbraucher. Auch der Handel ist mit voller Härte betroffen. So äußert sich Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) sich mit Blick auf die aktuelle Krise wie folgt: „Wir erleben seit einigen Jahren eine zunehmende Verdichtung internationaler Krisen und geopolitischer Spannungen. Das betrifft grundsätzlich auch globale Lieferketten und kann kurzfristig Auswirkungen auf Warenverfügbarkeiten haben. Mit Blick auf die aktuelle Krise im Iran sehen wir jedoch, dass die deutsche Wirtschaft bislang noch nicht in gravierendem Maße betroffen ist. Mit Sorge blicken wir allerdings auf weitere Einschränkungen zentraler Handelsrouten wie der Straße von Hormus. Der freie und sichere Seehandel ist eine tragende Säule der Weltwirtschaft. Wenn Handelswege oder wirtschaftliche Beziehungen gezielt als politisches Druckmittel eingesetzt werden, schadet das der Stabilität globaler Märkte und untergräbt Vertrauen. Eine Instrumentalisierung von Handelsströmen zur Ausübung politischen Drucks lehnen wir ausdrücklich ab“. Und weiter: „Insgesamt zeigt sich: Die deutsche Wirtschaft ist heute deutlich widerstandsfähiger gegenüber internationalen Krisen als noch vor einigen Jahren. Der Großhandel übernimmt hierbei eine zentrale Rolle als Stabilitätsanker innerhalb der Lieferketten. Unabhängig von der wirtschaftlichen Bewertung sind unsere Gedanken bei den Menschen vor Ort. Wir hoffen sehr, dass die Krise bald beendet werden kann und sich die Lage nachhaltig stabilisiert.“

Neben steigenden Rohstoff- und Logistikkosten stellt die aktuelle Volatilität der Währungen ein weiteres Risiko für die Spielwarenbranche dar. Der Euro schwankt derzeit stark gegenüber dem US-Dollar und asiatischen Währungen, ausgelöst durch geopolitische Unsicherheiten wie den Iran-Konflikt. Für Unternehmen, die ihre Produkte in Asien fertigen lassen und in die USA oder nach Europa exportieren, wirken sich solche Schwankungen unmittelbar auf Importkosten, Preiskalkulation und Gewinnmargen aus. Ein schwächerer Euro verteuert Warenimporte, während ein starker Dollar Exporte in die USA zwar kurzfristig begünstigen kann, aber die Planungssicherheit stark einschränkt. Besonders für kleinere Hersteller und Fachhändler, die auf feste Einkaufspreise und langfristige Produktionspläne angewiesen sind, erhöhen diese Währungsrisiken die Unsicherheit und erschweren strategische Entscheidungen. Abschließend lässt sich zusammenfassen: Die Spielwarenbranche steht aktuell einer Vielzahl von Unsicherheiten gegenüber. US-Zölle, geopolitische Krisen wie der Iran-Konflikt sowie steigende Rohstoff- und Logistikkosten verschärfen die Volatilität auf globalen Märkten und beeinträchtigen Kalkulierbarkeit und Planungssicherheit. Unternehmen reagieren mit Diversifizierungsstrategien, wie der China-plus-one-Option oder Nearshoring, doch diese Maßnahmen erfordern hohe Investitionen und Anpassungsfähigkeit. Zum Redaktionsschluss (5. März 2026) bleibt unklar, wie sich diese Risiken langfristig entwickeln, doch die Branche muss flexibel bleiben, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Eskalation zeigt exemplarisch, wie anfällig globale Lieferketten für Konsumgüter wie Spielwaren sind – selbst kurzfristige Krisen können erhebliche Kosten- und Lieferauswirkungen nach sich ziehen.