Baby born: Mehr als eine Puppe
Puppen kommen nie aus der Mode. Besonders die Baby born Puppe begeistert seit Generationen und lässt viele Kinderherzen höher schlagen. Doch wie schafft sie es immer aktuell zu bleiben? Thomas Eichhorn, Geschäftsführer der MGA Zapf Creation erzählt im Interview, weshalb Baby born so erfolgreich ist.

der MGA Zapf Creation GmbH.

Herr Eichhorn, Baby born begleitet Kinder seit über 30 Jahren weltweit beim Rollenspiel. Wie gelingt es Zapf Creation, eine so etablierte Marke immer wieder neu zu erfinden und gleichzeitig den Kern des klassischen Eltern-Kind-Spiels zu bewahren?
Für einen Außenstehenden hat sich die Baby born Puppe nicht verändert, wir versuchen aber natürlich auf aktuelle Trends – sei es in der Mode – als auch in den Spielwelten der Kinder einzugehen und unser Sortiment behutsam weiterzuentwickeln, so dass der Kern der Marke behalten wird, aber kontinuierlich neue Ideen und Verbesserungen umgesetzt werden. Das Puppenspiel hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht grundsätzlich verändert. Baby born liefert aber seit jeher mehr als nur Puppen für das klassische Babyspiel.
Zapf ist dafür bekannt, nicht nur einzelne Puppen, sondern eine umfassende und vielseitige Produktwelt rundherum zu schaffen. Welche strategischen und emotionalen Vorteile sehen Sie darin, und wie trägt diese Erweiterung dazu bei, das Markenerlebnis für Kinder und Eltern nachhaltig zu stärken?
Zuerst einmal gehören Zubehörteile wie eine Babytrage, eine Wickeltasche oder ähnliches zum klassischen Babyspiel dazu. Kinder kennen diese Accessoires aus der echten Welt und spielen dann einfach das Erlebte und Gesehene damit nach. Für uns ist aber auch wichtig, dass sie das Spiel der Kinder mit den Produkten im Laufe des Lebenszyklus einer Puppe verändert. Ein siebenjähriges Kind spielt anders mit der Puppe als ein dreijähriges Kind, weshalb wir relevante Themen für jede Altersgruppe aufgreifen. Am Anfang ist die Baby born Puppe Emma ein Baby, das auch wie ein Baby behandelt wird. Mit steigendem Alter wird die Puppe eher zur Freundin, mit der dann auch mehr erlebt wird. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Kinder mit dem Nebeneffekt, dass die Eltern den positiven Einfluss des Puppenspiels auf die emotionale als auch soziale Entwicklung der Kinder schätzen.

Wie gehen Sie grundsätzlich bei der Entwicklung neuer Puppenkonzepte vor? Und worauf achten Sie, um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Kindern verschiedenen Alters gerecht zu werden?
Es geht vor allem um die Relevanz der Themen im Alltag der Kinder. Sobald diese gewährleistet ist, arbeiten wir spielerische Konzepte aus, die aber auch unterschiedliche Spielmöglichkeiten für die Kinder innerhalb der Zielgruppe haben. Ein dreijähriges Kind nutzt möglicherweise noch nicht alle Funktionen eines Produktes, damit bleibt ein Produkt aber auch für einen längeren Zeitraum relevant und wird somit länger bespielt.
Mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen: Wie setzt Zapf Creation Themen wie Gender, Diversität und Inklusion in der Produktgestaltung konkret um? Sehen Sie darin eine dauerhafte Veränderung im Spielwarenmarkt oder eher einen kurzfristigen Trend?
Wir sind überzeugt: Diversität ist kein Trend, sondern ein grundlegender Bestandteil unserer Gesellschaft – und damit auch Teil des Spiels im Kinderzimmer. Unsere Puppenwelten sind seit Jahren vielfältig ausgerichtet, was Hautfarben, Geschlechterrollen, Outfits und Geschichten betrifft.
Werfen wir noch einen allgemeinen Blick auf das Spielzeug „Puppe“: Worin liegt aus Ihrer Sicht der besondere Reiz von Puppen für Kinder, und welche Bedürfnisse oder Emotionen sprechen sie im kindlichen Spiel an?
Puppen geben Kindern die Möglichkeit, eigene Erlebnisse, Gefühle und Alltagssituationen spielerisch zu verarbeiten. Das kann einfühlsam, fürsorglich oder auch wild und experimentell sein. Die Beziehung zu einer Puppe kann sehr innig und liebevoll sein – und Baby born Produkte begleiten ein Kind über viele Jahre hinweg. Im Spiel mit Puppen entwickeln sich wichtige soziale Fähigkeiten, Kinder können ihre Kreativität ausleben und erleben ein Gefühl für Selbstverwirklichung. Diese Tiefe macht den Reiz aus – und erklärt, warum Puppen so relevant sind.


Welchen Stellenwert haben Puppen heute noch im Kinderzimmer, insbesondere in einer Zeit, in der digitale Spielangebote immer präsenter werden?
In unserer Zielgruppe der Vorschul-Kinder spielen digitale Spielangebote eher eine untergeordnete Rolle. Hier sind physische Produkte nach wie vor hoch im Trend und diese werden auch von den Eltern als Teil der kindlichen Entwicklung als bedeutsam angesehen. Zur Unterstützung gibt es seit 2023 die Baby born Animationsserie auf YouTube und anderen digitalen Plattformen wie toggo.de, in der Baby born Emma Situationen des Alltags meistert und mit Teddy und ihren Freunden Annabell, Jonas & Eva in eine fantasievolle Welt eintaucht. Die Serie mit kindgerechten Songs dient auf der einen Seite als zielgruppengerechte Unterhaltung, auf der anderen Seite aber auch als Spielinspiration für die Kinder.
Wie wichtig wird die Puppe Ihrer Meinung nach auch in Zukunft für Kinder und den Spielwarenmarkt sein?
Wir sind davon überzeugt, dass Puppen auch in Zukunft einen festen Platz im Leben von Kindern haben werden. Es mag visuelle als auch funktionale Veränderungen geben – aber der emotionale Wert, den sie für Kinder und ihre Eltern haben, bleibt bestehen. Im kommenden Jahr feiert unsere Marke Baby born 35-jähriges Jubiläum und wir sind natürlich Stolz darauf über die Jahrzehnte so viele Kinder begleitet zu haben und das auch in Zukunft noch zu tun.