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Frisch auf den Tisch, Folge 2

In regelmäßigen Abständen werden wir auf toys-kids.de Brettspiel-Rezensionen von Spieleexperte Peter Neugebauer präsentieren. Immer frisch. Immer aktuell.

"DIE WIKINGER SAGA" steckt voller überraschender Wendungen

Verlag: Schmidt
Autoren: Christian Fiore & Knut Happel
Illustration: Michael Menzel
Zielgruppe: Familien und Kenner
Anzahl/Alter: 2-4 Spieler ab 12 Jahren
Art: Reisespiel mit Deck-Building
Neuheit: Nürnberg 2020

Ob zu Fuß oder mit dem Drachenboot, die Wikinger stürmen voran und sammeln an entfernten Orten Schätze und Ruhm. Dabei geht bei jedem Abenteuer ein Krieger verloren, der nach Walhalla geschickt wird, um dort im letzten Kampf noch einmal gute Dienste zu leisten. Deshalb ist es wichtig, mit erobertem Gold neue Wikinger anzuheuern.

Ein neuartiger Zugmechanismus bewegt zunächst die gesamte Wikingerschar, also alle Spieler, sie sitzen ja im selben Boot. Dann aber zieht noch jeder individuell gemäß einer ausgespielten Karte. Diese können zusätzliche Sonderaktionen bewirken wie das Rekrutieren neuer Kämpfer außerhalb der Reihe. Ist das ferne Land erreicht und das Plündern hoffentlich erfolgreich, kann jeder das Abenteuer beenden. Weitere Gewinne locken. Hoffentlich ist man nicht zu gierig, denn Verluste werden zum Ende hin immer wahrscheinlicher. Aber bald schon beginnt ein neuer Aufbruch. Acht Abenteuer werden durchgespielt.

Ein Herzstück des Spiels bildet die Zusammenstellung des eigenen Kartendecks mit immer wieder neuen Wikingern, die unterschiedlich kosten und verschiedene Fähigkeiten mitbringen. Dann muss für letzte lange Reise über den Regenbogen in Thors-Reich auch die richtige Mannschaft zusammengestellt werden. Das alles sind strategische Entscheidungen, die während des Spiels anfallen. Dem gegenüber stehen etliche Zufälle, wenn bspw. das Boot schneller voranprescht als gewünscht. Hier relativiert sich dann das Können eines jeden einzelnen. Viele, viele Karten erlauben immer wieder andere Abenteuer. Die Regel ist recht lang aber gut strukturiert. Die Illustrationen sind sehr stimmungsvoll. (pen)

Auf "HARVEST ISLAND" wird Obst geerntet

Verlag: Jumbo
Autor: Chih-Fan Chen
Illustration: Cinyee Chiu
Zielgruppe: Familien mit Anspruch
Anzahl/Alter: 2-4 Spieler ab 8 Jahren
Art: Sammelspiel
Neuheit: Nürnberg 2019

Formosa, die Insel im Indischen Ozean, ist vom Klima gesegnet. Wärme und Luftfeuchtigkeit während des gesamten Jahres sorgen für Obsternte zu allen Jahreszeiten. Freilich wachsen im Frühjahr andere Früchte als im Herbst oder Winter. Wer das im Blick hat, wird viele Mangos, Litchis oder Dragonfruits pflücken und so letztendlich gewinnen.

Drei Feldkarten stehen jedem zur Verfügung. Mit Obstkarten, die die Spieler auf der Hand halten, werden diese bestückt. Die erste Karte kommt in den Boden, als Samen. Sie wird unter die Feldkarte geschoben. Weitere gleiche Früchte werden oben angelegt, es wird gepflanzt. Und schließlich will man den Erfolg ernten. Dann erbringen alle gepflanzten Obstkarten Siegpunkte. Dieser einfache Spielrhythmus wird durch viele thematisch sinnvolle Spielkniffe verfeinert. Mit Düngekarten bringt man sich in Vorteil. Dünger will aber erst einmal verdient werden. Jeder rangelt um die Mehrheit der Fruchtsorten. Und das Wetter kann einem im Jahresverlauf auch noch einmal wertvolle Ernte verhageln.

Es gibt viele kleine Mechanismen, die thematisch sinnvoll und spielmechanisch geschickt ineinandergreifen. Dementsprechend muss ständig abgewogen werden, welche Handlungsalternative optimal ist. Dabei werden Fehler gemacht, die letztendlich über Sieg und Niederlage entscheiden. Zufall spielt nicht die entscheidende Rolle. Das Thema ist mit seinen exotischen Früchten ungewöhnlich. So muss man sich auch an die Grafik gewöhnen. Die Regel ist an einer Stelle missverständlich. Da hilft ein Blick in den englischen Text. (pen)

In "TINY TOWNS" entstehen winzige Dörfer

Verlag: Alderac Entertainment Group (AEG)
Vertrieb: Pegasus
Autor: Peter McPherson
Illustration: Gong Studios
Zielgruppe: Familien
Anzahl/Alter: 1-6 Spieler ab 8 Jahren
Art: Aufbauspiel
Neuheit: Nürnberg 2020

Jeder baut seine kleine Stadt. Ein schmaler Landstrich mit 4x4 Feldern steht jedem zur Verfügung. Ressourcen werden gewonnen und mit diesen Gebäude errichtet. Als wahrer Architekt entpuppt sich schließlich, wer mit Weitsicht plant, denn Landhäuser müssen durch Bauernhöfe versorgt, Wirtshäuser geschickt platziert werden, uvm.

Eine aufgedeckte Karte bestimmt, welchen Rohstoff sich alle Spieler nehmen dürfen und auf ihrem Spielbrett ablegen müssen. Jede dritte Ressource darf allerdings frei gewählt werden. So arrangiert jeder in seinem Stadtaufriss Dreier- und Viererreihen, die dann, wenn sie passend sind, in Gebäude umgemünzt werden. Jedes Haus benötigt einen Bauplatz und verschmälert die Auslage, die sukzessive kleiner wird. Außerdem stehen etliche Bauten zueinander in Wechselwirkung. Diese gilt es zu Spielbeginn zu erkennen und dann in seiner Planung zu berücksichtigen, was aber nur dann gut gelingt, wenn auch der Nachschub passt. Werden falsche Rohstoffe ausgeschüttet, muss man umdisponieren.

Das Spiel hat mehr strategische Momente, als zunächst vermutet. Man muss von Anfang an sehr genau darauf achten, was man bauen möchte, kann und sollte. Da in jedem Spiel andere Gebäudekarten ausliegen und diese in immer anderer Konstellation zueinanderstehen, ist der Aufbau der eigenen Tiny Town stets eine echte Herausforderung. Die Regel ist gut, das Holzmaterial üppig. (pen)

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