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Vertical is the new Black

Games Workshop ist es in seinem über 40-jährigen Bestehen gelungen, kontinuierlich zu wachsen. Das ist nicht nur dem Innovationswillen des Unternehmens zu verdanken, sondern auch seiner vertikalen Integration. Denn von der Konzeption über die Fertigung bis hin zur Distribution läuft alles über das Hauptquartier, den „Warhammer-Campus“, in Nottingham – geradezu eine Bastion, die noch so manchem Sturm trotzdem wird.

„Dem Games Workshop Businessmodell liegt eine einfache Strategie zugrunde: Wir stellen die besten Fantasy-Miniaturen der Welt her und verkaufen diese rund um den Erdball für Profit. Wir haben vor, dies für immer zu tun. Alle unsere Entscheidungen sind auf den langfristigen Erfolg ausgelegt, nicht auf einen kurzfristigen Gewinn.“
So das Statement auf der Investorenseite des Herstellers aus Nottingham. Eine klare und vermeintlich simple Aussage. Sieht man jedoch genauer hin, wird deutlich, was es tatsächlich bedeutet, dieses Modell in die Realität umzusetzen – vor allem am Beispiel der Miniatur-Figuren selbst. Der Weg von deren Konzeption bis zu ihrer Auslieferung an die Händler beinhaltet viele Schritte und die unterschiedlichsten Experten, die entlang der Wertschöpfungskette ihr Wissen und ihre Kompetenzen zum Einsatz bringen.
Konzept und Design unterliegen einem kreativen Prozess, der zwischen Miniaturdesigner, Illustratoren und Autoren aufgeteilt ist. Dabei entscheidet sich beispielsweise, zu welchem Warhammer-Universum eine Figur gehören wird, welche Spielfunktionen sie hat und natürlich, wie sie aus-sehen soll. Dieser Prozess kann zwei bis drei Jahre dauern, manchmal sogar etwas länger.
Im nächsten Schritt gestalten Spezialisten die Bausätze für die Miniaturen, das heißt, sie entscheiden, wie die Einzelteile in der Box aufgeteilt und wie sie zusammengefügt werden – beispielsweise durch stecken oder kleben.

Auf dem „Warhammer-Campus“ in Nottingham laufen von Design bis hin zur Distribution alle Fäden zusammen

Die Designer erstellen ihre Konzeptarbeiten digital

Als nächstes erstellen die Werkzeugmacher die Gussformen, die für das folgende Spritzgussverfahren nötig sind. Der Spritzguss selbst erfolgt ausschließlich in einer der zwei Fabriken auf dem „Warhammer-Campus“ in Notthingham. Einmal gegossen, gelangen alle Bestandteile für die jeweiligen Bausätze auf eine Packstraße. Von dort geht es weiter ins Logistikzentrum und von hier in alle Welt – sei es an Handelspartner und Endkunden in Europa, Russland, den Nahen Osten und Afrika oder in die Games Workshop eigenen Verteilerzentren in Memphis, Tennessee oder Sydney, Australien.
Bevor aber die Massenproduktion anläuft, werden die ersten Modelle von eigenen von Games Workshop beschäftigten „Paint Teams“ bemalt. Sie gestalten detaillierte Schau-Modelle für Produktfotos und Ausstellungen. Diese Teams arbeiten zum Teil im Akkord, um ganze Figuren-Sammlungen für die Foto-Shootings fertigzustellen. Dabei greifen sie auf dieselben Farben zurück, die auch den Fans im Fachhandel zur Verfügung stehen. Natürlich spielt Erfahrung beim Bemalen eine Rolle, aber letztendlich bedeutet dies für die Fans, dass auch deren Figuren so professionell aussehen können, wie die Vorlagen auf der Webseite oder auf der Verpackung.

Sind die Figuren fertig bemalt, folgt das eigentliche Shooting der Produktbilder für die Verpackungen und Warhammer-Webseite beziehungsweise für die Webseiten der (Online-)Händler. Sind die fertig, schließen die Verpackungsdesigner den Look der Boxen ab. Danach geht das Produkt als Ganzes in die Massenherstellung.
Für Fans und Händler sind Qualität beziehungsweise Verfügbarkeit der Produkte zentral wichtig – vor allem die Verfügbarkeit der Bestseller. Die liegt bei 95 Prozent und macht es für Händler somit nicht notwendig, diese ständig auf Lager zu haben. Um beides zu gewährleisten, hat sich Games Workshop im Lauf seiner 40-jährigen Geschichte jede Menge Know-how ange-geignet und vor allem Kapazitäten geschaffen, um möglichst viel in Eigenregie zu verwalten. So werden sogar die Farbtöpfchen der Citadel-Farben vor Ort in Notthingham gegossen und gefüllt, ebenso werden alle Druckerzeugnisse wie Bauanleitungen und Kleinauflagen auf dem „Warhammer Campus“ gedruckt.

Qualitätskontrolle wird bei Games Workshop groß geschrieben

Games Workshop strebt für seine Bestseller zu jeder Zeit eine Lagerverfügbarkeit von 95 Prozent an

Die Herstellung eines Resin-Vorabgusses

Neben der Infrastruktur zur Herstellung der Miniaturen, hat sich Games Workshop eine eigene Support-Struktur vor Ort geschaffen. Auf dem hauseigenen, 45.000 Quadratmeter großen „Warhammer Campus“ findet man nicht nur Verwaltung, Produktionsanlagen, Lager und Distributionseinrichtungen, hier sind auch die Produktdesigner, der Vertrieb, die Lizenzabteilung und der Kundenservice zu Hause. Sogar für Endverbraucher gibt es dort einiges zu sehen: Jedes Jahr pilgern Fans aus aller Welt zum „Campus“, um dem Exhibition-Zentrum, dem Flagship Store und „Bugman‘s Bar“, dem hauseigenen Warhammer Pub, einen Besuch abzustatten.
Games Workshop wächst seit über 40 Jahren, es ist breitbeinig aufgestellt, seine vertikale Integration macht es robuster und unabhängiger als viele andere Unternehmen, deren Wertschöpfungs- und Lieferketten ausgelagert sind. Wie ihre Figuren sehen die Nottinghamer trotzig dem entgegen, was da kommen mag. Brexit? Das kann doch einen echten Trooper nicht erschüttern, meint man ihren Blick zu deuten. That‘s the spirit!

games-workshop.com

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