Promi-Kinderwagen und Babytücher

Promi-Kinderwagen und Babytücher

Mit Kinderwagen im TV fing es an: Als ein Bugaboo-Wagen durch die US-Kultserie „Sex and the City“ fuhr, wurde die bis dahin vor allem im Heimatmarkt Holland bekannte Marke schlagartig berühmt. Die hochpreisigen Kinderwagen wurden zum Muss für junge Familien, die sich mitten im Babystress trotzdem trendy und cool fühlen wollten.

Tücher der Marke aden + anais sind auch bei Promis hoch im Kurs

Inzwischen kursieren im Internet und in der Presse viele Schnappschüsse von Celebrity-Eltern, die eine bestimmte Marke für ihren Nachwuchs nutzen.
So rückt auch die möglichst stylische Wickeltasche, der man ihre Funktion am besten gar nicht mehr ansehen soll, in den Blickpunkt: Auf der Homepage von Lässig zum Beispiel sind unter der Rubrik „Staralarm“ Promis mit Lässig-Taschen zu sehen, zum Beispiel Anna Loos oder Heino Ferch. Geschäftsführerin Claudia Lässig glaubt, „dass es sicherlich zur Kaufentscheidung beitragen kann, wenn ein beliebter Promi ein bestimmtes Produkt nutzt. Insbesondere, wenn es keine bezahlte Werbung ist.“ Mütter, so ihre Überzeugung, möchten heutzutage nicht mehr auf modische Kleidung und Accessoires verzichten. „Prominente Mütter, wie etwa Herzogin Kate oder Heidi Klum, machten es vor. „Lifestyle-Bilder mit bekannten Müttern, die Wickeltaschen als modisches Accessoire nutzen, sind somit auch für die Babybranche relevant.“ Apropos Kate und englisches Königshaus: Das US-Unternehmen aden + anais bekam die Wirkung adeliger Produktnutzung direkt zu spüren: Das Musselin-Tuch mit Vogelmotiv, mit dem der kleine Prince George nach seiner Geburt auf dem Nachhauseweg gesichtet wurde, war in Großbritannien nach zwei Stunden ausverkauft.
Aber auch sonst nutzt aden + anais den Starfaktor: Auf der internationalen Webseite finden sich unter der Rubrik Celebrities Bilder etwa von Beyoncé, Uma Thurman oder Ben Affleck, die Tücher von aden + anais bei ihrem Nachwuchs einsetzen – ganz konkret (und geschäftstüchtig) mit dem Hinweis aus welcher Kollektion das jeweilige Tuch stammt.
Auch der Kinderwagen-Hersteller Cybex zeigt die Schnappschüsse mit Promis, die Cybex-Produkte benutzen, auf seiner Webseite. „Unseren Händlern und Mitarbeitern gibt das ein gutes Gefühl, macht stolz auf die Marke Cybex“, sagt Marketing-Chef Jan Erdweg. Wie diese Promi-Bilder bei den Kunden ankämen, sei schwer zu sagen, da laufe vieles sicher unbewusst. „Aber sie stärken auf jeden Fall die Marke“, so Erdweg. „Und wenn der „Daily Mirror“ mit 100 Millionen Lesern ein Bild mit Keira Knightley zeigt und dabei sogar unsere Marke nennt, erhöht das natürlich den Bekanntheitsgrad.“
Dabei müssen es nicht immer Schauspieler oder Royals sein. Im wintersportbegeisterten Österreich passt auch eine erfolgreiche Sportlerin als Markenbotschafterin: So weist der Babymatratzen-Hersteller Träumeland stolz daraufhin, dass Skiweltmeisterin Marlies Schild bei ihrem Nachwuchs auf Träumeland-Produkte setzt und – noch als werdende Mama – die Produktion in Hofkirchen besucht hat.

„Der Kinderwagen ist das neue Statussymbol junger Eltern. Während den Kinderstuhl oder die Wiege nur Besucher zu Hause bewundern können und der Autokindersitz im Fahrzeug „versteckt“ ist, sieht den Kinderwagen jeder.“ Das sagt Steffen Kahnt, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels (BVS). „Entsprechend wichtig ist es, dass der Kinderwagen zum modischen Stil der Eltern passt. Und sportliche Eltern bleiben in Bewegung, wenn sie die Kleinen im Jogger beim Laufen mitnehmen.“
Aktuell gefragt sind, so der BVS, hochwertige multifunktionale Kinderwagen, bei denen sowohl Babyschale, Babywannen und Sportwagenaufsatz flexibel und komfortabel befestigt werden können. Ledergriffe sind inzwischen ein Muss und Melangetextilien im Trend.

David Backam mit Tochter und Kinderwagen von iCandy

Maite Kelly am iCandy-Stand in Köln

Welchen Kinderwagen fährt David Beckham und in welches Tuch ist der kleine englische Prinz eingewickelt? Schnappschüsse mit Promis, die bestimmte Produkte nutzen, werden für die Hersteller immer wichtiger. Meist verbreiten sie die Fotos stolz auf ihrer Webseite oder in den sozialen Netzwerken. PR-Expertin Martina Ganzbuhl von der Agentur Griffiths Consulting erklärt, wie das funktioniert und was es bringt.

Frau Ganzbuhl, wie wichtig sind Schnappschüsse von Promis für Marken?
Promis als Markenbotschafter sind ein wichtiges Marketinginstrument, denn sie erhöhen die Aufmerksamkeit für ein Produkt und wecken Begehrlichkeiten bei den Verbrauchern. Daher sind zum Beispiel für unseren Kunden iCandy Bilder von Promis mit einem iCandy Kinderwagen, der im Alltag verwendet wird, sehr wichtig. Für die Konsumenten ist es immer schöner zu sehen, dass die Produkte von den Prominenten auch wirklich tagtäglich benutzt werden und vom Promi selbst ausgewählt wurden. So ein Schnappschuss hat daher mehr Glaubwürdigkeit als ein klassisches Werbeplakat mit einem Prominenten.

Es ist ja keine klassische Werbung, aber wie schätzen Sie den Effekt ein, wie reagieren die Kunden darauf?
Bereits 1940 fanden Forscher heraus, dass Meinungsmacher, mit denen sich Personen identifizieren und denen man vertraut, mehr Einfluss auf Entscheidungen haben als klassische Werbung. Daher schätzen wir Promis als Meinungsmacher als sehr effektiv ein, denn wenn angesagte Promis mit hohem Ansehen ein bestimmtes Produkt oder Kleidungsstück verwenden, denken viele „Cool, das möchte ich auch haben“.

Nach Ihrer Erfahrung, welcher VIP hatte die bislang größte Wirkung?
Damit ein VIP auch Wirkung hat, braucht ein Unternehmen einen Experten, der sich im Markt, bei der Zielgruppe und in der Promi-Welt auskennt und deshalb den richtigen Promi auswählt. Der Promi muss immer zur Marke und zum Produkt passen, sonst ist die ganze Sache unglaubwürdig. Bei iCandy haben die britischen Fashionikonen David und Victoria Beckham natürlich perfekt gepasst.

Wer kommt in Deutschland gut an?
In Deutschland sind unter anderem die modebewusste TV-Moderatorin Nazan Eckes sowie Fashion-Designerin und Sängerin Maite Kelly Fan von iCandy-Kinderwagen. Maite war auch auf der diesjährigen Messe Kind + Jugend bei iCandy zu Gast und hat Fashion- und Lifestyle- Bloggerinnen die neue Kollektion präsentiert.

Wie erklären Sie sich diese Entwicklung, dass solche Lifestyle-Bilder auch in der Babybranche relevant geworden sind?
Die Babybranche lernt von anderen Branchen. In der Automobil- oder der Modebranche sind solche Bilder mit Promis schon lange verbreitet. Früher hat man auf einen Abdruck in einer Zeitschrift oder einen Ausschnitt in einem Fernsehbericht gehofft. Heutzutage wird, auch dem Internet geschuldet, immer mehr über Bilder kommuniziert. Denn Online werden ständig neue Bilder veröffentlicht, geteilt und kommentiert. Hier zeigen Meinungsmacher wie Prominente oder Blogger der Welt private Einblicke aus dem Alltag und so kommt eins zum anderen. Selfies sind omnipräsent im Netz und auch Promis sind hier keine Ausnahme. Denn auch die Prominenten sind stolz auf ihren Nachwuchs und möchten die Welt an ihrem Glück teilhaben lassen.

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