Unternehmen - Avova

Sicherheit im Fokus

Im März ging mit Avova ein neuer Kindersitzhersteller an den Start, der in Sachen Kindersicherheit keine Kompromisse eingeht. Dafür sorgen ein Team aus engagierten Sicherheitsexperten und einem Mann an der Spitze, der über jahrelange Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Autokindersitzen verfügt. Astrid Specht sprach mit Geschäftsführer Manfred Held über seinen Neuanfang, seine Ansprüche und seine Pläne.

Avova-Gründer und Geschäftsführer Manfred Held mit Enkelin Romy

Herr Held, Sie arbeiten bereits seit den 80er Jahren in der Branche. Es ist mutig von Ihnen, nach so langer Zeit noch einmal von vorne anzufangen. Wie kam es dazu und wie kommt Ihnen die Erfahrung, die Sie in über 30 Jahren sammeln konnten, zugute?
Die Kindersicherheitsbranche ist eine sehr interessante und so vielseitige Branche, da macht es auch nach über 30 Jahren noch Spaß! Insbesondere mit einem großartigen Team und der Erfahrung und dem Wissen, was funktioniert und was nicht, Kindersitze zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben.

Avova hat im März 2019 offiziell den operativen Betrieb aufgenommen. Wie sah die Planungsphase im Vorfeld aus – welche Weichen wollten Sie gestellt wissen, bevor es richtig los ging?
Wir haben einige Jahre vorher begonnen, unsere Produkte zu entwickeln. Seit Herbst 2018 haben wir unseren Star, den Star-Fix und den Sperling-Fix auf mehreren Testanlagen getestet und immer wieder verbessert. Bis wir dann letztendlich der Meinung waren, dass die Produkte ohne Kinderkrankheiten reif für den Markt sind.

Sie sagen selbst, Sie wollen mit Ihrer „gesammelten Erfahrung noch einmal ganz von vorne beginnen und (...) einen einwandfreien Autokindersitz entwickeln, der zu 100 Prozent alltagstauglich ist und ohne unnötigen Schnickschnack auskommt.“ Was genau wollen Sie mit Ihren Kindersitzen anders oder sogar besser machen als Ihre Mitbewerber? Was sind Ihre USPs?
Der Markt für Kinder- und Babysicherheitsprodukte hat sich im Laufe der Jahre ziemlich verändert. Insbesondere mit der neuen Regelung UN ECE R-129 kam viel Bewegung in die gesamte Branche. Wir entwickeln nur Sitze, die nach der neuesten europäischen Norm zugelassen sind. Das heißt, unsere Sitze wurden nach den neuesten Teststandards überprüft. So gehören unter anderem verbreiterte Gurtführungen, die sicherstellen, dass der Becken- und Schultergurt optimal sitzt, zu den wichtigen Sicherheitsmerkmalen.Eine weitere Neuerung ist der integrierte Seitenaufprallschutz, der in die besonders tiefen Seitenwangen der Kindersitze eingebaut ist: ISIP (integrated side impact protection). Statt dafür Breite draufzupacken, hat Avova smarte Sicherheitstechnik in den Sitz gesteckt – für einen verbesserten Seitenschutz und Platz für weitere Fahrgäste auf der Rückbank. Bei unserem Sperling-Fix i-Size ist es gelungen, dass auch die großen Kinder in einer richtigen Liegeposition reisen können. Das macht ihn komfortabel.

Wo produzieren Sie Ihre Kindersitze und durch welche Instanzen lassen Sie deren Sicherheit prüfen?
Wir produzieren unsere Kindersitze im schwäbischen Ulm. Alle Produkte durchlaufen während der Produktion strenge Kontrollen bis zur Endkontrolle. Darüber hinaus lassen wir regelmäßig unsere Produkte durch den technischen Dienst und weitere Prüfinstitute prüfen.

Bitte beschreiben Sie Avova in drei Worten. Welches Konzept steckt hinter Avova? Was ist die Essenz Ihres Unternehmens?
Avova steht für Zuverlässigkeit, höchste Qualitätsansprüche und Kundennähe. Durch unser noch sehr übersichtliches Organigramm sind die Kommunikationswege kurz. Jeder Mitarbeiter steht hinter den Produkten und zeigt vollstes Engagement.

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren – bezogen auf Ihre Händler und die Endkunden? Welche Ziele haben Sie sich für die innere Entwicklung von Avova in dem Zeitraum gesteckt?
Wir gehören vielleicht bis dahin immer noch nicht zu den großen Kindersitzherstellern, aber wir hoffen, dass in Zukunft die Händler Freude haben, mit uns zusammen zu arbeiten und Eltern und Kinder unsere Produkte schätzen. Auch wenn wir uns vergrößern, ist es unser Bestreben, weiterhin ein motiviertes und schlankes Team mit kurzen Entscheidungswegen zu bleiben und viel Freiheit für jeden Einzelnen zu bewahren.

Die ersten Modelle von Avova: der Avova Sperling-Fix ...

... der Avova Star-Fix und der Avova Star (unten)

Welche Maßnahmen haben Sie in die Wege geleitet, um Bekanntheit bei Händlern und Kunden zu erlangen? Wie wollen Sie das Vertrauen der Händler aber auch der Endverbraucher gewinnen?
Die Bekanntheit bei Händlern haben wir vor allem durch Veröffentlichungen in Fachmagazinen erweitert. Dieses Jahr werden wir erstmals bei der Messe „Kind + Jugend“ in Köln mit einem eigenen Stand vertreten sein. Durch unsere Website und unsere Social-Media-Kanäle sind wir auch Endkunden bekannt geworden und interagieren bereits fleißig.

Wie unterstützt Avova den Handel – durch Shop in Shop-Systeme, Multi-Channel-Lösungen, Berater-Hotline?
Kindersitze sind Sicherheitsprodukte, deshalb setzen wir auf fundierte Schulungen der Händler. Und über unsere Hotline sind wir immer erreichbar. Shop in Shop-Systeme werden dann in einem nächsten Schritt folgen.

Welche Pläne haben Sie für den internationalen Handel?
Unser Fokus liegt auf dem deutschsprachigen Markt. Darüber hinaus wollen wir mit Made in Germany in Asien punkten.

Was macht ein Unternehmen, das Kindersitze produziert aus Ihrer Sicht erfolgreich? Und was muss man tun, damit das auch so bleibt?
Es ist wichtig in punkto Sicherheit auf dem neuesten Stand zu sein, wie gerade jetzt mit der R129. Hier muss man wirklich ständig am Ball bleiben, denn es tut sich immer wieder was, ob in der Norm, beim technischen Standard oder bei den Kundenwünschen. Es gibt viel zu tun!

Welche Wege werden Sie gehen und welche werden Sie bewusst vermeiden, um Avova voranzubringen?
Wir bauen auf die Kooperation mit allen, die die Kindersicherheit voranbringen.

avova-childcare.com

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