Fokus

Kinder brauchen Werte

Bereits im Kindesalter ist es von großer Bedeutung, Kindern Grundwerte zu vermitteln, die sie zu aufrichtigen und selbstbestimmten Individuen heranwachsen lassen. Um den Kindern diese Werte zugänglich zu machen, setzt Impuls Soziales Management in seinen Kindertagesstätten auf Toleranz, Authentizität und Partizipation als Grundsätze eines wertegeleiteten Handelns.

Unsere Gesellschaft befindet sich in dauerhaftem Wandel. Noch vor 20 Jahren wurden Alltag, Umwelt und Erziehung aus einem anderen Blickwinkel betrachtet als heute. Das bedeutet, dass die Erwachsenen (Eltern) von heute, unsere Kinder auf eine Welt vorbereiten müssen, die sie selbst noch nicht wirklich kennen. Viele Aspekte dieser Zukunft sind weder vorhersehbar, noch durch uns beeinflussbar. Was wir jedoch leisten können ist, unseren Kindern Werte an die Hand zu geben, mit denen sie eine friedfertige und tolerante Gesellschaft gestalten können und in der Lage sein werden, zu aufrichtigen und selbstbestimmten Individuen heranzuwachsen. Die drei Grundwerte Toleranz, Authentizität und Partizipation werden daher in den Einrichtungen durch die pädagogischen Fachkräfte vorgelebt, von den Eltern erwartet sowie den Kindern vermittelt und wirken in alle Bereiche der Erziehungspartnerschaft mit ein.

Toleranz

Toleranz als Wert ist in unserer pluralistischen Gesellschaft unverzichtbar geworden. Ob nun die Mutter des besten Freundes eines Kindes ein Kopftuch trägt, im Rollstuhl sitzt oder ob dieser beste Freund bei zwei Mamas wohnt, soll für das Kind und seine Eltern keine wertende Rolle spielen. Wird dem Kind also vermittelt und vorgelebt, dass der Mensch im Vordergrund steht, nicht seine Hautfarbe, Religion, sexuelle Orientierung, Kleidung oder anderes, wird dies vielerlei Auswirkungen haben: Das Kind ist freier von Vorurteilen und gewinnt dadurch viele Möglichkeiten, mit wunderbaren Menschen in Kontakt zu treten. Es wird in seinem Leben fairere Entscheidungen treffen und allen Menschen mit einer neutralen Grundhaltung begegnen. Es wird sich selbst nicht scheuen, etwa über die eigene sexuelle Orientierung zu reflektieren und sich Eltern und Freunden anzuvertrauen, wodurch ihm unter Umständen psychische Belastungen erspart bleiben können. Dies sind nur die offensichtlichsten Auswirkungen. Und diese Vielfalt kann bereichernd auf die Entwicklung sozialer Kompetenzen wirken.

Authentizität

Authentizität bedeutet für uns nicht nur, glaubhaft aufzutreten und ehrlich zu sein, sondern auch den Mut zu haben, Unangenehmes anzusprechen, es nicht jedem Recht machen zu wollen, keine falschen Versprechungen zu machen sowie Gesagtes und Handlung in Übereinstimmung zu bringen. Ein authentisches Auftreten gegenüber Kindern ermöglicht dem Kind, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln und zum Beispiel seine Emotionen, Bedenken und Wertschätzungen gegenüber anderen zu äußern. Zudem erlangt das Kind die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, da die Worte und Taten seiner Mitmenschen in tatsächlichem Zusammenhang stehen. Authentizität fördert folglich die Persönlichkeitsentwicklung, Teamfähigkeit und das Gefühl, um seiner selbst akzeptiert und geliebt zu werden.

 

Ulrike Schnell ist staatlich anerkannte Erzieherin und Sozialfachwirtin, seit 2013 bei Impuls Soziales Management beschäftigt und seit 2015 Einrichtungsleiterin der Kita Meine Villa in Saarbrücken.

Durch Partizipation, das heißt Mitbestimmen, lernen Kinder, dass ihre Stimme Gewicht hat und ernst genommen wird

Partizipation

Partizipation in der Arbeit mit Kindern heißt, sie wo immer möglich in die Entscheidungsprozesse einzubinden, ihre Potenziale zu erkennen und zu fördern und ihnen zu ermöglichen, „Fehler“ zu machen und aus ihren „Fehlern“ lernen zu dürfen. Das bedeutet auch, Kinder in das Aufstellen einzuhaltender Regeln – welche notwendig zum Gelingen einer Gesellschaft sind – miteinzubeziehen. So können sie diese Regeln nachvollziehen und sehen auch deren Umsetzung als sinnvoll an. Zudem spüren sie, dass ihre Stimme Gewicht hat, die der anderen aber auch, sodass sich ein gesundes Selbstbild, einhergehend mit Kompromissfähigkeit und Empathie, entwickelt. Gleichermaßen müssen dabei auch die Belange der Eltern und der pädagogischen Fachkräfte berücksichtigt werden, um einer einseitigen Wahrnehmung von Partizipation aus Kindersicht entgegenzuwirken.
In den Einrichtungen von Impuls Soziales Management wird auf die Umsetzung dieser Grundsätze geachtet. Sie sind wesentlicher Bestandteil in der heutigen Erziehung und es ist unabdingbar, dass auch die pädagogischen Fachkräfte diese Werte verinnerlicht haben und die Notwendigkeit einer Umsetzung einsehen. Nur wenn die Erwachsenen dies konsequent vorleben und ihrer Vorbildfunktion gerecht werden, können Kinder diese Werte verinnerlichen und zu Grundsätzen ihres eigenen Handelns in der Zukunft machen.

Umsetzung in der Kita

In der Kita begegnen sich Kinder und Eltern verschiedenster Religionen und Kulturen. Ganz im Sinne der UN-Behinderten-Konvention von 2009 werden auch Kinder mit körperlichen und geistigen Handicaps als selbstverständlicher Bestandteil der Kita-Gemeinschaft angesehen. Die Beschäftigung von „Native-Speakern“, die mit den Kindern ausschließlich Französisch oder Englisch sprechen, begünstigt eine positive Haltung gegenüber anderssprachigen Mitmenschen sowie die Kompetenz und Selbstverständlichkeit innerhalb einer multikulturellen Gesellschaft. Durch das Feiern von Festen aus den jeweiligen Kulturkreisen der Familie und der fremdsprachigen Fachkräfte wird dies ebenfalls auf spielerische Weise verstärkt.
Auch die Partizipation der Kinder äußert sich in deren gesamtem Alltag, etwa bei der Lied- und Spielauswahl im Morgenkreis, im Freispiel allgemein, bei der Auswahl von Bastelutensilien oder auch der Menge und Zusammenstellung des gemeinsamen Mittagessens. Die älteren Kinder beratschlagen sogar regelmäßig über größer angelegte Projekte mit Themen, die gerade von Interesse sind, welche die pädagogischen Fachkräfte dann gemeinsam mit den Kindern ausarbeiten und erleben. Neben den regelmäßigen Elternabenden und Elterngesprächen werden Eltern auch im täglichen Miteinander eingebunden. Der Elternausschuss dient zusätzlich als Vertreter aller Eltern und arbeitet aus dieser Perspektive an einer gelingenden Erziehungspartnerschaft im Interesse aller. Regelmäßige Teamsitzungen, Supervision und Weiterbildung gewährleisten die Partizipation der pädagogischen Fachkräfte.
Authentizität wird in all diesen Bereichen vorausgesetzt, alle Mitglieder der Erziehungspartnerschaft sind dazu aufgerufen, auf die Einhaltung dieser Grundsätze zu achten und gegebenenfalls auf Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Ein wertschätzender Umgang miteinander und ein authentisches Zusammenwirken auf Augenhöhe ist für alle Beteiligten von Vorteil und ermöglicht den Kindern, in einem friedlichen und ehrlichen Umfeld aufzuwachsen.
Die konsequente Umsetzung des wertegeleiteten Handelns im Kita-Alltag ermöglicht somit den gesellschaftlichen Auftrag eines gelingenden Zusammenlebens aller Menschen.

Ulrike Schnell

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