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Mami Gesucht!

Sabine Gärtner und Charlotte Hildebrand betreiben die einzigartige Webseite „Mami Connection“. Sie ist Online-Blog, -Community und -Plattform zugleich und hilft jungen Müttern in ganz Deutschland dabei, eine gleichgesinnte Mama-Freundin in ihrer Nähe zu finden, mit der sie sich treffen und Erfahrungen austauschen können. 1st Steps-Redakteurin Astrid Specht stellt die beiden und ihr „Online-Baby“ im persönlichen Gespräch vor.

Bild: ©verenafotografiert

Liebe Frau Gärtner, liebe Frau Hildebrand, was ist die Geschichte von Mami Connection? 
Sabine Gärtner: Mit der Geburt meines Sohnes hat sich bei mir – wie bei jeder anderen Mama auch – vieles verändert. Ab sofort hat das Baby den Alltag bestimmt und mich vor ganz neue Herausforderungen gestellt. In meinem Freundeskreis war ich eine der ersten mit Baby. Damals habe ich mir eine gleichgesinnte Mama-Freundin in der Nähe zum Austausch gewünscht. Denn die Herausforderungen, vor denen wir als Mütter stehen, sind gemeinsam doch einfacher und mit deutlich mehr Spaß zu meistern. Da reifte in mir die Idee zu einer Mama-Community mit Matching-System. Daraus ist Mami Connection entstanden und 2017 habe ich das Netzwerk mit einer Kölner Online-Agentur gelauncht. Ein halbes Jahr später kam Charlotte dazu. Wir beide haben bis vor Kurzem noch im selben Kölner Stadtteil gewohnt und uns ganz klassisch über unsere Kinder auf dem Spielplatz angefreundet – danach war schnell klar, wir setzen das gemeinsam um.
Charlotte Hildebrand: Ja, denn wir hatten tatsächlich beide vorher schon einen Blog und kommen ursprünglich aus dem Marketing; die Affinität zum Schreiben und der digitalen Welt war also gegeben. Und wie viele andere Mamas haben auch wir uns in der Elternzeit entschieden, etwas Neues zu wagen.

Und welches Konzept steckt dahinter?
CH: Mami Connection ist eine multifunktionale, individuell zu gestaltende Community für (Bald-)Mamas, mit der wir junge Frauen über ein Matching-System im Netz zusammenbringen und im realen Leben vernetzen wollen. Auf Mami Connection kann gezielt Support gesucht, gefunden und durch die gegenseitige Unterstützung das Mamisein erleichtert werden. In der Community sind Mamas ganz unter sich. Sie können sich nach Herzenslust mit anderen Mamis in der Nähe vernetzen und so ein verlässliches und ganz individuelles Netzwerk aufbauen.
SG: Über die Chatfunktion und in den Gruppen haben Mütter zusätzlich die Möglichkeit, spontan und direkt mit neu gewonnenen Freundinnen in Kontakt zu treten. Dabei bestimmen sie selbst, wie viel sie von sich preisgeben, nach welchen Kriterien sie suchen, mit welcher Mama sie sich treffen wollen oder wie weit sie für ein Betreuungstandem fahren möchten.

Wen sprechen Sie mit Ihrem Angebot hauptsächlich an – und wen nicht?
CH: Wir richten uns zu 100 Prozent an Frauen mit Kinderwunsch sowie junge und moderne Schwangere oder Mütter. Ganz bewusst haben wir uns dafür entschieden, um den Mamas eine sichere Community zu bieten. Wir wollen keine Partnervermittlung sein, sondern einen Platz für Austausch unter Frauen schaffen. Das heißt nicht, dass wir die Männer vergessen haben! Wir würden gern in naher Zukunft auch eine Papi Connection launchen (die Domain ist schon gesichert). Ich glaube, gerade Väter in Elternzeit haben es manchmal schwer, Gleichgesinnte zu finden. Das ist definitiv in Planung. Aber alles zu seiner Zeit.

Wie setzen Sie sich von ähnlichen Angeboten ab, die es im Netz gibt?
SG: Es ist sicherlich das Gesamtpaket, was Mami Connection so einzigartig macht – also die Kombination aus kostenfreier Community, Blog und unseren Events. Das Netzwerk wurde von uns beiden für andere Mütter entwickelt und geht sehr authentisch und sensibel auf deren Bedürfnisse ein. Außerdem beziehen wir unsere Community bei der Weiterentwicklung sehr intensiv mit ein und optimieren das Netzwerk ständig.
CH: Das Herzstück der Community ist aber definitiv der MamiFinder. Mit diesem eigens für unsere Plattform entwickelten Matching-System können registrierte Mütter ganz individuell nach Gleichgesinnten in ihrer Umgebung suchen, beispielsweise über die Angabe der Postleitzahl, aber auch nach Interessen filtern, oder nach Familienstand. Ein zusätzlicher Benefit ist die Bildung von Betreuungstandems, die in der heutigen Zeit wichtiger sind denn je.

Es gibt eine Theorie, die besagt, dass Social Media Menschen, die geografisch nahe beieinander leben weiter auseinander bringt (da man sich vielleicht nur kurz per WhatsApp schreibt, statt sich zum Kaffee zu treffen), während es Menschen, die weit voneinander entfernt wohnen, einander näher bringt. Vor diesem Hintergrund würde mich interessieren, wie Ihr Angebot angenommen wird? Funktioniert die Zusammenführung von Mami-Freundinnen? 
SG: So ganz genau können wir nicht sagen, wie sich die Freundschaften weiter entwickeln. Wir sehen, dass fleißig Nachrichten hin- und hergeschrieben werden, aber inhaltlich haben wir natürlich keinerlei Einsicht. Deshalb sind wir genauso interessiert und stellen unserer Community diese Frage regelmäßig. Auf unseren Events gehen wir außerdem stets in den Austausch mit den Mamis und fragen neugierig nach. In Zukunft werden wir sicherlich auch die eine oder andere Geschichte auf unserem Blog teilen.

Sabine Gärtner, 38, ist Mama eines Sohns und hat Mami Connection gegründet (Bild: ©verenafotografiert)

Charlotte Hildebrand, 36, ist Mama von zwei Töchtern und seit 2018 bei Mami Connection dabei (Bild: ©verenafotografiert)

Es ist nicht ganz einfach, eine Community nur über ein Online-Angebot aufzubauen. Wie ist Ihnen genau das gelungen?
SG: Gerade in der Launch-Phase haben wir Online-Marketing betrieben und auf entsprechenden Kanälen Ads platziert. Aber auch die klassischen Wege, wie Flyer und viel persönlicher Austausch sind extrem wichtig. Insbesondere in unserer Heimat. Insgesamt ist das Netzwerk aber sehr organisch – und bisher ohne einen Investor – gewachsen. Auf Blogger-Events gehen wir außerdem regelmäßig in den Austausch mit Mama-Bloggern und stellen dort unser einzig-artiges Konzept vor. So entstehen spannende neue Kooperationen, Portraits und Interviews – auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Die Empfehlungen durch bekannte Bloggerinnen, der Support durch unsere PR-Agentur Rabach Kommunikation sowie ein starker Auftritt in den sozialen Medien sind essenziell für unsere Kommunikations-Strategie und das Wachstum der Community.
CH: Und Mami Connection funktioniert auch nur so gut, weil wir, Sabine und ich, dahinter stehen und das Ganze authentisch machen. Wir sind auch Mütter und veröffentlichen auf dem Blog und unserem Instagram Kanal auch sehr persönliche Dinge.

Ihre Webseite hat auch einen Blog, der regelmäßig gepflegt wird. Über welche Themen sprechen Sie in diesen Beiträgen hauptsächlich? Und wie kommt die Zusammenarbeit mit den Autoren für die Gastbeiträge zustande?
SG: Den Blog kann man sich wie ein digitales Magazin vorstellen. Wir berichten über relevante und spannende Themen aus dem Familienleben und unterstützen so die Community in ihrem Mami-Alltag. Begleitet wird der Blog zusätzlich durch einen starken Social-Media-Auftritt auf Instagram, Facebook und Pinterest.
CH: Inhaltlich richten wir uns dabei hauptsächlich an schwangere Frauen und junge Mütter mit Babys im ersten Lebensjahr. Da geht es um die Namensfindung, den ersten Schwimmbadbesuch mit Baby oder Tipps und Tricks rund um den Alltag mit Baby. Und dann stellen wir regelmäßig inspirierende Frauen und Mütter in unseren Portraits vor. Viele davon haben sich in ihrer Elternzeit mit einer Idee selbstständig gemacht. Im Grunde so wie wir. Wir wollen anderen Müttern Mut machen und sie mit unserem Blog ein Stück weit in ihrem Alltag unterstützen und inspirieren.
SG: Durch unser berufliches Neztwerk haben sich bereits viele tolle Portraits und Gastbeiträge ergeben. Gerade in den sozialen Medien oder im Austausch auf Events entdecken wir aber auch immer wieder interessante Profile oder lernen inspirierende Mamas kennen. Dann tauschen wir uns aus und supporten uns meist gegenseitig. So gibt es die Möglichkeit, als Gastautorin oder in Form eines Interviews auf unserem Blog präsent zu sein.
CH: Mit wachsender Reichweite erhalten wir aber natürlich auch immer mehr Anfragen von interessierten Müttern, Experten oder Hebammen aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Ein kurzer Blick auf die finanzielle Seite: Die Mami Connection ist derzeit kostenlos und weitestgehend frei von Werbung. Wie finanzieren Sie sich?
CH: Derzeit trägt sich das Unternehmen noch nicht komplett selbst. Aber wir sind auf einem guten Weg. Tatsächlich soll die Community für ihre Mitglieder immer kostenlos bleiben. Wir wollen uns weitestgehend über Markenkooperationen finanzieren.
SG: Für Unternehmen haben wir ein breitgefächertes Angebot für die attraktive und kaufkräftige Zielgruppe der
Mütter erstellt. Neben redaktionellen Beiträgen, Produkttests, Verlosungen,
Gewinnspiel, Newsletter- oder Social Media-Einbindung oder Event-Sponsoring bieten wir auch zahlreiche andere Kooperationsmöglichkeiten an oder schnüren individuelle Pakete für unsere Partner. Selbstverständlich sind wir aber auch offen für interessierte Investoren, die genauso wie wir an die Idee von Mami Connection glauben und die gleichen Ziele und Werte verfolgen.

Mit welchen Unternehmen kooperieren Sie? Wie wählen Sie Ihre Produkte aus, die Sie promoten?
CH: Wie Sabine eben schon sagte, ist es uns sehr wichtig, dass die Unternehmen zu uns passen und wählen Kooperationen sehr bedacht aus. In engem Austausch entwickeln wir gemeinsam eine Kooperations-Strategie und planen diese inhaltlich sehr detailliert.
SG: Das kann ein Babybrei sein, aber auch eine Kinderwagenmarke, ein tolles Produkt für die Mama, ein Verlag oder ein Spielwarenhersteller. Dabei versuchen wir immer einen Mehrwert für unsere Leserinnen zu kreieren und einen Bezug zu deren Bedürfnissen herzustellen. Wenn das nicht gelingt, ist es für uns nicht der richtige Partner.
Wo sehen Sie Mami Connection in zwei Jahren?
CH: Wir entwickeln die Plattform in jeder Hinsicht ständig weiter – wie bereits erwähnt, steht die Papi Connection schon in den Startlöchern; in Kürze stehen erste Gespräche dazu an – und wir sind auch immer offen für strategische Partner.
SG: Um über das digitale Netzwerk hinaus auch offline mit unserer Community in Kontakt zu treten, werden wir außerdem den Live-Marketing-Bereich um unsere Events weiter ausbauen. Zuletzt haben wir im April im Zuge unserer Mami Talk Reihe eine tolle Lesung mit Shari & Andé Dietz veranstaltet. Ende letzten Jahres gab es eine inspirierende Runde mit einer tollen Psychologin zum Thema „Mama sein – Frau bleiben“. Das würden wir gern noch viel häufiger machen. Die Entwicklung einer App steht auch auf dem Plan.
CH: Und, wenn sich in zwei Jahren in jeder deutschen oder deutschsprachigen Stadt eine Mami Connection gefunden hat, und wir von unserer Arbeit leben können, sind wir mehr als glücklich.

Ich bedanke mich sehr herzlich für das spannende Gespräch mit Ihnen beiden!

mami-connection.de

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