Spielwarenmesse

Gibt‘s was Neues?

Ein etwas anderer Blick auf die Messe zeigt, dass bei den Neuheiten das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden muss. Auch innovative Weiterentwicklungen vermitteln den Reiz des Neuen.

Ingetraud Palm-Walter ist Erzieherin, Fachwirtin für Sozialwesen und Vorstand beim spiel gut Arbeitsausschuss Kinderspiel+Spielzeug e.V. Seit mehr als 30 Jahren ist sie aktiv in der Spielzeugerprobung und wird sich viele Neuerungen von der Spielwarenmesse im Praxistest näher ansehen.

Natürlich versuchten sich auch in diesem Jahr auf der Spielwarenmesse in Nürnberg alle Aussteller von ihrer besten Seite zu zeigen und mit innovativen Neuheiten zu punkten. Und natürlich gab es davon eine ganze Menge. Doch nicht alles war auch wirklich spektakulär – muss es auch nicht, das Rad kann ja schließlich nicht jedes Jahr neu erfunden werden.
Unter Neuheiten fallen durchaus auch gut durchdachte und pfiffige Weiterentwicklungen, die beispielsweise zu einer verbesserten Handhabbarkeit führen. Oder Erweiterungen und Zusätze zu bestehenden Produkten. Oder einfach auch ein frisches Design und neue Verpackungen. Oft sind diese Neuerungen das Ergebnis jahrelanger Erfahrungen der Hersteller mit Materialien und den Anforderungen, die an ihr Spielzeug gestellt werden. Sie berücksichtigen aber auch ebenso veränderte Bedürfnisse und Rückmeldungen von Nutzern zu schon vorhandenen Produkten.

Das Messeangebot aus diesem Blickwinkel zu betrachten, zeigt noch mehr die Fülle, die darin steckt. Denn was als neu entdeckt und wahrgenommen wird, ist subjektiv. Natürlich kann man anhand des Erscheinungsjahres eines Produktes genau nachvollziehen, welcher Artikel wie lange auf dem Markt ist. Aber für eine sinnvolle Weiterentwicklung spielt das keine Rolle. Außerdem werden Produkte oft auch erst als neu wahrgenommen, wenn das entsprechende Thema in den persönlichen Fokus rückt. So kann subjektiv als neu angesehen werden, was objektiv schon lange da war.
Beispielhaft für diese Art von Neuheiten beziehungsweise Neuerungen sind unter anderem PVC-freie Jonglierbälle aus TPU von Henrys, dem diese Innovation nach jahrelangen Testreihen und Materialproben als erstem Hersteller gelungen ist. Dazu gibt es eine wiederverwendbare Verpackung, an deren Verschluss sich eine Öse zum Aufhängen befindet.
Wie ein neues Produkt zwar eigenständige Spielmöglichkeiten bietet, aber auch eine Ergänzung zum schon bestehenden Sortiment darstellt, zeigt das Greif- und Beißspielzeug Oibo von Moluk. In diese Art der Neuheiten reihen sich auch eine transluzente Gießkanne von spielstabil, die den Füllstand von außen erkennen lässt, anklemmbare Lichter für Roller von Hudora, die auch als Rücklicht angebracht werden können oder das wendbare, in sich geschlossene Mitnehm-Labyrinth von brio, bei dem die Kugeln nicht mehr verloren gehen können.
Dass dasselbe Grundsystem einer Kugelbahn eine ganz andere optische Wirkung entwickelt, wenn die ursprünglichen Farben reduziert werden, kann man an der neuen Kugelbahn von Hubelino sehen.
rolly toys hat mit der rolly box, die an der Anhängerkupplung des Trettraktors befestigt wird und sogar gekippt werden kann, ein weiteres Zubehörteil entwickelt. Und die Seilwinde aus dem Portfolio gibt es schon seit 35 Jahren. Sie war der Auftakt des Zubehörsortiments und ist immer noch aktuell und funktionstüchtig. Für den Enkel der Autorin eine tolle Neuheit!

Ingetraud Palm-Walter

Moluk / Brio / spielstabil / Henrys

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