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Fokus

Nähe in Zeiten von Abstand

Seit mehr als einem Jahr wird unser Leben durch die Corona-Pandemie bestimmt, ein Ausnahmezustand, der uns alle vor große Herausforderungen stellt. Auch und im Besonderen gilt das für unsere Kinder, für die Nähe, Vertrauen und Gemeinschaft, wie sie sie unter anderem in Kindertagesstätten und Kindergärten erfahren, besonders wichtig ist. Wie man in den Einrichtungen von Impuls Soziales Management mit dieser Ausnahmesituation umgeht, erläutert nachfolgender Beitrag.

Gerade weil es diese Situation in dieser Dimension zuvor noch nicht gegeben hat, ist es für Entscheidungsträger und jeden Einzelnen eine große Herausforderung, angemessen darauf zu reagieren. Alle kämpfen mit Unsicherheit und sind aufgefordert, die Gegebenheiten und neuesten Erkenntnisse jeden Tag aufs Neue zu bewerten und Entscheidungen und Handeln dahingehend anzupassen. Daraus ergeben sich zurzeit meist viel mehr Fragen als Antworten.
Oberstes Ziel in Zeiten der Pandemie ist es, Menschenleben zu schützen und die Gesundheit jedes einzelnen an erste Stelle zu setzen. Daher werden alle Maßnahmen, die dieses Ziel unterstützen und eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern, bestmöglich umgesetzt. Das bedeutet, Kontakte zu anderen auf ein Minimum zu reduzieren und die besonderen Hygienevorschriften zu beachten.

Spagat zwischen Schutz und Nähe

Vor besonderen Herausforderungen stehen in dieser Situation pädagogische Fachkräfte und Kindertageseinrichtungen, die den Auftrag der bestmöglichen (früh-)kindlichen Begleitung erfüllen müssen und wollen.

Bilder: Nina Skripietz

Denn eine erfolgreiche Erziehung besteht maßgeblich darin, Nähe aufzubauen, Vertrauen zu schaffen, Liebe zu schenken und Kinder in die große Gemeinschaft zu integrieren. Jede pädagogische Fachkraft hat nicht nur diesen Bildungsauftrag, sondern auch den Wunsch, Kindern eben dies zu ermöglichen. Wie also bewertet man in den Einrichtungen von Impuls Soziales Management das bisher Erlebte in der Corona-Pandemie?
Natürlich liegt die Priorität darauf, die Gesundheit der Kinder, Mitarbeiter*innen und Eltern zu schützen und zu wahren. Dafür wird alles derzeit zur Verfügung stehende genutzt – angefangen mit Hygienekonzepten für jede Einrichtung über den Versand von Mund-Nase-Masken an alle Mitarbeitenden bis hin zum Start von Petitionen und Aufforderungen an die Regierung, pädagogische Fachkräfte beispielsweise durch ein priorisiertes Impfangebot besser zu schützen. Dabei ist es wichtig, nicht nur gesetzliche Vorgaben zu beachten, sondern präzise zu schauen, was darüber hinaus möglich ist: „Unsere Mitarbeitenden in den Einrichtungen sind weiterhin einer hohen Belastung ausgesetzt. Das Gruppenzusammenlegen ist am Ende des Tages nicht möglich. In regelmäßigen Meetings tauschen wir uns virtuell aus, um für die sich stetig wandelnden Situationen passende Lösungen zu finden. Mir liegt dabei am Herzen, dass unsere Mitarbeitenden gesund bleiben“, so Nele Bittner, Regionale Geschäftsleitung der Region Mitte und West. Um auf die psychische Belastung der Mitarbeitenden zu reagieren, wird die psychosoziale Beratung des Kooperationspartners Amiravita kostenlos angeboten. Wichtigster Bestandteil ist aber schlussendlich die regelmäßige Kommunikation mit allen Beteiligten.
Für die pädagogischen Fachkräfte ist es außerdem besonders wichtig, in diesen Zeiten nicht den Kontakt zu Kindern und Eltern zu verlieren. In dieser Hinsicht sind die Impuls-Einrichtungen sehr kreativ geworden. Man hat Wege gefunden, die Verbindung zu halten und den Abstand zu wahren. Es wurden beispielsweise virtuelle Morgenkreise angeboten, zu denen sich die Kinder von Zuhause aus digital zuschalten konnten. So wurde der Kita-Alltag nach Hause gebracht und die Bindung zwischen Kindern und Be-zugserzieher*innen aufrechterhalten. Neben Live-Übertragungen wurden den Eltern und Kindern außerdem Videos, Bastel-Tipps, Lieder und Aktionsideen zur Verfügung gestellt. Auch eine Facebook-Gruppe wurde in diesem Rahmen eröffnet, in der Inhalte von pädagogischen Fachkräften und Eltern geteilt werden. Darüber hinaus nutzen viele der Einrichtungen mittlerweile die Family-App, die den Austausch zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern erleichtert.

Über Impuls Soziales Management: Impuls Soziales Management ist ein bundesweit tätiger Träger von derzeit 40 betrieblichen und öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen. Als Dienstleister steht Impuls Unternehmen und Kommunen seit 25 Jahren beratend beim Aufbau und bei der Optimierung von Kitas zur Seite. Zu den Kunden zählen Großkonzerne wie die Daimler AG, die Volkswagen AG und RWE ebenso wie mittelständische Unternehmen. Knapp 850 Mitarbeiter sind für Impuls im Einsatz, davon mehr als 40 in der Zentrale in Kassel. e-impuls.de

Hoffnung trotz Belastung

Doch trotz all dieser erfolgreichen Ideen und Bemühungen sieht Angela Rentschler, Regionale Geschäftsleitung für den Impuls-Süden, „wie groß die Anstrengungen und Belastungen inzwischen für die Fachkräfte sind. Jeden Tag neue Regelungen und weitere Aufgaben, da stellt sich eine große und nachvollziehbare Müdigkeit bei vielen ein. Über Gespräche in den Teamsitzungen und mit den Leitungen versucht man gemeinsam, aus den schwierigen Situationen das Beste zu machen und kreative Lösungen zu entwickeln. So wird an manchen Stellen auch Geld in die Hand genommen, um für Entlastung zu sorgen. Häufig bleibt jedoch nur, Mut zuzusprechen und Hoffnung zu verbreiten, dass diese schwierige Zeit ein Ende nimmt.“ Axel Antons-Eichner, Regionale Geschäftsleitung des Impuls-Nordens ergänzt: „Die Leitungen und pädagogischen Fachkräfte erfahren im Austausch mit Eltern, dass der Druck in den Familien mit jedem Tag steigt und die Akzeptanz für die Einschränkungen sinkt. Der Mangel an sozialen Kontakten unter den Kindern kann durch die genannten Maßnahmen zwar überbrückt, aber nicht ersetzt werden. Wir möchten auch für diejenigen zur Verfügung stehen, die nicht in der Notbetreuung sein können. Manchmal hilft einfach ein offenes Ohr, ob digital oder am Telefon, um sich etwas Verständnis und Entlastung zu verschaffen.“ Der Wunsch nach Normalität wächst, bei den Familien als auch in den Einrichtungen. Auch bei Impuls Soziales Management kann man die Belastung aller nicht abstreiten und sieht die Gefahren der Isolation. Umso wichtiger ist es, jetzt Haltung zu bewahren, für einander da sein, sich gegenseitig zu unterstützen und bestmöglich aufpassen, dass in diesen Krisenzeiten keiner zurückgelassen wird. Das ist ein Kraftakt, der nur gemeinsam bewältigt werden kann.
Diese Zeiten zeigen vestärkt, welchen Wert Kindertageseinrichtungen für Kinder, Eltern und die Gesellschaft im Allgemeinen haben. Die Aufmerksamkeit für diesen Bereich kann möglicherweise ein positiver Effekt der Pandemie sein, denn es wird sehr deutlich, dass der Beruf der pädagogischen Fachkraft für die Gesellschaft unverzichtbar ist und Familien auf ihre Unterstützung angewiesen sind. Eltern benötigen diese Hilfe, auch um Beruf und Familie vereinbaren zu können.
Kinder müssen ein Recht auf die bestmögliche Begleitung haben, damit sie zu glücklichen Erwachsenen heranwachsen können.

Annika Gammel

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