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Echt Anziehend!

Der Fast-Fashion-Trend bei Kindermode ist vorbei. Zum Glück. Und zum Glück gibt es wunderschöne Alternativen für die Kleinsten. Beim Online-Shop Naturzwerge-Kindermode.de beispielsweise wird jeder fündig, der biologische und nachhaltige Baby- sowie Kindermode zu einem fairen Preis sucht. Sibylle Dorndorf sprach mit Gründerin Katrin Lange über ihr grünes Geschäftskonzept.

Frau Lange, Sie betreiben mit Naturzwerge einen Online-Shop, der sich auf nachhaltige, schadstofffreie und biologisch erzeugte Baby- und Kinderbekleidung fokussiert. Wie lange gibt es Ihren Shop schon, und was war die „Initialzündung“ bei Ihnen, einen solchen Shop zu etablieren?
Den Shop gibt es seit Februar 2017. Schon während meines Studiums für Bekleidungstechnik habe ich mich auf biologische Mode fokussiert, habe meine Diplomarbeit über den Bio-Baumwollanbau und nachhaltige Siegel geschrieben und ein Praktikum bei Living Crafts gemacht. Ich wollte immer in die nachhaltige Branche gehen. Nach dem Studium habe ich erst einmal als konventionelle Einkäuferin für Kindermode angefangen, da es in Berlin zu dem Zeitpunkt nichts anderes gab. Bei dieser Firma hatte ich aber das Glück, einen nachhaltigen Bereich aufbauen zu können und somit meinen Fokus wieder auf das Thema Nachhaltigkeit zu lenken. Mit Anfang 30 habe ich eine berufliche Auszeit genommen und mich gefragt, wie ich wieder in den nachhaltigen Bereich wechseln kann. Da alle nachhaltigen Firmen für Kindermode in Deutschland eher südlich angesiedelt sind, habe ich kurzerhand den Entschluss gefasst, meinen eigenen Shop zu gründen. Mit diesem wollte und will ich meinen Kunden einen Shop bieten, in dem alle Produkte ein Zertifikat (GOTS oder IVN Best) besitzen.

Die Zeiten von Fast-Fashion sind endlich vorbei. Wegwerfmode zum billigen Preis, das muss der Vergangenheit angehören. Kann man den Trend, Kleidung bewusster zu erwerben, Ihrer Erfahrung nach auch auf Baby- und Kinderbekleidung anwenden oder gilt da noch das Prinzip: Der wächst ja so schnell heraus, das darf nicht viel kosten ..?
Auf jeden Fall ist der Trend auch im Kindermode-Bereich zu sehen. Hier stehen allerdings der Gedanke des Weitergebens über Second-Hand und die Schadstofffreiheit mehr im Fokus. Dadurch gibt man gerne auch etwas mehr Geld für nachhaltige Mode aus. Und man kann die beliebten „Bio“-Marken sehr gut noch für rund 80 Prozent des Neupreises weitergeben. Dadurch ist die Kleidung letztendlich gar nicht mehr so viel teurer als konventionelle Discounter-Produkte.

zum Liebhaben: Die Schmusepuppe von Nanchen

Nonikids-Figuren werden in Behindertenwerkstätten gefertigt

Kleider machen Leute, auch kleine Leute. Wie wichtig ist es für werdende oder junge Eltern, ihre Kinder gut anzuziehen?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es meinen Kunden nicht um Trends geht, sondern die Kindersachen sollen niedlich ausschauen. Generell ist es Eltern aber wichtig, wie die Kinder gekleidet sind. Vielleicht nicht, wenn sie gerade im Matsch spielen, aber bei öffentlichen Events zum Beispiel schon. Das Kind ist ja oft ein Spiegel von einem selbst, und das drückt sich auch bei der Kleidung aus.

Werden kleine Mädchen reicher bedacht, wenn es um Kleidung geht?
Sie haben mehr Produktgruppen zur Auswahl, das auf jeden Fall. Aber ob sie wirklich mehr Kleidung besitzen als Jungs, kann ich nicht sagen. Bei mir in der Familie gibt es fast nur Mädchen.

Gilt immer noch: Jungs in Blau, Mädchen in Rosa oder ist Gender bei Bekleidung kein Thema mehr?
Im konventionellen Bereich gibt es noch viele klassische Geschlechterfarben, und diese werden auch von den Kunden angenommen. Ich werde zum Beispiel oft kritisiert, weil ich Kleidung in Jungen und Mädchen einteile, wobei heute die meisten Artikel unisex sind. Ich denke, die Zielgruppe der nachhaltigen Mode ist beim Thema Genderfarben sehr sensibel.
Das ist auf jeden Fall ein schwieriges Thema. Da einige Kunden gerne einen Filter benutzen, um ein paar Artikel auszuschließen, kann man diesen auch nicht einfach weglassen. Eine gute Lösung habe ich hier noch nicht gefunden.

Sie rekrutieren Ihr Angebot vor allem aus regionalen Herstellern und folgen auch hier einem Trend, der sich hoffentlich immer mehr durchsetzt. Klasse statt Masse, kann man das so sagen?
Ich würde nicht Klasse statt Masse sagen. Vielmehr möchte ich gerne das Handwerk wertschätzen und hier ein Umdenken in Richtung biologische Stoffe anstoßen. Ich selbst habe vor meinem Studium Damenschneiderin gelernt und weiß die Arbeit, das Handwerk wertzuschätzen. Und ich habe zwei Marken davon überzeugen können, nur für mich biologisch zertifizierte Stoffe zu verwenden.

In Ihrem Sortiment befinden sich auch Spielwaren. Nach welchen Prinzipien suchen Sie hier Produkte aus? Können Sie unseren Lesern einige Lieferanten vorstellen?
Aktuell habe ich nur Puppen, Kuscheltiere und Greiflinge im Sortiment. Ich wähle die Produkte danach aus, ob sie aus biologischen Materialien sind und nachhaltig produziert werden und natürlich ist wichtig, dass sie mir gefallen. Im Moment sind dies Produkte von Nonikids aus Berlin, Nanchen Natur, People Wear Organics, kikadu und Walkiddy. Bei Walkiddy und Nanchen Natur habe ich mich sofort in die Waldorfpuppen verliebt. Beide Marken stellen die Puppen aus kbA Baumwolle beziehungsweise kbT Wolle in liebevoller Handarbeit her.

Last but not least gehören auch Pflegeprodukte in ein „rundes“ Sortiment. Hier befinden Sie sich in Konkurrenz zu Drogeriemärkten und Apotheken. Was führen Sie und wo endet Ihre Sortimentstiefe in diesem Bereich?
In diesem Bereich biete ich nur Grünspecht an. Die Marke habe ich selbst einmal in einer Drogerie entdeckt und fand die Artikel sehr schön. Ich habe sie hauptsächlich in mein Sortiment aufgenommen, weil sie eine gute Ergänzung zum Thema Stoffwindeln sind. Grünspecht hat nämlich Heilwolle und Windelvlies im Sortiment. Mehr soll es aktuell aber nicht werden.

Da wachsen Kindern Flügel: Katrin Lange

Engel Kindermode ist Made in Germany

Stellen Sie fest, dass durch die Corona-Krise bei Baby/Kleinkind der Gürtel der Verbraucher enger geschnallt wird?
Nein, gar nicht, die Kunden kaufen ja gerade eher online. Bei mir sind es definitiv mehr Kunden als vor der Krise.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, eigene Läden zu eröffnen?
Manchmal gehe ich auf regionale Märkte, aber generell möchte ich mich auf Online beschränken. Für mich ist die Verantwortung für einen Laden mit bestimmten Öffnungszeiten sehr hoch. Beim Packen im Onlinehandel kann ich mir aussuchen, zu welcher Tageszeit ich dies mache. Das ist gerade, wenn man einen Säugling zu Hause hat, ein großer Segen.

Was muss man tun, um einen Online-Shop wirklich gut aufzustellen?
Auf jeden Fall eine Menge Geduld haben und viel Zeit in Marketing investieren. Das erste halbe Jahr habe ich immer bis drei Uhr nachts am Rechner gesessen. Und oft ist das auch noch heute so. Denn tagsüber widme ich die Zeit meinem Baby oder packe die Bestellungen. Abends arbeite ich dann am Computer.

naturzwerge-kindermode.de

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