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EHI-Studie: Handel investiert in klassische Ladengeschäfte
Freitag, 10.03.2017 | 07:05

Handelsunternehmen in Deutschland investieren mit insgesamt 6,64 Milliarden Euro im Jahr 2016 weiter auf hohem Niveau in Bau, Technik und Optik ihrer stationären Geschäfte. Das ergab der EHI-Laden-Monitor 2017, dessen Ergebnisse gestern auf der internationalen Leitmese Euroshop in Düsseldorf präsentiert wurden.

Demnach steht für 91 Prozent der Händler die Bestandsoptimierung klar im Fokus. Aber auch in Neueröffnungen wird weiter investiert, hier hat hauptsächlich der Lebensmittelhandel die Nase vorn und gibt je nach Ladengröße bis zu 11,4 Prozent mehr aus als in den Vorjahren. Investiert wird vor allem in LED-Technologie und Kältetechnik, aber auch Visual Merchandising gewinnt an Bedeutung. 

Optimierter Bestand

Bei 41 Prozent der befragten Handelsunternehmen sind die Investitionsbudgets in den letzten beiden Jahren gestiegen, bei der Hälfte liegen diese auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr und nur 9 Prozent müssen mit weniger Geld auskommen. Investiert wird vor allem in die Optimierung bestehender Bauten. Hier gibt es neben umfassenden und tiefgreifenden Umbauten auch immer mehr Kleinprojekte, die für optische Verbesserungen und einen ständigen Wandel auf der Fläche sorgen. Die Gesamtzahl der Umbauten pro Händler ist deutlich gestiegen und liegt nun bei 53 Geschäften im Schnitt. Eine besonders hohe Schlagzahl zeigen Lebensmittel- und Drogeriemärkte, von denen einige in den letzten Jahren jeweils zwischen 150 und 200 Verkaufsstellen pro Jahr in unterschiedlichem Umfang umgebaut und/oder erneuert haben.

Teurer Neubau

Bei der Neueinrichtung eines Geschäfts ist der Investitionsbedarf gestiegen: 43,4 Prozent der Händler im Bereich Nonfood und 71,4 Prozent im Bereich Food berichten hier von höheren Kosten. Lebensmittelhändler investierten 2016 für einen neuen Markt durchschnittlich 639 Euro (Super- und kleinen Verbrauchermarkt) bzw. 618 Euro (Geschäfte ab 2.500 qm) pro Quadratmeter Verkaufsfläche. Dies ist eine Steigerung um 7,8 Prozent bzw. 11,4 Prozent innerhalb der letzten drei Jahre. Kostentreiber sind abgesehen von der Investition in eine hochwertige Optik vor allem energieeffiziente Beleuchtungssysteme und Kälteanlagen.

Auch in einigen Branchen des Nonfood-Handels sind die Einrichtungsinvestitionen für Neueröffnungen 2016 gestiegen. Drogeriemärkte gaben hier 458 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche (das entspricht einem Plus von 1,8 Prozent) aus und Baumärkte 168 Euro (plus 13,5 Prozent). Einzig neue Textil-, Schuh- und Sportgeschäfte hatten mit 444 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche 8,5 Prozent weniger Einrichtungskosten als noch vor drei Jahren.

LED liegt vorn

Investitionsschwerpunkt Nummer 1 bleibt weiterhin die LED-Technologie. Haupttriebfeder für die Umrüstung bleibt die erwartete Energieeinsparung, gefolgt vom sich erübrigenden Lampentausch und deutlichen Verbesserungen bei Lichtqualität und Leistungsfähigkeit. Im Schnitt liegt der branchenweite Umrüstungsstand – also der Anteil der Filialen eines Handelsunternehmens, die bereits mit LED ausgestattet sind ­– im Food-Handel nun bei 24 Prozent und im Nonfood-Handel bei rund 18 Prozent. Zugleich gewinnt das Visual Merchandising für die individuelle Gestaltung von Verkaufsflächen weiter an Bedeutung. Die Investitionsbereitschaft des Handels hat sich hier branchenübergreifend nahezu verdoppelt.

Großzügig und natürlich

74 Prozent der Händler präsentieren ihre Waren in großzügigen und offen gestalteten Verkaufsräumen, bei 54 Prozent sorgen zudem breite Gänge für Bewegungsfreiheit und Übersichtlichkeit. Darüber hinaus bietet eine klare Raumstruktur sowie die Gliederung von Abteilungen und Sortimenten den Kunden Orientierung.

Deutlich an Bedeutung gewinnen nachwachsende Rohstoffe oder naturbelassene Materialien wie etwa Kork oder Flachs für die Ladengestaltung. Vor allem Holz ist hier unverändert ein wichtiges Material, 64 Prozent der befragten Unternehmen setzen es als Gestaltungsmittel in der Ladenmöblierung ein.

Datenbasis
Die Ergebnisse der Studie EHI-Ladenmonitor 2017 beziehen sich auf Angaben von Handelsunternehmen aus D-A-CH. Im deutschen Markt repräsentieren sie einen Anteil von 25 Prozent des Einzelhandelsumsatzes. Die Studie basiert ausschließlich auf 50 persönlichen Interviews mit den Ladenbauexperten im Einzelhandel aller Branchen und zeigt den Status Quo und die Entwicklungslinien der Geschäftskonzepte der führenden Handelsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 


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