Erinnerungen an Damals ...

Vintage Toys

Erinnern Sie sich noch an das Lieblingsspielzeug Ihrer Kindheit? Zwischen Schaukelpferd, Mikado-Stäben, Malefiz, Matchbox-Autos, Tamagotchi und Co. – wenn Alessandra Sardo Seite für Seite ihre ganz besondere „Schatztruhe“ öffnet, findet sie all diese Evergreens wieder. Sarah Daubert sprach mit der Autorin des Bildbands „Vintage Toys“.

Frau Sardo, was hat Sie dazu bewegt „180 Spielzeugklassiker und ihre Geschichte“ zu verfassen? 
Die Liebe zum Spielen und ein glücklicher Zufall. Eine Freundin von mir ist Projekt- Managerin beim Edelverlag, für den ich gelegentlich als Freelancer arbeite. Bei einem Termin Ende 2014 lagen einige Spielzeuge aus dem „Vintage&Classic Style Guide“ im Verlag rum und als ewiges Spielkind konnte ich natürlich meine Finger nicht davon lassen. Die Idee war schnell geboren. Spielzeug weckt in uns allen vertraute Erinnerungen, sie sind ein Stück Kindheit. Ich wollte ein Werk schaffen, das einem beim Durchblättern in diese Zeit zurückversetzt und ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Ob mir das gelungen ist, dürfen die Leser entscheiden.

Wie sind Sie bei Ihrer Recherche vorgegangen? Wo haben Sie Unterstützung gefunden und welchen Zeitrahmen hat das ganze Projekt in Anspruch genommen? 
Unterstützung bekam ich von meinem grandiosen Team im Verlag, das mir immer wieder aus der Patsche geholfen hat, wenn selbst Google ratlos war. Bei älteren Sammlerstücken sind Informationen oft rar gesät. Der ein oder andere japanische Roboter hat mich ein paar Nerven gekostet. Neben Infos von Spielzeugherstellern und klassischer Recherche habe ich auch immer wieder mein Umfeld befragt. Gerade bei Spielsachen, die lange vor meiner Zeit auf den Markt kamen, war Opas Insiderwissen sehr nützlich. Insgesamt war ich knapp vier Monate mal mehr, mal weniger mit dem Werk beschäftigt.

Wie sind Sie letztendlich auf die 180 Auserwählten gekommen? 
Gemeinsam mit dem Verlag haben wir versucht, eine möglichst vielseitige Auswahl zu zeigen, sowohl historisch betrachtet als auch was die Spielzeugkategorie betrifft. Ein wichtiges Kriterium war ein gewisser Bekanntheitsgrad, viele der Spiele sind absolute Klassiker, die rund um den Globus gespielt werden. Wir wollen mit dem Buch so viele Menschen wie möglich ansprechen. Auch wenn eine objektive Auswahl bei einem so emotionalen Thema wie Spielzeug schier unmöglich ist. Was für den einen das absolute Lieblingsspiel ist, lässt den nächsten völlig kalt. Ich denke aber, es ist für jeden etwas dabei.

Wie sehen Sie diese Klassiker im Gesamtbild der Spielwarenbranche? 
Allein die Bezeichnung Klassiker spricht für sich. Manche Spiele wie Mühle oder Schach werden schon seit Jahrtausenden gespielt und haben ihren festen Platz in unserer Gesellschaft. Und ich denke, den werden sie auch behalten.

Wie ist Ihr persönlicher Bezug zu Spielware? Finden sich bei Ihnen zuhause auch „Klassiker-Schätzchen“? 
Ich bin mit großem Bruder und kleiner Schwester in einer bunten Familie aufgewachsen, gemeinsames Spielen stand auf der Tagesordnung. Neben meiner Parade-Disziplin Memory liebte ich in meiner Kindheit vor allem selbsterfundene Spiele. Ein besonders ausgetüfteltes Spiel namens „Kuscheldecke“ bringt meine Geschwister und mich noch immer zum Schmunzeln. Auch heute finden noch regelmäßig gemeinsame Uno-Turniere statt und an Heiligabend ist es Tradition, den Abend mit einem Brettspiel zu beenden. Meine Spielesammlung umfasst viele Klassiker wie Monopoly, Spiel des Lebens, Mühle oder Tabu. Nur mit Computerspielen und Konsolen kann ich nichts anfangen, dafür ist mein Freund zuständig.

Werfen wir gemeinsam zum Abschluss einen rein spekulativen Blick in die Glaskugel: Wie glauben Sie würde ein solcher Band wie „Vintage Toys“ in 180 Jahren aussehen?
Wahrscheinlich werden mehr Online-Games wie „Angry Birds“ vertreten sein. Dennoch glaube ich, dass viele der heutigen Klassiker auch noch in 180 Jahren beim Spieleabend zum Einsatz kommen. Genau so wie ich fest davon überzeugt bin, dass das gedruckte Wort niemals aussterben wird. Gerade ein Sammler- und Liebhaberwerk wie „Vintage Toys“ lebt von seiner Zeitlosigkeit. All die Emotionen und Erinnerungen, die solch ein Werk beim Durchblättern auslöst, kann durch keine technische Innovation jemals ersetzen werden. Von daher blicke ich positiv in die Zukunft der Spielzeuge und Spielzeugbände.

Herzlichen Dank für das Gespräch!
www.edel.com

 

 

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