Der praktische Blick

als Working-Mum

Was verändert sich im (Berufs-)Leben, wenn eine Managerin aus der Baby- und Kleinkindbranche Mama wird? Julia Knospe, bei Baby-Plus verantwortlich für den Einkauf, gibt ganz persönliche Einblicke.

Frau Knospe, was sind genau Ihre Aufgaben bei Baby-Plus?
Ich bin für die Bereiche Einkauf und Vertrieb von Baby- und Kleinkindartikel tätig, sowie für die Abteilungen Service und Lager bei Baby-Plus. Diese beinhalten den Einkauf von Lagerartikeln, Kataloggestaltung, Messebesuche, Gespräche mit Lieferanten und Mitgliedern sowie den Vertrieb der Lagerware. Außerdem obliegt mir die Verantwortung für die Mitarbeiter der genannten Bereiche.

Hat sich seit der Geburt Ihrer Kinder ihr Blick auf den Job verändert – inwiefern?
Ja! Ich lernte, dass ein Job nicht alles und ein Ausgleich wichtig ist. Meine zwei Kinder erden mich, lehren mich, sich nicht zu sehr zu verbeißen, locker und geduldig zu bleiben und bereit zu sein, alles zu verändern, wenn es nötig ist. Zudem geht man aus einer Geburt sehr gestärkt hervor. Dieses Erlebnis gibt einem das Gefühl, alles zu schaffen, was man will.

Die klassische Frage: Wie bekommen Sie Vollzeit-Job und Familie unter einen Hut, Sie sind ja auch viel unterwegs? Und würden Sie die Branche denn als familienfreundlicher als andere beschreiben?
Das ist alles eine Frage der Organisation. Ich habe das Glück, dass mein Mann in Teilzeit arbeiten kann, die Schwiegermutter im Haus ist und meine Eltern in greifbarer Nähe sind, vor allem, wenn die Kinder krank sind. Alleine einen Krippen-, Kindergarten- oder Hortplatz zu haben, reicht nicht aus. Hier hat die Politik noch einiges aufzuholen! Eine Branche ist meiner Ansicht nach immer familienfreundlich, wenn man im gegenseitigen Vertrauen arbeitet, mit offenen Karten spielt, vorausschauend plant und wie in einer funktionierenden Partnerschaft nimmt und gibt. Trotzdem ist das Verständnis schon größer als in anderen Branchen.

Wie hat sich ihr Blick auf die Baby- und Kleinkindbranche verändert, seit Sie Mutter sind?
Der emotionale Blick hat sich gewandelt in einen praktischen Blick. Man redet jetzt nicht mehr über die Erfahrungen der Schwester oder Freundin, sondern kennt nun beide Seiten.

Haben Sie von der persönlichen Mutter-Erfahrung auch beruflich profitiert?
Natürlich! Sei es die Erfahrung, die ich für mich mitnehme und die Sicht auf verschiedene Dinge, die im beruflichen Alltag passieren. Zudem arbeitet man schneller, organisierter und effektiver.

Sehen Sie die Produkte, die Sie für und bei Baby-Plus einkaufen, anders? Geben Sie einen anderen Input durch die persönliche Erfahrung im Job?
Ja, ich sehe manche Produkte tatsächlich anders als vorher durch die eigenen Tests am und mit dem Kind. Ich unterscheide klarer, ob ein Produkt Sinn macht oder nicht. Vor allem der Punkt Sicherheit steht für mich an erster Stelle in der Bewertung eines Artikels.

Und umgekehrt: Wenn Sie für die Kinder Produkte kaufen, haben Sie durch das berufliche Wissen einen anderen Blick? Kaufen Sie anders ein?
Das wu?rde ich schon fast als eine Berufskrankheit bezeichnen, zu prüfen, was Verkäufer/innen für abenteuerliche Aussagen im Verkaufsgespräch tätigen. Natürlich beäuge ich das kritisch, allerdings haben es die Verkäufer/innen im Einzelhandel sehr schwer mit den im Internet vorinformierten Kunden. Vor allem aber gibt es einen erheblichen Unterschied zwischen Fachmarkt und Fachhandel. Die Beratung muss sitzen, vor allem, wenn es um unsere kleinen Schätze – unsere Kinder – geht. Da lohnt es sich, den ein oder anderen Euro mehr auszugeben.

Was sind denn Ihre Lieblingsprodukte im Familienalltag?
Ganz klar an erster Stelle stehen für mich Babytragetücher/-hilfen, dicht gefolgt von einer ordentlichen Wickeltasche und einem Laufstall. All diese Artikel stehen für Mobilität, Flexibilität und Freiheit für die Mama und zugleich Geborgenheit, Schutz, Sicherheit und Spaß für das Kind.

Julia Knospe

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