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Raus aus der Kellerecke ...

… und rein ins (Spiel)Vergnügen! Diesen Satz können Michael und Florian Sieber, die Märklin vor sieben Jahren übernommen haben, endlich unterschreiben. Seit nicht zuletzt dank Märklin das Hobby Modellbahn wieder an Fahrt aufnimmt und seit die Göppinger verstärkt Marketingmaßnahmen via Online-Kommunikation steuern, generiert der Marktführer im Modellbahnbereich neue, jüngere Zielgruppen und ein deutliches Umsatzwachstum.

Ob es nun eine Bewährungsprobe für Florian Sieber, den designierten Nachfolger von Michael Sieber gewesen ist oder nicht – Sieber Junior, Co-CEO der Simba Dickie Group, hat etwas geleistet, was kaum jemand für möglich hielt. Er hat, den Technik-Geschäftsführer Wolfrad Bächle an der Seite, Märklin behutsam und zunächst von innen heraus revolutioniert. Florian Sieber war klar, dass man in Göppingen die Welt nicht von heute auf morgen neu erfinden kann. Mit einem Übernahme-geprüften Vater wie Michael Sieber als Ratgeber konnte die langfristig angelegte Übung gelingen.
Heute ist das generationenverbindende Hobby wieder sympathisch geworden. Der Begriff „cool“ gefällt Florian Sieber nicht so gut. Es sei vor allem der generationenübergreifende Gedanke, der Märklin so attraktiv mache, weil er zur Kommunikation und Entschleunigung beiträgt. Das Beschäftigen mit einer Modelleisenbahn wirkt wie Digital Detox, vor allem für die junge Managergeneration der knapp über 40-Jährigen, die die Renaissance der Modelleisenbahn als neue Fangemeinde stützen.

Hat Märklin revolutioniert und das Hobby Modellbahn wieder symphatisch gemacht: Florian Sieber, Co-CEO der Simba Dickie Group und geschäftsführender Gesellschafter von Märklin

„Wir haben im Märklin Insider Club altersbedingt viele Mitglieder verloren, heute ist der Trend umgekehrt“, freut sich Florian Sieber. „Wir gewinnen immer mehr junge Mitglieder.“ Dies ist sicherlich auch dem Engagement geschuldet, das Sieber als Sprecher der DVSI Gruppe Modellbahn mitinitiiert hat. Mit der Online-Plattform „Wir Modellbahner“ gehen die elf Gründungsmitglieder on- und offline in die Offensive und arbeiten jenseits des Konkurrenzgedankens intensiv und gut zusammen. Solche Aktionen tragen Früchte. Für jeden einzelnen, aber auch für das gesamte Segment. Sieber, geschäftsführender Gesellschafter von Märklin, freut sich heute über ein weiteres Jahr mit gesundem Wachstum: „Mit unserer Umsatzentwicklung sind wir sehr zufrieden. Während wir im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 112 Millionen Euro erreichten, erwarten wir für 2019/2020 einen Umsatz von rund 117 Millionen Euro. Die positive Entwicklung lässt sich in allen Produktgruppen und Spurweiten beobachten. Die Umsätze in Deutschland sind um drei Millionen Euro gewachsen, während wir die zusätzlichen zwei Millionen Euro im Ausland verbuchen konnten. Dort konnten wir insbesondere in der Schweiz, den USA und Frankreich stark zulegen. Unsere Ertrags- und Finanzsituation ist weiterhin als gut und solide zu beurteilen.“

Investition lohnt sich

Die Höhe der Investitionen, die Vater und Sohn Sieber in der Göppinger Modellbahnschmiede tätigen, befindet sich im vergangenen wie auch im laufenden Jahr auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Neben Investitionen in zahlreiche neue Modelle sowie in den Maschinenpark der Produktionsbetriebe in Göppingen und in Györ begleitet Märklin weiterhin der Bau des märklineums. Im Zuge der damit verbundenen Umbaumaßnahmen am Stammsitz des Unternehmens wurden Büros im Verwaltungsgebäude neugestaltet. Zudem entstand auch ein neuer Mitarbeiterparkplatz. Auch in zeitgemäße Marketingmaßnahmen wurde investiert. Die Projekte, die zielgerichtet und effizient auf modellbahnaffine Neukunden ausgerichtet wurden, zeitigen greifbare Erfolge. Kern dieser Maßnahmen war und bleibt die Online-Kommunikation auf Kanälen wie Facebook, Instagram oder YouTube. Es wurde neuer Content geschaffen, der sowohl langjährige Modelleisenbahnliebhaber als auch neue Kunden positiv anspricht. Die Kernbotschaft der Markenstrategie ist das Motto „Märklin verbindet Generationen“.

Film ab für Jim Knopf

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer haben Generationen von Kindern gelesen und geliebt. Die Filmadaption, beruhend auf dem erfolgreichen Kinderbuch von Michael Ende, wurde im Jahr 2018 mit über 1,8 Millionen Besuchern zum Riesenerfolg. Das von Märklin präsentierte Märklin Start-up-Spielset war binnen kurzer Zeit ausverkauft.
Florian Sieber freut sich über die erfolgreiche Kooperation mit Warner Bros. „Der tolle Familienfilm wurde zum Riesenerfolg und unsere eigene kleine knuffige Lok Emma der Liebling vieler kleiner und großer Modelleisenbahner. Das Märklin Start-up Sortiment rund um Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, haben wir inzwischen fest ins Programm aufgenommen. Nun erwarten wir gespannt den zweiten Teil des Films, der 2020 in die Kinos kommt. Passend zum Kinofilm werden wir natürlich für unseren Nachwuchs erneut ein großes Spielset von Märklin Start-up in den Fokus rücken.“
Gute Aussichten, dass vom Marktführer auch 2020 wieder Zahlen präsentiert werden können, die allen Modelleisenbahnern Freude machen. 

maerklin.de

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