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Unternehmen

Leidenschaft für Bewegung

sunflex hat mit coolen Neopren-Produkten frühzeitig einen Trend angeschoben. Das einst überschaubare Sortiment wurde mit den Jahren kontinuierlich erweitert und stellt mittlerweile für den Handel ein Segment dar, das den Begriff „Funsport“ mit Leben füllt. Sibylle Dorndorf sprach mit sunflex-Geschäftsführer Peer Zimmermann über die Freude am Unternehmertum und die bürokratischen Hürden, die den Spaß oft verderben.

Herr Zimmermann, Sie konnten 2019 das 50. Jubiläum des Unternehmens feiern, das Sie in dritter Generation führen. Die Anforderungen an Unternehmer sind heute vielfältiger denn je. Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich vor allem konfrontiert?
Was uns Mittelständlern am meisten zu schaffen macht, ist die Bürokratie, die teilweise seltsame Blüten treibt und an allen Ecken und Enden Hürden aufbaut. Wir haben, glaube ich, in Deutschland das umständlichste und komplizierteste Steuersystem, die Zoll- und Importbestimmungen machen uns mehr und mehr zu schaffen, wir müssen die Außenwirtschaftsbestimmungen ständig im Auge behalten, Patente sichern, Markenschutz betreiben, uns gegen Plagiateure verteidigen, wir müssen für Qualität und Produktsicherheit sorgen, unsere Arbeitsschutzmaßnahmen sowie den Arbeitnehmerschutz updaten, und last but not least kam nun auch noch die neue Datenschutzbestimmung dazu, die hat uns gerade noch gefehlt …

Wem Peer Zimmermann die Bälle zuspielt, der verdient gutes Geld damit. sunflex hat mit den Jahren für den Handel einige zugkräftige Marken im Bereich Funsport entwickelt und aufgebaut

Wir ersticken in Vorschriften …
Ja, es gibt so viele Vorschriften, dass das Kerngeschäft regelrecht verhindert wird. Verstehen Sie mich nicht falsch: Der Grundgedanke der Regelungen ist immer richtig, nur in der Umsetzung wird alles unglaublich verkompliziert. Kleinere Unternehmen kommen damit nur schwer zurecht. Wir müssten mittlerweile Fachleute auf jedem Gebiet sein oder externe Berater beschäftigen, sonst sind diese Vorschriftenkataloge nicht mehr zu bewältigen.
Sie als „Nachfolger“ wissen: Familienunternehmen „ticken“ anders. Das wird in Zeiten der Konzentration von großen Konzernen immer deutlicher. Wo liegen die Stärken inhabergeführter Unternehmen und speziell Ihre?
Ich denke, die langfristige Ausrichtung dieser Familiengesellschaften mit all ihren Ausprägungen für Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten macht den wesentlichen Unterschied. Das ist eine Berechenbarkeit, die man in Konzernen nicht findet. Familienunternehmen müssen sich nicht an Share- und Stakeholdern ausrichten und „gehorchen“. Dadurch bleibt die Atmosphäre nahbarer, für Geschäftspartner ist das Gegenüber „fassbarer“. Unsere große sunflex-Stärke aber liegt in unserer enormen Flexibilität. Wir haben schlanke Strukturen, schnelle Entscheidungswege, flache Hierarchien, wir gehen auf fast jeden Kundenwunsch ein, berücksichtigen dabei aber individuell die Bedürfnisse der Mitarbeiter, denn loyale und kompetente Mitarbeiter sind unser Kapital. Hire and fire gibt es bei uns nicht.

Die Rahmenbedingungen verändern sich rasant. Das kleine Einmaleins des E-Commerce dürften wir alle mittlerweile gelernt haben, dennoch beobachten wir in großen Teilen des Handels weiterhin disruptive Veränderungen. Wohin geht die Reise Ihrer Meinung nach und wie richten Sie angesichts dieser Entwicklungen Ihre Vertriebsstruktur aus?
Am Sonntag von der Couch aus online zu shoppen und kurz danach die Pakete auszupacken ist natürlich bequem. Dieses Rad wird sich nicht mehr zurückdrehen lassen. Dennoch bin ich der Meinung, dass ein richtiges, weil emotionales Einkaufserlebnis nicht im Netz stattfinden kann. Mithilfe einer „begreifbaren“ Präsentation und einer guten Beratung kann der stationäre Handel seine Position durchaus verteidigen. Bei der Präsentation helfen wir gerne mit Displays, Ausstellungsstücken, Beratung und Schulung durch den Außendienst, wir stellen In-store Videos und vieles mehr bereit, denn wir haben ja ein großes Interesse daran, die letzten Bastionen des Fachhandels tatkräftig zu unterstützen. Wenn wir uns alle Amazon ausliefern, haben wir verloren.

Eltern mögen sie, Kinder lieben sie: die fantasievollen Produkte von sunflex

Immer mehr Unternehmen installieren eigene Shops …
Wir bei sunflex sind im Bereich E-Commerce sehr zurückhaltend, wir unterstützen lieber unsere Fachhändler beim Online-Gang mit aussagekräftigen Bildern, animativen Videos, passenden Texten und Social Media Kampagnen.

Sie decken mit Ihrer Produktpalette fast alle Bereiche des Funsports ab. Was lässt sich gut im Spielwarenhandel platzieren und wo endet dessen Kompetenz?
Fast unser ganzes Sortiment ist für den Spielwarenhandel geeignet. Im Bereich Funsport sprechen wir über Artikel, die Freude an Bewegung schaffen. Das sollte doch für jede Mutter und jeden Vater ein wichtiges Thema sein. Ein Tischtennisschläger, ein Beachballset, witzige Tierbälle, ein Frisbee oder auch ein Ball, der über das Wasser springt, bringt Freude an Bewegung. Ein wirklich hochqualitatives Sportgerät wie einen guten Tischtennisschläger oder einen „professionellen“ Scooter sucht man natürlich eher im Sport- als im Spielwarenhandel. Dart ist – zumindest in der Erwachsenenversion mit Metallspitzen – einfach zu gefährlich für Kinder. Unsere Produkte sind, von der Zielgruppe her gedacht, einfach perfekt für den saisonal gut sortierten Spielwarenhandel.

Ihre Produkte sind teilweise erklärungsbedürftig. Ist das ein k.o.-Kriterium in Zeiten, in denen im Handel immer mehr Beratungskompetenz verloren geht?
Gerade im Handel sollte das kein k.o.-Kriterium sein. Deswegen gehe ich als Verbraucher ja ins Geschäft. Ich wünsche Beratung. Und umgekehrt bietet die Erklärungsbedürftigkeit dem Händler doch einen fantastischen Ansatz, mit dem Kunden ins Gespräch zu kommen und ihn zu überzeugen. Die Händler, mit denen wir gut und lange zusammenarbeiten, haben genau das begriffen und nutzen diese Schiene, um im Kundenkontakt zu bleiben und ihr Sortiment mit coolen Produkten mit guten Margen zu arrondieren.

Der Bereich Funsport spielt in Ihrem Unternehmen eine tragende Rolle. Sie treffen mit Ihren Produkten den Zeitgeist, das neue Körperbewusstsein und den Spaß an Bewegung. Das Bestreben, altersübergreifend Freude an einer „gesunden“ Freizeitbeschäftigung zu vermitteln, liegt im Trend. Worauf legen Sie bei der Auswahl Ihrer Produkte besonderen Wert?
Vor allem legen wir hohen Wert auf Qualität, damit die Freude an unseren Produkten auch lange anhält. Damit verfolgen wir automatisch das Ziel der Nachhaltigkeit, da wir keine Wegwerfartikel anbieten. Ein sunflex-Produkt ist fast unkaputtbar. Wir beobachten im Übrigen, dass mit der Renaissance der Fitnessbewegung auch immer mehr Jugendliche und Erwachsene Spaß an unseren Produkten finden.

Die sunflex-Designs sind unverwechselbar, dennoch oder gerade deshalb werden Sie so oft kopiert. Der wirtschaftliche Schaden, der dadurch entsteht, ist schwer zu beziffern. Gehen Sie gegen Plagiate vor?
In unserem Büro in Hongkong gibt es einen Mitarbeiter, der sich über Plagiate immer sehr freut. Er ist der Ansicht, das sei nur ein Beweis dafür, wie schön und interessant unsere Produkte sind. Sonst würde sie doch niemand nachmachen ...
Aber ich gebe zu, es nervt schon, wenn man einen Katalog aufschlägt und dort fast das gleiche Design oder eine aktuelle Neuheit nachgemacht sieht – und das in unglaublich kurzer Zeit. Vor einiger Zeit sahen wir auf einer chinesischen Messe ein Verpackungsdesign von uns, 1:1 kopiert, bevor der Artikel überhaupt auf dem Markt war.

Auf welchen Messen stellen Sie mit sunflex aus und wo treffen Sie vor allem auf Neukunden?
Wir stellen auf der Spielwarenmesse und der Sportartikelmesse ISPO aus. Und natürlich auch auf regionalen, kleineren Messen und bei Einkaufstagungen der Verbände. Auf der Nordstil und bei den duo-Einkaufstagen sind wir über unseren Außendienst vertreten. Wir planen derzeit, auch an der EK-Fun 2020 teilzunehmen.

Sie sind mit Ihren Handelsvertretern lange Jahre verbunden. Ihre Frontmänner und -frauen sind dafür bekannt, sich besonders für die Marke sunflex zu engagieren. Das ist in Zeiten des immer härter werdenden Konkurrenzkampfes um Regalmeter ein großes Plus. Welchem Umstand schreiben Sie dies zu?
Da müssen Sie eigentlich unsere Vertreter fragen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es daran liegt, dass unsere Außendienstkollegen – eigentlich sind sie mehr gute Freunde im Verkauf – unser jährliches Sommerfest mit Grillfeier so besonders gern mögen. Nein, Spaß beiseite, ich denke, es ist die gegenseitige Wertschätzung. Wir begegnen einander auf Augenhöhe und beziehen unsere Vertreter frühzeitig in die Produktauswahl und -entwicklung ein. Dadurch stehen sie mit Überzeugung hinter den Produkten. Der Außendienst gibt uns wichtige Rückmeldungen, er ist ja unser Ohr am Handel. Wir versuchen immer, schnell und unbürokratisch diese Anregungen umzusetzen und auf die Wünsche des Außendienstes und unserer Kunden einzugehen. Das ist im Übrigen auch ein großes Plus bei Familienunternehmen habe ich mir sagen lassen.

Ein schöner Schlussakkord, Herr Zimmermann, ich bedanke mich für das Gespräch!
Liebe Frau Dorndorf, Ihnen ebenfalls vielen Dank für Ihr Interesse, aber noch mehr für die jahrelange gute Zusammenarbeit.

sunflex-sport.com

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