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Handel

Möbelhandel liebt Babys

Inhabergeführte Fachgeschäfte, Filialketten, Franchisesysteme – zahlreiche Vertriebsschienen rivalisieren auf dem Markt für Babyartikel um den Zuspruch der Kunden. Eine zunehmend wichtigere Rolle spielt der Möbelhandel.

Ob my baby Lou, Uups oder die Ikea-Labels Mula oder Klappa – mit eigenen Handelsmarken bespielen die großen Möbelhändler den Babymarkt

Gleichgültig welches der großen deutschen Möbelhäuser man an einem Samstagmorgen besucht – eines wird schnell klar: Es sind die Familien, die das Bild prägen. Fröhliches Kindergeschrei schallt durch die Gänge und junge Mütter und Väter diskutieren ausführlich mit ihren Spröß-lingen die Vor- und Nachteile verschiedener Einrichtungsgegenstände. Abwechslungsreiche Angebote für die Kids, Wickelräume, Spielplätze, Kindergärten und Kinderteller auf den Speisekarten in den Restaurants zeigen die Wertschätzung der Branche für diese Zielgruppe – und die beginnt bereits beim Thema Baby mit einem Sortiment, das weit über die klassischen Babymöbel hinausgeht.
Starten wir doch eine kleine Rundreise in der Metropolregion Rhein-Neckar zwischen Mannheim und Heidelberg. Ikea, XXXLutz und Höffner – die ersten Drei des deutschen Möbelhandels – sind in dem finanzstarken Wirtschaftsraum mit großen Häusern vertreten.

Gleich im Erdgeschoss präsentiert XXXLutz in Mannheim-Vogelstang ein Babysortiment, das keine Wünsche offenlässt – von Hardware wie Kinderwagen über Schnuller und Überwachungsgeräte bis zu Textilien und Spielzeug. Viele Marken in den verschiedenen Bereichen wie Bébé-jou, Nuk, Joie, Cybex und Chicco zeigen Flagge. Auch Alvi, Sterntaler und Sigikid haben einen Platz in den Regalen. Doch XXXLutz setzt vor allem auf die eigene Marke my baby Lou, die den gesamten Bereich abdeckt. My baby Lou-Etiketten finden sich auf Kinderwagen und Buggys, Kuscheldecken, Spieluhren, Babypflegeartikeln und Lauflernwagen – und sind ausschließlich in einem Teil der Häuser beim zweitgrößten deutschen Player im Möbelgeschäft zu haben. Die Österreicher sind derzeit mit knapp 50 Filialen in Deutschland vertreten.
In Schwetzingen unterhält Höffner ein großes Haus – und die Ausstattung für den jüngsten Nachwuchs lässt sich auch hier in großem Stil erweitern. Ganz so groß wie beim Konkurrenten XXXLutz ist das Angebot zwar nicht – es fehlen beispielsweise Kinderwagen. Doch Babysitze, Hochstühle oder Babywippen sind zahlreich vorhanden. Höffner baut auf bewährte Industriemarken von Chicco über Joie bis Geuther. Das eigene Label Uups konzentriert sich auf den Bereich Textilien. Motive wie Waldtiere oder Wolken zieren Bettwäsche, Kuschelkissen, Schlafsäcke oder Decken.
In Walldorf hat nicht nur der SAP-Konzern seinen Sitz, sondern auch ein Ikea-Möbelhaus – und bei dem Marktführer im deutschen Möbelhandel gehört die Kinderfreundlichkeit praktisch zur DNA. Außer einer Babywippe findet sich im Ikea-Kinderland zwar keine Hartware – dafür viel Holz- und Stoffspielzeug Ikea-eigener Marken wie Mobiles und Bilderbücher mit dem Label Klappa, Ringpyramiden und ein Puzzlekasten mit dem Label Mula oder das Babygymnastik-Center aus der Leka-Serie. Kreiert werden die exklusiven Artikel von eigenen Designern.
Doch nicht alle Möbelhäuser, die ein Baby-Sortiment anbieten, entwickeln diesen Bereich selbst oder haben Eigenmarken am Start. Das traditionsreiche Möbelhaus Pilipp, das in Franken mit drei Filialen in Ansbach, Bamberg und Bayreuth-Bindlach vor Ort ist, geht einen anderen Weg. Das Unternehmen hat sich für das HappyBaby-Shop-Konzept der Bielefelder EK/servicegroup entschieden. Im Jahr 2005 wurde nach einer Modernisierung und Erweiterung des Ansbacher Stammhauses dort ein HappyBaby-Markt eröffnet, der auf über 1.000 Quadratmetern die Babyausstattung aller namhaften Hersteller wie Hartan, Cybex, Reer, Steiff, Sterntaler oder Nuk präsentiert – und der größte Babyfachmarkt der Region ist. Ein Jahr später folgte ein über inzwischen 500 Quadratmeter großer Shop in der Filiale Bayreuth-Bindlach. Und als 2008 ein Möbelhaus-Neubau in Bamberg seine Pforten öffnete, machte dort eine weitere HappyBaby-Fläche, die derzeit 1.100 Quadratmeter belegt, das Kleeblatt perfekt. Sieben Möbelhäuser, darunter eines in Südtirol, arbeiten beim HappyBaby-Konzept mit der EK/servicegroup zusammen, darunter neben Möbel Pilipp, Möbel Wanninger mit seinen Standorten in Straubing und Kötzting, Möbel Nemann in Vechta, Möbel-Schau Norsingen in Offenburg, Möbel Wallach in Celle sowie das Wohncenter Spilger in Obernburg und das Wohnzentrum Jungmann in Brixen.
Mit Blick auf die wichtige Zielgruppe junge Familien, das wurde bei dieser Rundfahrt deutlich, gewinnt das Thema Baby im Möbelhandel zunehmend an Bedeutung – auch unter dem Serviceaspekt.

XXXLutz, Ikea und Höffner – die drei Marktführer im deutschen Möbelhandel haben den Babymarkt für sich entdeckt

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