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Nachruf

Der Schöpfer der Baby born ist tot

Ein Portrait zum Tod von Willy Zapf

Willy Zapf † Seine Baby born wurde zum Sehnsuchtsspielzeug einer ganzen Generation

Die Branche trauert um Willi Zapf, einen Mann, der die Puppenindustrie nachhaltig geprägt hat. Rödental trauert um einen Vollblutunternehmer mit Weitblick – die Zapf Creation AG betrauert einen besonderen Menschen und kreativen Geist, den Schöpfer der Baby born.
Willi Zapf starb bereits am 30. Juni 2021 im Alter von 83 Jahren. Dieses Portrait soll sein Leben und Wirken zusammenfassen. Für all jene, die sich gern an ihn erinnern möchten und für die, die Willi Zapf nicht mehr kennenlernen durften.
Willi Zapf ging früh eigene Wege. Der gelernte Export- und Importkaufmann verließ, kaum ausgelernt, das elterliche Unternehmen und machte sich auf in den hohen Norden. Von Hamburg und Bremen zieht es ihn in die weite Welt. Auf dem Schreibtisch des jungen Willi Zapf liegt ein Angebot für eine Stelle in Mombasa als ihn seine Mutter inständig bittet, nach Hause zu kommen, um in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Diesem Ruf folgt Willi Zapf. Er kehrt 1958 nach Oberfranken zurück, wird Mitinhaber und bewahrt damit das Familienunternehmen vor der Schließung. Parallel zur beruflichen Weichenstellung folgt im gleichen Jahr eine private: Willi Zapf verlobt sich und heiratet ein Jahr später seine Frau Brigitte – den kreativen Kopf des Unternehmens. Einer der Lebensmittelpunkte des Power-Paares wird Puppen-Zapf. Willi und Brigitte Zapf, der Kaufmann und die Kreative, ergänzen sich perfekt. Für den bahnbrechenden Erfolg des Unternehmens sorgt einige Jahre später ein Produkt: Die Spiel- und Funktionspuppe Baby born. Seither wird der Name Zapf immer mit dem Gattungsbegriff Puppen, deren prominenteste Vertreterin die Baby born ist, verbunden bleiben.
Willi Zapf erkannte das Potenzial dieser Puppe, die ihm ein australischer Geschäftsmann in Hongkong vorstellte, sofort. Er erwarb die Lizenz zum Verkauf der „Neugeborenen Babypuppe“. Sein Traum war, eine komplette Spiel-Welt rund um diese Puppe zu kreieren. Dabei half ihm seine Frau Brigitte an ganz entscheidender Stelle. Das Ehepaar Zapf verhalf der Baby born zu ihrer Alleinstellung: Die Puppe konnte alles, was kleine Babys tun: weinen, essen, trinken und Pipi machen. Das ist die USP der Baby born und bis heute so geblieben.
Die Baby born der ersten Generation war in ihrer Machart revolutionär: Sie räumt mit Vorurteilen und Vorbehalten auf, wird schnell beste Freundin der kleinen Mädchen – und natürlich Jungs. Sie sagt bei ihrem Markteintritt 1991 den „steifen“ Puppendamen den Kampf an und stellt das Rollenspiel in der Vordergrund. Die Baby born wird zum Bestseller. Kein Gabentisch ohne sie, kein Kindergeburtstag, bei dem nicht die Baby born ganz oben auf der Wunschliste steht.
Schon ein Jahr nach Markteintritt verkaufte Willi Zapf eine Million Puppen. Das erforderte neue Weichenstellungen. Die Fertigung wurde nach China verlegt. Die Zapfs verkauften ihr Unternehmen an Triumph Adler. Aus dem Familienbetrieb wurde die Zapf Creation AG. Willi und Brigitte Zapf blieben ihrer Baby born treu und begleiteten sie noch fünf Jahre lang.
Ihrem unternehmerischen Gespür und unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass die Baby born zum Sehnsuchtsspielzeug einer ganzen Generation wurde. So titelte der Spiegel zum 30. Geburtstag der Spielpuppe, die als Funktionspuppe „mit fränkischer Perfektion“ Geschichte machte.
Was im oberfränkischen „Tal der Puppen“ an der Spielzeugstraße begann, ist einer der größten Erfolge, den die Spielwarenbranche verzeichnen kann. Die Geschichte der Baby born wird immer mit ihrem Schöpfer Willi Zapf verbunden sein. 

sd

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