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Brennpunkt

Rohstoffpreise - Wann ist der Peak erreicht?

Sie kennen den Begriff Supergau, aber wissen Sie auch, was ein Superzyklus ist? Dieser Terminus ist derzeit in aller Munde, denn der exorbitante Anstieg der Rohstoffpreise bringt Banker und Händler dazu, den Beginn eines Rohstoff-Superzyklus auszurufen: eine Entwicklung, bei der zwischen dem Boom bei Rohstoffpreisen und dem Platzen der Blase eine lange Zeit vergehen könnte, vielleicht sogar Jahrzehnte. Und das wäre der Supergau.

Das Thema, das viele Branchen und auch uns Verbraucher derzeit bewegt, ist weniger die Sorge vor der vierten Corona-Welle, – es scheint, als habe man sich mittlerweile an diese Art von „Bad News“ gewöhnt – nein, es sind die exorbitant steigenden Rohstoff- und Frachtpreise, die die Unternehmen vor fast unlösbare Aufgaben stellen und deren Auswirkungen auch wir Normalverbraucher in Form von Verknappungen und Preiserhöhungen immer mehr zu spüren bekommen. Nehmen wir die Frachtraten. Der Preis für einen Standard-Container stieg in kürzester Zeit von 2.000 US-Dollar auf in der Spitze 12.000 US-Dollar. Bei den Rohstoffpreisen sieht es ähnlich verheerend aus: Der Preis für Aluminium ist um 27 Prozent gestiegen, Baumwolle stieg im Einkauf um 30 Prozent, Rohöl um 46 Prozent, Kunststoff um bis zu 70 Prozent und Holz sage und schreibe sogar um bis zu 100 Prozent. Ein Parameter ist der Preis für Kupfer, das im Jargon der Märkte auch Doktor Kupfer genannt wird. Diesem Metall wird die unheimliche Fähigkeit zugeschrieben, Wendepunkte der Weltwirtschaft durch seine Preisentwicklung vorherzusagen.

Bild: ifo Institut

Seit seinem Tief im März 2020 hat Kupfer um mehr als 80 Prozent zugelegt auf rund 8.500 US-Dollar pro Tonne – das ist der höchste Stand seit 2012. Was das zur Folge hat? Das, was wir jetzt schon spüren: Lieferengpässe, mangelnde Verfügbarkeit von Waren und ganz sicher teilweise massive Preissteigerungen für viele Produkte des täglichen Lebens –und dazu gehören auch Spielwaren.
Was sind die Ursachen? „Investitionen in die Energiewende werden die Rohstoffpreise massiv und dauerhaft treiben – wir schätzen die Ausgaben auf mindestens 40 Billionen US-Dollar in den nächsten 20 Jahren“, sagt Simon Flowers, Analyst bei der Energieberatung Wood Mackenzie. „Das ist ein zentraler Bestandteil der Konjunkturpakete für die Zeit nach der Pandemie und wird auch noch viel länger andauern.“
Sibylle Dorndorf befragte zu diesem komplexen Thema Dr. Klaus Wohlrabe, den stellvertretenden Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen.

Dr. Klaus Wohlrabe beleuchtet die Thematik aus makroökonomischer Perspektive

Herr Dr. Wohlrabe, im Moment beschäftigt uns nicht nur die Frage, ob wir im Herbst mit einer 4. Corona-Welle rechnen müssen, sondern, ob uns eine „4. Welle“ bei den Preissteigerungen hinsichtlich der Rohstoff- und Frachtpreise droht. Wie stehen die Vorzeichen, dass das so kommt und wohin soll das noch führen, beispielsweise im kommenden Jahr?
Die Preise für viele Rohstoffe kennen im Moment nur eine Richtung: nach oben. Nur bei den Holzpreisen hat sich die Lage zuletzt etwas entspannt. Gegenwärtig gibt es auch keine Anzeichen, dass sich an dieser Situation etwas ändern wird. Die Nachfrage ist hoch und das Angebot knapp. Nun wird diese Entwicklung aber kein Dauerzustand bleiben. Man muss sich jedoch an den Gedanken gewöhnen, dass viele Rohstoffpreise grundsätzlich teurer bleiben werden im Vergleich zu der Zeit vor der Wirtschaftskrise.

Wir verzeichnen jetzt schon in vielen Branchen Lieferengpässe im Handel. Nachdem die Unternehmen in ihrer Produktion erheblich behindert sind, wird sich das zum Weihnachtsgeschäft hin deutlich verschärfen, auch in der Spielwarenbranche, nehme ich an?
Das ist richtig. Gegenwärtig berichten knapp zwei Drittel der Industrieunternehmen von Problemen bei der Beschaffung von Vor- und Zwischenprodukten. Die Folgen davon pflanzen sich sozusagen gerade durch die gesamte Wirtschaft durch. Knapp 43 Prozent der Einzelhändler bekommen im Moment nicht alle Waren, die sie bestellt haben. Die Spielwarenbranche ist da keine Ausnahme. So mancher Spielzeugwunsch zu Weihnachten wird vielleicht unerfüllt bleiben.

Wir haben in der Spielwarenbranche viele Produkte aus Holz und Kunststoff, hier sind die Rohstoffpreise schier explodiert. Aber auch IC-Chips sind Mangelware sowie Gummi und Kautschuk. Gibt es weitere Rohstoffe, die bald knapp werden könnten?
Seltene Erden, die vor allem bei Batterien zum Einsatz kommen, sind unheimlich gefragt. Dies ist vor allem auf den Boom bei den Elektroautos zurückzuführen. Das wird sicherlich auch das eine oder andere batteriebetriebene Spielzeug betreffen.

Kann man dieser Entwicklung mit dem Einsatz alternativer Kunststoffe oder anderen bio-basierten oder recycelten Materialien entgegenwirken?
Das ist sicherlich eine Möglichkeit, aber kurzfristig nicht umsetzbar. Hier muss noch viel in die Forschung und vor allem in die Umsetzung für die industrielle Massenfertigung investiert werden. Das braucht Zeit. Die sollte genutzt werden, um zukünftig flexibler auf solchen Krisen reagieren zu können.

Der Preisanstieg im verarbeitenden Gewerbe ist aus diesem Trend resultierend eklatant. Die Einkaufspreise sind teilweise fast um 100 Prozent gestiegen. Was wird da an den Handel weitergegeben werden müssen – und damit letztlich an den Endverbraucher? Sprich, um wieviel verteuern sich Produkte im Schnitt?
Das wird im Einzelfall sehr unterschiedlich sein. Viele Unternehmen können die gestiegenen Einkaufspreise nicht vollständig weitergeben, auch wegen der Sorge, dass die Nachfrage zurückgeht. Oft bestehen ja auch langfristige Lieferverträge. Das drückt natürlich auf die Marge und damit auf die Stimmung bei den Unternehmen. Es gibt Befragungen die zeigen, dass die Verbraucher aber schon mit steigenden Preisen rechnen.

Bleibt die Frage: Preise erhöhen oder Produktion drosseln. Wozu tendieren die Unternehmen Ihren Untersuchungenzufolge? Die Auftragslage ist ja gut …
Im Moment planen die Unternehmen vor allem die Preise zu erhöhen. Dies sehen wir eindeutig in unseren Umfragen. Die Produktion wird oft zumindest nicht weiter erhöht, auch wenn die Auftragslage sehr gut ist. Dass die Produktion gedrosselt wird, ist aber eher selten der Fall.

Wie sieht ein Blick in die Welt aus? Die globalen Rahmenbedingungen wie der Handelskrieg zwischen USA und China und die Bewegung „China First!“ tragen zu einer Verschärfung der Situation bei?
Der Handelskrieg zwischen den USA und China ist in einer solchen Situation zumindest nicht hilfreich. Dies ist aber schon eine längerfristige Entwicklung. Die stark gestiegenen Rohstoffpreise sind auch eine Folge der allgemein sehr hohen weltweiten Nachfrage nach der Krise im letzten Jahr. China treibt zudem den Transformationsprozess der eigenen Wirtschaft schon seit längerem voran. In solchen Phasen gibt es da schon die Tendenz, dass einheimische Betriebe bevorzugt werden.

Kommen wir zu den gestiegen Frachtpreisen. Hier ist kein Ende abzusehen. Teilweise haben sich die Preise versechsfacht. Werden die herstellenden Unternehmen über Standortverlagerungen nachdenken oder ist eher Abwarten eine Lösung? Was meinen Sie?
Vielen bleibt gar nichts anderes übrig als abzuwarten, insbesondere dann, wenn sie bei den Zulieferern keine (kurzfristige) Alternative haben. Sicherlich spielen Standortverlagerungen in den Überlegungen von Unternehmen eine Rolle. Aber auch das lässt sich kurzfristig nicht umsetzen. Dort, wo es möglich ist, sucht man sich andere Zulieferer, aber das hat oft dann wieder höhere Einkaufspreise zur Folge.

Container stehen an der falschen Stelle, wer mehr bezahlt, bekommt den Zuschlag – China nutzt sein Monopol für die Containerherstellung … es sieht nicht so aus, als würde sich die Lage im Transportwesen in Bälde entspannen. Im Gegenteil. Wie ist Ihre Prognose? Was passiert in 2022 und danach mit den Frachtraten?
Prognosen in dem Bereich sind im Moment sehr schwierig. Gegenwärtig zeichnet sich keine Entspannung ab. Bei einer solchen Dynamik gibt es leider auch immer Mitnahmeeffekte, die die Preise treiben. Die spannende Frage ist, wie lange noch der Sand im weltweiten Logistikgetriebe bleiben wird. Ich denke 2022 wird es eine Entspannung geben, wenn auch auf hohem Niveau. Hohe Preise ziehen aber auch immer neue Player an, was die Karten neu mischt, das heißt, zu einem kontinuierlichen Anstieg wird es nicht kommen. Dies ist natürlich wenig tröstlich für die Unternehmen die jetzt ihre Frachten buchen müssen.

Bild: ifo Institut

Nun beschert uns die „Werkbank“ China zum soundsovielten Mal Probleme. Lieferketten brechen ein, die Logistik ist fragiler denn je. Wann lernen wir daraus und was würden Sie Unternehmen als Langfriststrategie raten?
Die wichtigste Lehre aus den aktuellen Entwicklung und auch aus dem vergangenen Jahr, wo ja teilweise die Grenzen geschlossen waren ist, dass die Lieferketten diversifiziert werden müssen. Der Preis wird oft nicht mehr das einzige Kriterium sein, sondern auch die Sicherheit und Robustheit der Logistik. Vielleicht wird auch die eine oder andere Auslagerung wieder überdacht werden. Das ist eine wichtige langfristige strategische Entscheidung. Wir wissen aus unseren Umfragen, dass den Unternehmen dies durchaus bewusst ist und diese das angehen werden. Der europäische Produktionsstandort wird in Folge dessen wieder an Bedeutung gewinnen.

In Ihrem Vortrag für die Mitglieder des DVSI erwähnten Sie, dass die Krise die Industrie in einem günstigen Moment erwischt. Zielen Sie hier auf die Konsumlaune ab, die nach den Lockerungen spürbar ist?
Genau, viele Konsumenten haben einiges Nachzuholen. Im letzten Jahr ist die Sparquote merklich gestiegen, da viele Ausgaben, wie zum Beispiel für Kultur und Urlaub, teilweise weggefallen sind. Im Moment ist noch etwas Zurückhaltung zu spüren, auch aufgrund der drohenden 4. Welle, aber dieses gesparte Geld wartet darauf, auch ausgegeben zu werden.

Wenn wir im Herbst tatsächlich eine 4. Corona-Welle bekommen, dann ist mit einem erneuten Einbruch der Konjunktur zu rechnen, mit vielen Insolvenzen, mit einem Sinken der Konsumlaune. Male ich hier zu schwarz, was meinen Sie?
Ich denke, Sie malen hier zu schwarz. Es wird zu keiner Rezession kommen, zumindest mit Blick auf die Gesamtwirtschaft. Natürlich wären die Bereiche Touristik, Kultur und Gastgewerbe erneut hart getroffen, aber die Industrie und auch der Handel sind deutlich besser aufgestellt als noch vor einem Jahr. Die Insolvenzen sind gerade die große Unbekannte. Die Zahlen liegen im Moment deutlich niedriger als von vielen erwartet. In jedem Fall sind es aber eher die kleineren Firmen die von einer möglichen Insolvenz bedroht sind.

Über allem hängt das böse Wort Inflation. Bekommen wir eine Inflation? Reagiert die EZB – oder wird das Süppchen heißer gekocht als gegessen?
Wir werden wieder eine Inflation bekommen. Wir sind sogar schon mittendrin. Den Unternehmen bleibt ja teilweise im Moment nichts anderes übrig, als die Preise zu erhöhen. Zudem gibt es auch einige Nachholeffekte. Die aktuellen Reaktionen zeigen, dass viele daran gar nicht mehr gewöhnt sind. Sicherlich wird die Inflationsrate noch eine Weile steigen oder hoch bleiben, aber sie wird nicht explodieren wie von manchen befürchtet. Die Signale der EZB deuten darauf hin, dass sie zunächst nicht reagieren wird. Ich würde die Lage im Moment auch nicht überdramatisieren. Die Krux ist ja, um festzustellen, ob es eine langfristige Entwicklung ist, muss auch erstmal etwas Zeit vergehen, dort sind wir aber noch nicht.

Und zum Schluss die berühmte Gretchenfrage an den Experten: Wie lange soll das noch so weitergehen? Wann sind wir endlich raus aus dieser explosiven Gemengelage?
Die Gemengelage ist zwar unangenehm, aber nicht explosiv. Für einzelne Unternehmen, Händler oder Verbraucher bleibt dies natürlich weiterhin eine schwierige Situation. Aber die Wirtschaft insgesamt droht nicht wie im letzten Jahr in eine Rezession zu gleiten. Ich gehe davon aus, dass uns diese Probleme noch mindestens bis Ende des Jahres begleiten werden. Eines ist sicher: Die Weihnachtsgeschenke dürften in vielen Fällen teurer werden als letztes Jahr.

Herr Dr. Wohlrabe, ich bedanke mich herzlich für das aufschlussreiche Gespräch und die wertvollen Einblicke, die Sie unseren Leser*innen damit ermöglichen!

ifo-Institut

Das ifo Institut wurde 1949 als außeruniversitäre Forschungseinrichtung in München gegründet. Bereits im Gründungsjahr führte es mit den Unternehmensbefragungen eine neue Methode der Konjunktur- und Marktbeobachtung ein: Es berechnete aus den Ergebnissen der ifo Konjunkturumfragen das ifo Geschäftsklima. Seit 1972 wird dieses regelmäßig veröffentlicht und ist es einer der wichtigsten Frühindikatoren der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Darüber hinaus steht das Institut für exzellente Forschung mit internationaler Ausstrahlung und erfolgreiche Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Es spielt eine zentrale Rolle in öffentlichen Debatten und in der nationalen und europäischen Politikberatung. Aktuell sind zirka 200 Personen am Institut beschäftigt, über die Hälfte in der Forschung.

ifo.de/ueber-ifo

 

Die mit der Rohstoffknappheit und dem Nachfrageüberschuss verbundenen höheren Beschaffungspreise für Pappe/Papier, Kunststoff und Elektronikkomponenten erfordern auch auf unserer Seite eine Anpassung. Ab 1. September bis 31.12.2021 wird es deshalb eine temporäre Preisanpassung in Höhe von vier Prozent geben. Die jährliche Anpassung im Januar 2022 planen wir im mittleren einstelligen Bereich.
Neue Entscheidungen in Sachen Lieferketten/Produktionsstätten treffen wir nicht. Wir profitieren von eigenen Produktionsstätten in Deutschland und Tschechien mit großer Fertigungstiefe.

Yasin Ates, Geschäftsleiter DACH,
Ravensburger Verlag GmbH

 

 

Kein Unternehmen kann sich dieser aktuellen Situation entziehen. Nicht nur die fehlenden Frachtkapazitäten und die momentan exorbitant hohen Frachtkosten führen unweigerlich zu Preissteigerungen, wir erleben gerade auch eine sehr schwierige Versorgungssituation mit Rohstoffen und Materialien.
Durch den Preisanstieg in der Produktion verteuern sich unsere Produkte massiv. Dennoch versuchen wir, die Preissteigerung im Vertrieb moderat zu halten und auf Preissteigerungen von zehn Prozent und mehr zu verzichten.

Uwe Weiler, COO Simba Dickie Group

 

 

Binnen eines Jahres sind die Frachtkosten von zirka 2.000 US-Dollar auf über 14.000 US- Dollar gestiegen. Hinzu kommt, dass wenn man auch (gezwungenermaßen) bereit ist, diese unverschämten Preise zu zahlen, nicht sichergestellt ist, dass man seinen Container zu dem gewünschten Termin auch aufs Schiff bekommt. Die Reeder berufen sich zwar auf Corona, doch in Wirklichkeit handelt es sich um künstlich geschaffene Preise, da es nur noch drei Verbünde gibt, die den weltweiten Containertransport kontrollieren. Hier sind der Gesetzgeber und das Kartellamt gefordert, diesem Preistreiben ein Ende zu setzen.
Zu den hohen Frachtkosten kommen noch die Materialkostensteigerungen und der ungünstig starke Renminbi, der zirka acht Prozent in diesem Jahr zugelegt hat, hinzu.
Wir haben diesbezüglich mit unserem neuen Distributionspartner Revell gesprochen und schlagen eine UVP Erhöhungen je nach Produkt zwischen zehn Prozent und 28 Prozent vor. Im Schnitt wird die Erhöhung zirka 15 Prozent ausmachen.
Da wir in unseren eigenen Fabriken in Ningbo produzieren, ist es nicht möglich, die Produktion zu verlagern. Wenn sich die Lage auf dem Seefrachtmarkt wieder normalisiert, werden wir auch unsere Preise dementsprechend wieder senken. Damit ist aber nicht vor Mitte 2022 zu rechnen, so dass im Weihnachtsgeschäft der Endverbraucher die neuen Preise bezahlen muss.

Christian Alsbaek, General Manger EMEA Rollplay GmbH

 

Die Lage am Beschaffungsmarkt ist seit Jahren angespannt. Die drastisch gestiegenen Seefrachtraten stellen uns vor enorme zusätzliche Herausforderungen. Preiserhöhungen sind kurzfristig und mittelfristig unvermeidbar. Da wir von Impulskauf-Produkten im Niedrigpreisbereich bis hin zu großvolumigen Kuscheltieren, bei denen sich die Seefrachtraten deutlich stärker auswirken, ein sehr breit gefächertes Sortiment haben, müssen wir für jede Produktgattung individuelle Maßnahmen ergreifen. In der aktuellen Situation können wir nicht ausschließen, großvolumige Produkte aus dem Sortiment zu nehmen.

Thomas Pfau, CEO Nici GmbH

 

Die Rohstoffpreise sind unterschiedlich stark gestiegen, das verteuert den Einkauf mancher Produkte nur ein wenig, andere dagegen erheblich. Die extreme Frachtkostenentwicklung ist denke ich hinlänglich bekannt. Gerade bei unseren relativ kleinpreisigen Artikeln schlägt das enorm zu Buche. Wir haben sehr lange gehofft, dass sich die Frachtkosten wieder beruhigen und haben versucht, das zu absorbieren.
Leider ist es nach wie vor nicht absehbar, dass die Entwicklung sich wieder dreht und wir mussten mit Wirkung ab 1. August eine Preiserhöhung umsetzen. Im Durchschnitt erhöhen wir den Händlereinkaufspreis um moderate fünf Prozent. Wir haben uns jeden einzelnen Artikel kritisch angesehen. Viele Artikel halten wir stabil, manche erhöhen wir im Cent-Bereich, andere müssen eine stärkere Erhöhung erfahren. Das wird allerdings gerade einmal die Erhöhung der Rohstoffpreise abdecken und noch nicht die Frachtkostenerhöhung. Unsere empfohlenen Verkaufspreise haben wir im Schnitt um sieben Prozent erhöht, so dass sich die Marge unserer Kunden verbessert. Sollte sich im zweiten Halbjahr keine deutliche Verbesserung der Frachtkosten herausstellen, wird die jetzige Preiserhöhung nicht ausreichen und wir müssen gegebenenfalls zum Jahreswechsel noch einmal unsere Kalkulation überdenken. Hinsichtlich unserer Produktionsstätten werden wir keine Veränderungen vornehmen. Wir sind mit unseren Lieferanten sehr eng verbunden und werden auch diese Zeit gemeinsam durchstehen.

Peer Zimmermann, Geschäftsführer Sunflex Sport GmbH

 

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