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Er sagt zum Abschied leise Servus

Es ist in der Tat ein eher leiser Abschied. Ohne Pauken, Trompeten, die große Bühne und lange Reden, die er im Übrigen nie gemocht hat. Das hätte man dem langjährigen Messechef anders gewünscht. Aber auch das hat sein Gutes. Den Champagner darf er nun alleine mit seiner Frau Andrea genießen und sich dabei locker zurücklehnen. Wir sagen: Prost! Alles Gute und auf Wiedersehen Ernst Kick!

Herr Kick, das Ende einer so langen Amtszeit ist immer mit widersprüchlichen Gefühlen verbunden. Einem lachenden und einem weinenden Auge. Wie fühlt sich der Abschied für Sie an?
Meinen Abschied hätte ich mir schon gerne anders gewünscht – allen meinen Wegbegleitern nochmals die Hände geschüttelt und persönlich Danke gesagt. Das alles geht leider nicht. Es bleibt mir also nur, auch auf diesem Weg nochmal ein großes Dankeschön in die Branche zu schicken. Was mich positiv stimmt, ist die Tatsache, dass wir die Nachfolge gut und vernünftig geregelt haben und auch die Übergabephase sehr konstruktiv und reibungslos über die Bühne ging. Es sind herausfordernde Zeiten, aber ich bin sicher, dass wir ab 2022 wieder optimistisch nach vorn blicken können.

Sie hatten mit der Spielwarenmesse 2020 Ihre letzte Veranstaltung, das war nicht vorherzusehen. Wie blicken Sie auf die Zeit vor Beginn der Pandemie zurück?
Ich bin froh, dass wir diese Spielwarenmesse noch so gut über die Bühne bringen konnten. Wir hatten Glück und waren eine der letzten Messen, die vor der Pandemie als Präsenzveranstaltung stattgefunden haben. Deshalb verzeichnen wir 2020 ein erfolgreiches Geschäftsjahr – in diesem Jahr wird es allerdings bescheidener ausfallen.

Sie sind 2002 an den Start gegangen, 2003 war Ihre erste Messe. Erinnern Sie sich noch daran, wie die Spielwarenmesse damals auf Sie wirkte?
Daran erinnere ich mich sehr gut. Ich kam aus München, war eine sehr professionelle Struktur gewöhnt und traf auf – ich sage es mal salopp – auf eine etwas zurückhaltende Messeorganisation. Es wurde unglaublich viel Verwaltungsaufwand betrieben, die Kreativität fehlte, echte Dienstleistung gab es fast keine. Ich konnte diesen Eindruck am Anfang gar nicht mit dieser kreativen und vielfältigen Branche, auf die ich traf, in Einklang bringen.

Erinnern Sie sich noch daran, was Sie als Erstes gemacht haben?
Ich habe nach 100 Tagen einen Strategieplan entwickelt. Das war eine Art To-do-Liste, die ich entworfen habe – ein roter Faden, an dem ich mich entlang gearbeitet habe. Diesen Plan habe ich dem Aufsichtsrat vorgestellt und ihn anschließend Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt.

Was waren die vorrangigen Aufgaben in Ihrem Strategieplan?
Ich habe mir die internen Strukturen angesehen und geschaut, wo ich ansetzen kann. Mit welcher Manpower ich zum Beispiel dringend notwendige Marketingaktivitäten auf den Weg bringen kann. Damals waren gerade mal 16 Mitarbeiter für die Spielwarenmesse tätig. Ich wollte die Internationalisierung vorantreiben und brauchte dafür auch eine Vertriebsstruktur, die es so noch nicht gab. Der Schritt auf das internationale Parkett war ein ganz wesentlicher Punkt für die Spielwarenmesse – und damit auch für die Branche.

 

Wie viele Mitarbeiter hat die Messe heute?
Wir sind allein in Nürnberg heute über 60. Das Team, das ich immer um mich hatte, war einfach toll und versteht es, Ideen gut umzusetzen.

In den Jahren als Messechef haben Sie sicherlich viel dazugelernt, aber auch viel einstecken müssen. Was war Ihre bitterste Erfahrung?
Ganz sicher gehört dazu die Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern. Es sollte ein Konstrukt auf Basis einer klassischen Win-Win-Situation für alle Beteiligten sein. Eine eher einseitige Interpretation, um es mal vornehm auszudrücken. Wir sind dann ausgestiegen, bevor noch mehr Manpower und Geld verbrannt wurde. Das wurmt mich heute noch, wenn ich ehrlich bin. Es wäre der Eintritt in einen wichtigen Zukunftsmarkt für die Branche gewesen, aber wir hatten den falschen Partner.

Wie viele Ihrer einst gesetzten Ziele haben Sie denn erreicht?
90 Prozent meiner Zielvorgaben habe ich erreicht. Und das habe ich einem wirklich einmaligen Team zu verdanken. Wir haben alle an einem Strang gezogen, quer durch alle Abteilungen.

Unter Ihrer Führung hat sich die Spielwarenmesse stabilisiert und auf sehr gesunde Beine gestellt. Was ist in Ihren Augen das Wichtigste, wenn man ein solches Schiff steuern muss?
Man muss Interessen zusammenführen, muss integrieren können. Als ich antrat, war die Wunde, die Genossenschaft in eine AG umzuwandeln, noch nicht ganz geschlossen. Das war für alle Beteiligten – mich eingeschlossen – ein Lernprozess. Ich kam ja aus einer AG, musste mir also die Genossenschaftsstruktur erst genauer anschauen. Nach und nach stellte ich fest, welches Potenzial eine Genossenschaft gerade für die wenig homogene Spielwarenbranche birgt. Große und kleinere Unternehmen ins Boot zu holen, ihnen Gehör zu verschaffen – das kann die Genossenschaft. Und so habe ich es dann auch umgesetzt. Wir haben damit eine sehr stabile Unternehmensstruktur geschaffen. Das war im Übrigen auch wesentliches Ziel des 100-Tage-Plans.

Wie sind Sie mit Misstrauen und mit Anfeindungen umgegangen?
Sachlich und rational. Es ist doch klar, dass man als Neuer erst einmal kritisch beäugt wird. Es gab bei der Spielwarenmesse eine emotionale Schräglage, die erst einmal wieder gerade gerückt werden musste. Ich denke, das ist mir gelungen.

Sind Sie denn auch mal emotional?
Ich kann auch mal ausrasten, aber bei mir steht eher die rationale Komponente im Vordergrund. Für mich ist wichtig, dass Dinge diskutiert werden, um sie voranzubringen.

Sie haben mit dem Aufsichtsrat und der Genossenschaft Gremien, die Sie in Ihre Messepolitik mit einbeziehen mussten. Wie frei waren Sie in Ihren Entscheidungen und Planungen für die Spielwarenmesse?
Es war immer ein sehr konstruktives Miteinander mit allen Gremien. Wir haben bei all unseren Entscheidungen die Interessen unserer Kunden in den Fokus gestellt. In den letzten Jahren hat sich mit dem Generationswechsel in den Unternehmen auch der
Aufsichtsrat verjüngt. Wir brauchen neue Perspektiven, denn wir müssen unsere Angebote der Zeit anpassen. Alles ist im Fluss, die Zeit bleibt nicht stehen – nicht einmal jetzt während der Pandemie …

Sie sprechen ein heikles Thema an. Die Welt scheint seit Monaten eingefroren. Keine Messen, keine großen Veranstaltungen …
Für die Politiker hierzulande scheint das Messewesen ein Fremdwort zu sein. Wir haben exzellente Hygienekonzepte entwickelt, aber es hat nichts genützt. Man könnte sagen, wir haben ein „Berufsverbot“ auferlegt bekommen. Nun scheint es, als sei diese Talsohle bald überwunden. Hoffen wir, dass es so bleibt und dass alle daraus gelernt haben.

Die Geschäfte waren lange geschlossen. Meinen Sie, dass die relevanten Käufer weiterhin Spielwaren in anderen Kanälen erwerben werden?
Nein, ich glaube das nicht. Um ein gutes Spielzeug zu erwerben, braucht es Beratung, Emotion, ein schönes Umfeld, Dienstleistung und nicht nur ein vollgestopftes Regal oder eine Schütte, in der alles durcheinanderfliegt. Es braucht den persönlichen Kontakt zum Händler, das Vertrauen, dass er richtig berät. Ich denke, dass sich viele nach den bewährten und gelernten Strukturen zurücksehnen werden.

Was sagen Sie zum Begriff Regnose?
Wir alle mussten in neue digitale Dimensionen eintauchen. Wir befinden uns noch mittendrin und zwar in allen Bereichen – in Unternehmen, Behörden, Schulen, im Ge-sundheitswesen, im Handel, im Privaten. Die Generation 4.0 ist mittlerweile überall vorhanden.

Der scheidende Messechef Ernst Kick hat einen mehr als guten Job gemacht. Er wird Spuren hinterlassen und seine Wegbegleiter werden sich immer gern an ihn erinnern

Wie sind Sie persönlich damit umgegangen?
Ich hatte gar keine Zeit, mich ewig an einem Thema festzubeißen. Da wären uns die Aussteller und Besucher weggelaufen. Wir mussten unsere Dienstleistung und Services möglichst schnell installieren und auch immer wieder anpassen. Die Nähe zu unseren Kunden und der Dialog mit ihnen hat uns immer das Tempo vorgegeben. Zum Glück – und das muss ich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich erwähnen – ist das Team immer mitgegangen. Ich hatte immer die personelle Grundlage für diese Vorgehensweise. Dafür bin ich sehr dankbar.

Haben Sie sich persönlich im Laufe Ihrer Amtszeit verändert?
Ich bin älter geworden. Aber beim Älterwerden habe ich auch etwas gelernt. Ich habe sehr viel aus dieser lebendigen und facettenreichen Branche mitgenommen. Ich kam ja aus einer trockenen Ingenieurswelt. Und dann kam ich in diese absolut facettenreiche Branche. Ich habe Unternehmer kennengelernt, die ihr Herzblut vergossen haben, um fantastische Spielwaren für Kinder zu designen. Auch für meinen Verantwortungsbereich habe ich unglaublich viel Inspiration bekommen.

So viel, dass Sie 2015 gleich auch eine neue Messe etabliert haben?
Wenn Sie so wollen, ja. Wir sind dem Wunsch von Industrieseite nachgekommen, ein neues Messeformat für das PBS-Segment zu entwickeln. Daraus ist das Konzept der Insights-X entstanden, das sich zu einer europäischen Markenmesse hin entwickelt hat.

Warum ist der Ansatz seinerzeit gescheitert, die ToyPreview in die Insights-X zu integrieren?
Das alte Format hat nicht mehr funktioniert und ein neues Format war noch nicht gelernt. Wir haben zwei Segmente, die sich ohnehin perfekt ergänzen. Wenn die Kundenwünsche nach einem neuen tragfähigen Konzept aufkommen, wäre es ein neuer Ansatzpunkt. Aber das ist eine Entscheidung des kommenden Vorstands.
Sie gelten als Erfolgsmann, als Macher wie man so schön sagt. Welche Eigenschaften braucht man, um erfolgreich zu sein?
Das kann ich in einem Satz sagen: Ein gutes Team, das die Ideen entsprechend umsetzt. Dazu gehört natürlich auch die Fähigkeit, die Mitarbeiter entsprechend zu motivieren und in ihren Aufgaben zu bestätigen.

Gab es einmal einen Moment, wo Sie Lust gehabt hätten, hinzuschmeißen?
Den gab es nie. Ich war immer im Einklang mit meiner Arbeit, mit meiner Aufgabe. Klar, das letzte Jahr möchte ich am liebsten vergessen. Das war ein mentaler Tiefschlag für uns alle.

Wird man Sie noch auf der Messe oder in der Branche antreffen?
Es macht keinen Sinn, an Dingen zu hängen, die vorbei sind. Aber ich werde der Branche und der Spielwarenmesse eG immer treu verbunden bleiben. Jetzt möchte ich mit meiner Frau Zeit verbringen, reisen und Neues erleben. So können wir die Welt anders kennenlernen als es bei Geschäftsreisen möglich war. Meine Frau ist schon am Planen und wir freuen uns schon darauf, wenn es losgeht.

Bevor Sie gehen, haben Sie eine Vision, wie die Spielwarenmesse in 2030 aussehen könnte?
Eine Messe ist ein lebendiger Kosmos, natürlich wird sie anders sein. Das wird schon 2022 spürbar. Wir haben die richtigen Nachfolger ausgesucht, die ihre Aufgabenfelder sowohl serviceorientiert als auch inhaltlich auf die künftig herrschenden Gegebenheiten ausrichten. Da bin ich absolut sicher.

Was wünschen Sie Ihren Nachfolgern?
Dass sie immer dynamisch und flexibel sein können und nicht an alten Strängen festhalten. Dass sie neue Ideen haben und die Kraft und den Rückhalt, sie auf den Weg zu bringen. Wenn das gelingt, dann wird die Spielwarenmesse ihre Position behalten und noch sehr lange die Weltleitmesse für Spielwaren sein.

Herr Kick, ich danke Ihnen für 19 Jahre tollen Dialog, Ehrlichkeit, gegenseitigen Respekt sowie spannende Interviews und Geschichten. Es war mir eine Ehre. Alles Gute für Sie und Ihre Frau! 

Mein lieber Ernst,

kaum zu glauben, dass nach knapp 25 Jahren so etwas wie ein Abschied gekommen ist. In den letzten zwei Jahrzehnten bist du für mich ein geschätzter Wegbegleiter in der Branche, aber vor allem auch ein Freund geworden, den ich in jeder Hinsicht schätze – beruflich wie auch privat – und dem ich vollkommen vertraue. Schon einige Jahre bevor es mich zu Schmidt Spiele und in die Spielware verschlagen hat, haben sich unsere Wege erstmals gekreuzt – über die „Systems“ in München. Wer hätte damals gedacht,  dass uns eine (andere) Messe auch heute, 25 Jahre später, immer noch verbindet und wir so viele Jahre gemeinsam beschreiten. Seit dem Jahr 2002 gibst du der Spielwarenmesse nun schon das Gesicht, hast diese in vielerlei Hinsicht geprägt, Meilensteine gesetzt und nun auch den Weg in eine neue Ära gelegt. Sicherlich gehörten die letzten Monate seit Beginn der Pandemie zu den größten Herausforderungen, aber dennoch hast du nie den optimistischen Weitblick verloren. Nicht nur ich, sondern eine ganze Branche dankt dir für deine Arbeit, deinen Einsatz und deine Errungenschaften, vor allem aber deine Leidenschaft für jede*n Einzelne*n in dieser Branche. Und auch wenn man zu Freunden nie wirklich Lebewohl sagt, so wünsche ich dir für alles was jetzt kommt von Herzen alles Gute!

Axel Kaldenhoven, Geschäftsführer Schmidt Spiele GmbH

Während meiner Tätigkeit im Messebeirat und dann ab 2010 im Aufsichtsrat der Nürnberger Spielwarenmesse hatte ich viele Gelegenheiten, mit Ernst Kick zusammenzuarbeiten. Hierbei ist hervorzuheben, dass mit dem Wirken von Herrn Kick vor allem der internationale Auftritt der Spielwarenmesse eG gestärkt wurde. Sein Engagement für die World of Toys und Messebeteiligungen zum Beispiel in Russland, China und Indien hat die Internationalisierung vorangebracht. Als zweites Standbein der Spielwarenmesse eG installierte Herr Kick erfolgreich die Insights-X für die Schreibwarenbranche, was sich auch positiv für den Messestandort Nürnberg auswirkt. Zudem setzte er sich stets für den Erfolg der Aussteller ein. Und trotz seiner zahlreichen Reisen und Termine ist er ein immer zugänglicher, konstruktiver Mensch, der ideenreich, lösungsorientiert und solide seine Aufgaben vorantreibt. Ich bin sicher, dass sein Engagement während der gut 18 Jahre als Vorstandsvorsitzender der Spielwarenmesse noch lange Wirkung zeigen wird.
Ich wünsche Herrn Kick alles Gute für seinen Ruhestand mit Zeit für all die Dinge, die ihm wertvoll sind, die aber bislang, ob seiner anspruchsvollen Aufgabe, zu kurz kamen.

Dipl. Ing. (FH) Paul Heinz Bruder,
Geschäftsführender Gesellschafter Bruder Spielwaren

Der Markenmacher

Im Jahr 2002 wurde Ernst Kick zum Gesicht der Spielwarenmesse, die er zu einer globalen Marke formte. Nach fast 20 Jahren kommt nun für den „Messe-Junkie“ der „kalte Entzug“ und eine Insel im Indischen Ozean. Auch diese Herausforderung wird er meistern, aber im Miles & More-Ranking vermutlich eine der vorderen Positionen verlieren.
Die Spielwarenmesse galt Spöttern einst als „Selbsthilfegruppe“ der deutschen Spielwarenhersteller. Die Internationalisierung setzte erst in den 70er Jahren ein. Richtig Fahrt nahm sie mit Ernst Kick auf, der es sich als CEO nicht nehmen ließ, auf seinen oft wochenlangen weltweiten Dialogtouren den Botschafter für Nürnberg zu geben. Heute ist die Spielwarenmesse die unumstrittene Leitwelt­messe der Branche, die sich, allem Wandel zum Trotz, nach wie vor verpflichtet fühlt, die deutsche Spielwarenindustrie zu unterstützen und zu stärken. Das habe ich immer wieder erfahren dürfen. Oberstes Ziel war immer, optimale Rahmenbedingungen für Industrie wie Handel zu schaffen. Dafür ge­bührt Ernst Kick der Dank des gesamten DVSI und seiner Mitglieder wie überhaupt der ganzen Branche.
Die Spielwarenmesse entwickelte sich unter ihm zu einem breit aufgestellten Messedienstleister, der mehr als Fläche vermieten kann. Die Messe wurde zu einer profi­tablen Marke, von der nicht zuletzt die Gesellschafter der eG profitieren. Von der Kapitalrendite, die Ernst Kick seinen Vorgesetzten oft präsentierte, können Banken oder gewöhnliche Anleger jedenfalls nur träumen, so gut wurde unter seiner Ägide gewirtschaftet. Die Anteile wurden immer begehrter, wie ich weiß. Ich bin mir sicher, dass auch die Messe Nürnberg in diesen Chor der Zufriedenen ein­stimmen dürfte. Nicht nur, weil die Spielwarenmesse die klare Number One in Nürnberg ist, sondern auch, weil dieser „private Messeveranstalter“ in der Lage war, die Nürnberg Messe, bekanntlich im Eigentum von Stadt und Land, bei der Modernisierung des Messegeländes finanziell zu unterstützen. Das zeigt, dass auch ein ziemlich altes Geschäftsmodell wie das einer Genossenschaft noch erfolgreich und wirtschaftlich agieren kann – wenn man sich auf Veränderungen einstellt und die Zukunft in die Messe holt.
Mein erstes, jedenfalls nachhaltig in Erinnerung bleibendes Erlebnis mit Ernst Kick datiert auf 2006. Ich war gerade ein Jahr vorher zum Team DVSI gestoßen und mit der Aufgabe betreut worden, die deutsche Flagge beim Spielwarenweltverband International Council of Toy Industries (ICTI) hochzuhalten, an der Seite von Ernst Kick als Partner. Rückblickend kann ich feststellen, dass ich mit ihm jemanden an der Seite hatte, der, wie man so schön sagt, die Spiel­warenbranche nach vorne bringen wollte.
Jetzt sagt Ernst Kick Servus. Die Aufgabe, die Bedeutung der Spielwarenmesse zu stärken und auszubauen, liegt jetzt in den Händen eines Triumvirats, das sich aus Eigengewächsen rekrutiert. Sie stehen vor neuen Herausforderungen. Gegenwärtig ist viel die Rede davon, ob Messen noch eine Zukunft haben oder ob nicht alles auch digital geht. Wenn physische Messen nach Corona einen anderen Charakter erhalten und hybrider werden, teile ich dennoch Ernst Kicks Auffassung: Die Kunden wollen reale Events. Das höre ich auch von unseren Mitgliedern: endlich wieder LIVE! Der oberste Betreuer hat ab 1. Juli mehr Zeit für seine Frau und sich. Reif für die Insel sei er, habe ich gehört. Sollte er von azurblauem Wasser und Kokospalmen genug haben, wird er, vermute ich, als leidenschaftlicher Koch zuhause in allen Töpfen rühren, um seinem Freund Ulrich Maly, ein weiterer Privatier, leckere Drei-Gänge-Menüs aufzutischen. Oder seine Bibliothek der Erstausgaben aufstocken.

Der gesamte DVSI wünscht Ernst Kick für die Zukunft alles Gute, immer ein gutes Händchen in der Küche und viel Erfolg in Deutschlands Antiquariaten!

Ulrich Brobeil, Geschäftsführer DVSI

Eine Ära geht zu Ende:

Unser Ernst Kick geht in den wohlverdienten Ruhestand. Ich kann kaum glauben, dass unser erstes Treffen fast 20 Jahre zurückliegt. Was haben wir nicht alles zusammen erlebt! Er war ein fester Bestandteil unserer Branche, der als kompetenter und weitsichtiger „Strippenzieher“ Handel und Industrie an einen Tisch brachte. Immer auf der Suche nach den neuesten Trends und Highlights reiste er unermüdlich rund um den Globus und hatte bei seiner Rückkehr stets viele Ideen und Impulse für die Spielwarenbranche im Gepäck. Nicht nur die Spielwarenmesse, die gesamte Branche wird ihn vermissen und zieht den Hut vor seiner Leistung. Wie gerne hätten wir ihn und seinen Vorstandskollegen Dr. Hans-Juergen Richter zum Abschied nochmal richtig hoch leben lassen, aber Corona hat uns leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber ich bin mir sicher, dass er der Branche weiterhin verbunden bleibt und wir uns bei der ein oder anderen Gelegenheit wieder sehen.

Dr. Thomas Märtz, Vedes Vorstandsvorsitzender

Es war eine ganz besonders interessante Phase in der Zeit der Spielwarenmesse, als Ernst Kick die Leitung übernahm. In den ersten Gesprächen war schnell zu erkennen, dass wir in ihm eine fachkundige und engagierte Führungspersönlichkeit für unser Unternehmen gewinnen konnten, auf die wir uns als gewähltes Gremium und die Mitglieder unserer Genossenschaft sich voll und ganz verlassen konnten und können. Die Entwicklung der folgenden Jahre hat das bestätigt. Ernst Kick als Vorstandsvorsitzender hat gemeinsam mit Dr. Hans-Jürgen Richter und seinem engagierten Team die Messe zur heutigen Bedeutung geführt, nämlich als international anerkannte Spielwarenleitmesse. Geprägt vom Dialog der Besucher und Aussteller einer Messe sind unsere Veranstaltungen darüber hinaus mit zahlreichen besonderen Formaten und vor allem Möglichkeiten des persönlichen Austausches ergänzt worden. Er hat mit der Spielwarenmesse beiden Seiten, Ausstellern und Besuchern, zukunftsorientierte Impulse ge-geben. Ernst Kick hat sich in ganz be-sonderem Maße um die Spielwarenmesse in Nürnberg verdient gemacht. Dafür und für die persönliche und konstruktive Zusammenarbeit mit ihm und Dr. Richter bedanken wir uns von Herzen. Dir lieber Ernst und deiner Frau Andrea wünschen wir für die Zukunft alles Gute und noch viele und interessante gemeinsame Jahre!

Volker und Britta Sieper, Sieper GmbH

Als Gründungs- und Genossenschaftsmitglied der Nürnberger Spielwarenmesse lernte ich Ernst Kick bereits mit seinem Amtseintritt im Jahr 2002 kennen. Sehr frühzeitig zeichnete es sich ab, dass er mit vielen neuen Ideen die Nürnberger Spielwarenmesse belebte. Seit 2008 konnte ich mir zusätzlich als Mitglied des Aufsichtsrates der Nürnberger Spielwarenmesse ein besseres Bild über seine Arbeit und Persönlichkeit machen. Ernst Kick hat die Messe in den vielen Jahren maßgeblich geprägt und zu dem geführt, was sie heute ist. Dabei schätze ich seine Persönlichkeit, mit Visionen und unglaublicher Willensstärke und Kraft seine Ziele zu erreichen. Mit viel Geschick und wohlüberlegt hat er viel bewegt, angefangen von Optimierungen bei der Hallenbelegung, Hinzunahme neuer Bereiche wie Baby und Kleinkind, Lifestyleprodukte, elektronisches Spielzeug und Schulbedarf bis hin zum Ausbau von Dienstleistungsangeboten. Nicht unerwähnt möchte ich die vielen Auslandsmessen und unsere jüngste Messe, die Insights-X, lassen. In diesen vielen Jahren habe ich ihn als unermüdlichen Macher erlebt, der viele Ideen mit großartigem Einsatz umgesetzt hat, und der unsere Messe mit großem Erfolg, hier spreche ich nicht nur von steigenden Besucherzahlen, sondern auch von wirtschaftlichen Ergebnissen, geführt hat.
Ich wünsche Ernst Kick von ganzem Herzen alles Gute für seinen neuen Lebensabschnitt und dass er, als ehemaliger Pilot, mit seiner Ehefrau Andrea einer großartigen Zukunft entgegenfliegt.

Beate Becker, Geschäftsführerin Heless

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