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Product Safety

Die Gefahren gefälschter Produkte

Gefälschtes Spielzeug stellt die weltweite Spielzeugbranche vor enorme Herausforderungen. Einerseits verletzt Produktpiraterie geistige Eigentumsrechte, andererseits kann sie Kinder ernsthaft gefährden. TOYSUP hat Spielzeugverbände in Europa und den USA zu deren größten Bedenken befragt und weshalb sie glauben, dass Online-Plattformen und Politiker ihre Bemühungen verstärken müssen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Toy Industries of Europe (TIE) ist sehr besorgt über den Verkauf von gefälschtem Spielzeug in Europa. Dubiose Anbieter schädigen den Ruf verantwortungbewusster Unternehmen und gefährden Kinder. Wenn Produktpiraten schon gegen IP-Rechte verstoßen, liegt es nahe, dass sie auch Abstriche bei der Produktsicherheit machen.
In den letzten Jahren ist die Welt der gefälschten Produkte von der Straßenecke ins Internet umgezogen. Illegale Akteure benutzen e-Commerce, um gefälschtes und gefährliches Spielzeug an Verbraucher in Europa zu bringen.
Produktpiraterie schadet der Branche auch wirtschaftlich. Die neuesten Daten des European Union Intellectual Property Office (EUIPO) beziffern die Umsatzverluste durch Spielzeugfälschungen auf 1,7 Milliarden Euro. Zudem führen sie zum Verlust von über 8.000 Arbeitsplätzen und zum Ausfall von 0,3 Milliarden Euro Staatseinnahmen in Europa.
Aktuelle Berichte von EUIPO und Europol haben gezeigt, dass IP-Kriminalität ein lukratives Geschäft für Verbrecher zu sein scheint, unter anderem weil das Risiko entdeckt zu werden, verhältnismäßig niedrig ist. In einem Bericht von 2019 erklären sie, dass „in vielen Fällen immer raffinierte und organisierte Verbrecherbanden hinter den Produktfälschungen stehen, was die zunehmende Bedrohung verdeutlicht. Viele der organisierten Verbrecherbanden sind auch in andere kriminelle Aktivitäten verwickelt, einschließlich in den Terrorismus.
Wir sind froh, dass der europäische Zoll gefälschtes Spielzeug ins Visier nimmt. 2018 verhinderten die Behörden den Verkauf von gefälschter Ware mit einem Handelswert von fast 26 Millionen Euro. Fast 3,8 Millionen gefälschte Spielzeugprodukte wurden beschlagnahmt, was 14 Prozent der Gesamtwaren ausmachte. Damit lag Spielzeug auf Platz 2 hinter Zigaretten.
Die EU muss Abhilfe schaffen, indem sie Online-Marktplätzen eine Rechenschaftspflicht auferlegt, um unseriöse Verkaufsaktivitäten zu verhindern, darauf zu reagieren und zu prüfen. Online-Marktplätze sollten verpflichtet werden, Kontaktdaten von Anbietern zu sammeln und zu überprüfen, bevor man diesen ein Konto genehmigt. Gleichzeitig sollten Zollbeamten und Marktaufsichtsbehörden ausreichende Mittel erhalten, um den Markt zu überwachen und mit der Zunahme der durch e-Commerce an den EU-Grenzen ankommenden Kleinpakete fertigzuwerden.

Catherine Van Reeth,
Generaldirektorin, Toy Industries of Europe

Gesetze müssen Kinder und Marken schützen

Der Anreiz für Produktfälscher ist, den Wert des Originalprodukts zu unterbieten, um die Gewinnmarge zu maximieren, ungeachtet jeglicher Sicherheitsbedenken für Endverbraucher. Laut Schätzung waren 2019 drei Prozent der Einfuhren ins Vereinigte Königreich gefälschte Produkte, was 13,6 Milliarden Pfund kostete. Von diesen Produkten stellten Spielzeuge die zweitgrößte Produktgruppe dar. Jedes Jahr wird gefälschtes Spielzeug mit einem geschätzten Wert von 400 Millionen Pfund auf dem britischen Markt verkauft. Das Zunehmen globaler Online-Marktplätze hat das Problem verschärft. Diese Marktplätze bieten Verbrecherbanden eine weltweite Plattform für illegale Produkte, die mit herkömmlichen Methoden schwer zu überwachen ist.
Es ist teuer für Hersteller, ihr geistiges Eigentum zu schützen. Markenhersteller geben große Geldsummen aus, um originelles Spielzeug zu entwickeln. Sie investieren in dieses Spielzeug – in Know-how, in Werkstoffe und in die Prüfung des Spielzeugs, um dessen Sicherheit zu gewährleisten, bevor es auf den Markt gelangt. Hinzu kommt die Investition in das Marketing eines erfolgreichen Spielzeugs. Wird ein Produkt illegal kopiert, muss ein Unternehmen noch mehr Geld in die Hand nehmen, um die Produktfälschungen vom Markt entfernen zu lassen und die Verantwortlichen strafrechtlich zu verfolgen. Wir schätzen, dass der finanzielle Schaden für den britischen Spielzeugmarkt erheblich ist. Da Produktfälschungen ungefähr zehn Prozent des Marktwerts ausmachen, können sie die britische Spielzeugbranche 300 bis 400 Millionen Pfund jährlich kosten. Dieser Betrag könnte noch höher liegen, da eher die beliebtesten Spielzeugprodukte als solche im unteren Marktsegment gefälscht werden.
Bei BTHA sensibilisieren wir Verbraucher für das Thema durch Medienarbeit und schärfen das Bewusstsein der politischen Entscheidungsträger für die Notwendigkeit von Gesetzen, die sowohl Kinder als auch seriöse Hersteller und Händler schützen. Wir arbeiten auch mit Markenschutzunternehmen wie Snapdragon zusammen, um das Bewusstsein unserer Mitglieder zu verstärken und bieten Projekte an, die Mitgliedern helfen, das Problem zu erkennen und zu lösen.
Was wir von den Behörden brauchen, ist eine Warenrückverfolgbarkeit durch Namen und Kontaktdaten auf Spielzeug- und Webseiten von Drittanbietern sowie ein robustes System, um abzusichern, dass die Namen und Daten gelistet und korrekt sind. Darüber hinaus sollte es die Politik für Markenhersteller leichter und erschwinglicher machen, gerichtlich gegen Fälscher vorzugehen. Die Politik sollte sicherstellen, dass weltweite Online-Anbieter ihren Beitrag dazu leisten, indem sie dafür sorgen, dass ausschließlich legale Produkte auf ihren Plattformen zum Verkauf stehen. Sie müssen Gesetze beschließen, die sicherstellen, dass alle in Großbritannien verkauften Spielzeuge frei von Gefahren für Kinder sind, die verantwortliche Branchenakteure schützen und Online-Marktplätze für die Produkte zur Rechenschaft ziehen, die sie durch ihr globales Schaufenster verkaufen lassen.

Natasha Crookes,
Direktorin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, British Toys & Hobby Association

Vereinte Kräfte

Der Kampf gegen Produktfälschungen ist ein häufiges Thema auf unseren Konferenzen, und wir erlauben weder die Ausstellung noch den Verkauf von gefälschten Produkten auf der Chicago Toy & Game Fair. Dieser Kampf verlangt ungeheur Zeit, Energie und Geld von den Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten. Ich bat zwei von ihnen, die sich für dieses Thema besonders stark machen, um ihre Meinung.
Adi Golad, Präsident von Goliath, sagte: „Immer mehr Fälschungen unserer Produkte werden weltweit verkauft. Viele benutzen sogar unsere Markenzeichen – sie machen unsere Produkte und Designs genau nach, sparen aber gleichzeitig bei den Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen. Wir geben hunderttausende von Dollar für den Kampf dagegen aus und werden unser geistiges Eigentum weiterhin schützen. Diese Plagiate verursachen ein wirtschaftliches Problem für die Hersteller und Händler, die legitime Produkte verkaufen und vermindern den Wert für Verbraucher, die unwissentlich gefälschte Produkte kaufen und mit ihrem Kauf enttäuscht sind.“ Bei unserer Konferenz vor ein paar Jahren hielt Adi einen Vortrag zu dem Thema, in dem er es näher beleuchtete, Beispiele präsentierte und Lösungen vorschlug.
Chris Tidwell, CEO von Magformers, führt ein Unternehmen, das hunderttausende Dollar im Kampf gegen Produktfälschungen ausgegeben hat. Chris hat mit dem US-Kongress gesprochen und ist vor einem Jahr von dem Wall Street Journal zum Thema interviewt worden. Das Video wurde bereits über 270.000 Mal gesehen. Sein Interview zeigt auf, was passiert, wenn Produktfälschungen das Leben von Kindern gefährden. Ich fragte Chris, ob sich seit diesem Interview etwas verändert hat:
„Amazon USA hat einige Änderungen für Drittanbieter eingeführt, die die Verkäufer zwingen, transparenter zu sein. Das heißt, dass sie Informationen über sich, ihren Standort und eine E-Mail-Adresse angeben müssen. Wir sind auch an einem Neutral Patent Evaluation Process beteiligt, was bedeutet, dass wir Amazons Markenregisterteam auf bedenkliche Einträge aufmerksam machen können. Das Team überprüft den Verkäufer und/oder die vermeintlichen Patentverletzer und, sofern eine Rechtsverletzung bestätigt wird, löscht es den Anbieter. Wenn aber ein Drittanbieter von Amazon gelöscht wird, zieht dieser häufig zu anderen Online-Plattformen weiter. Die Löschung von einer Plattform führt zum Neustart auf einer anderen. All dies verursacht Kosten für die Hersteller, alles wegen Verletzungen von Patentrechten und Produktfälschungen.“
Produktplagiate werden immer ein Problem sein. Wir müssen als Industrie zusammenhalten, und jeder muss seinen Beitrag im Kampf gegen solche Parasiten leisten und die Menschen darüber aufklären.

Mary Couzin,
CEO & Gründerin, People of Play (POP)
(ehemals Chicago Toy & Game Group)

Kampf den Produktpiraten

Steve Pasierb ist Präsident & CEO der Toy Association of America. Im Interview mit Astrid Specht erläutert er die Herausforderungen von Spielzeugfälschungen.

Mr. Pasierb, warum sind Spielzeugplagiate so ein großes Problem?
Wegen der Gefahr, die diese Spielzeuge für Kinder darstellen. Sie sind allgegenwärtig und werden nicht einfach wieder verschwinden. Wenn Amazon ein gefährliches Plagiat löscht, taucht es woanders wieder auf. Es gibt eine ständige Flut von minderwertig hergestellten Produkten, die immer wieder auf der ganzen Welt auftauchen. Deshalb kämpfen die Toy Association of America und unsere internationalen Partner dagegen an.

Würden Sie sagen, dass die Situation in den letzten Jahren besser oder schlimmer geworden ist?
Ich möchte behaupten, dass sie schlimmer geworden ist, und mit „schlimmer“ meine ich sowohl über die Breite als auch in der Tiefe und bezüglich der Schwierigkeit, dem Problem ein Ende zu bereiten. Bis Mitte Juli 2020 verlangte Amazon von Drittanbietern nicht, dass sie ihre Daten offenlegen. Wenn wir also ein Problemprodukt fanden und Amazon baten, es zu löschen, tauchte es fünf Minuten später unter einem anderen Anbieternamen wieder auf. Das meldeten wir Amazon und fünf Minuten später erschien es unter noch einem anderen Anbieternamen. Es wurde fast unmöglich, Plagiate zurückzudrängen. Amazon gab dann an, sie hätten eine Million Plagiatprodukte entfernt, aber in Wirklichkeit haben sie nur einige der gleichen Produkte immer wieder aufs neue gelöscht.

Wie arbeiten Sie mit Amazon und anderen Onlineplattformen zusammen, um gegen gefälschte Produkte vorzugehen?
Leider ist Produktpiraterie ein sehr profitables Geschäft. Aktuell erfahren wir eine viel bessere und konsistente Reaktion von den Plattformen. Drittanbieter tragen aber einen großen Teil zum Gewinn bei, den reine Online-Plattformen erzielen. Ein Unternehmen wie Walmart, das Produkte online und im Laden vertreibt, wird immer schneller reagieren als jemand, der eine größere Gewinnmarge erzielt. Amazon führt jetzt Veränderungen ein, weil sie verstehen, dass das Problem von sich einfach nicht verschwinden wird, und es sich über immer mehr Kategorien ausbreitet. Für uns sind Spielzeugplagiate das größte Risiko für die Spielzeugbranche, weil sie auf so vielen verschiedenen Ebenen Schaden verursachen. Menschen werden sich an die Bleifarbenkrise erinnern und an die Zeiten, als Spielzeuge scharfe Kanten hatten, an denen Kinder sich verletzten. Heute sind die Regeln in den USA, in UK und in der EU so streng, dass Spielzeuge mitunter die sichersten Produkte in einem Haus sind. Wenn ein Kind wegen einem Spielzeugplagiat beinahe stirbt, ist dies sowohl tragisch als auch gefährlich – aber die Öffentlichkeit hört nur „gefährliches Spielzeug“ und das schadet der Industrie.

 

Also gelangen Spielzeugplagiate in erster Linie über Online-Plattformen und Drittanbieter auf den Markt und nicht über den Einzelhandel?
Ja, auf jeden Fall, denn in den USA braucht man bestimmte Sichterheitszertifikate, um Spielzeuge in einem Geschäft oder mit dem Vermerk „verkauft von“ online zu verkaufen. Manchmal schleichen sich Produkte bei Discountern oder in Läden ein, die Auslaufmodelle verkaufen, weil sie nicht so auf die Herstellungskette achten. Aber jeder normale Einzel- oder Großhändler benötigt Sicherheitszertifikate. Deshalb sagen wir den Menschen, dass man bei einem seriösen Fachhändler sicher sein kann, dass es sich um ein Qualitätsprodukt handelt. Aber wer online einkauft und seine Produktauswahl nur auf den Preis stützt, weiß nicht immer, was er oder sie bekommt.

Welche Maßnahmen sollte Amazon Ihrer Meinung nach einführen, sodass Drittanbieter keine Plagiate mehr verkaufen?
Es ist ganz einfach. Man muss dieselben Maßstäbe für alle Anbieter anlegen. Man muss von Drittanbietern dieselben Standards, Zertifizierungen und Dokumentation verlangen wie von Lego, Mattel oder Hasbro.

Warum passiert das nicht? Warum setzen Amazon, Alibaba usw. solche Regeln nicht um?
Hauptsächlich, weil sie so viele Drittanbieter haben. Es ist leicht, einige hundert Spielzeughersteller zu überwachen, bei einigen Millionen Drittanbietern ist das schwierig. Die Drittanbieter sind normalerweise kleine Akteure, die vielleicht einige hundert Einheiten zu verkaufen haben, und wenn die weg sind, sind sie es auch. Das Argument ist meist, dass es keinen Algorithmus gibt, um diese Anbieter zu überprüfen. Sie sagen, sie wollen nur einen Marktplatz schaffen, auf dem jeder seine Produkte verkaufen darf. Die Frage ist: Sollen sie für jeden, der Hähnchen oder Bratwürstchen auf ihrem Markt verkauft, Verantwortung übernehmen? Die Antwort ist ja, wenn es um Kinder geht. Es ist nicht mehr legitim zu sagen, dass sie nur die Plattform schaffen und diese Plattform nicht überwachen können. Sie müssen kontrollieren, wer auf dieser Plattform agiert, denn die Kunden kaufen dort Produkte in dem Glauben, dass sie in Ordnung sein müssen, weil sie dort rechtmäßig zum Verkauf stehen.
Würde es sich hier um Betonblöcke handeln, hätten wir nicht diese Art Diskussion. Aber wir reden hier über die Gesundheit und Sicherheit von Kindern. Vor allem bei den Kleinsten neigen Eltern dazu, sich nicht an die Altersrichtlinien zu halten und sich auf die Sicherheit zu verlassen, die Original-Spielzeug vermittelt. Plagiate mögen legitim aussehen, aber wenn man den Verkäufer nicht kennt, kann man nicht von deren Legitimität ausgehen. Wer zum Fachhändlern geht, kann mit hoher Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um ein legitimes Spielzeugprodukt handelt.

Vielen Dank für diese Einblicke, Mr. Pasierb.

Fake-Produkte durch Plattformökonomie gewachsen

Die Zahl der Fälschungen und Plagiate, die widerrechtlich mit Namen und Kennzeichen des Original­herstellers versehen sind oder über die Herkunft und Qualität die Verbraucher täuschen, wächst seit Jahren kontinuierlich. Jedes zehnte Unternehmen in Deutschland sei in den zurückliegenden fünf Jahren mindestens einmal Opfer von Produkt- und Markenpiraterie geworden, so ein Gutachten des Institutes der deutschen Wirtschaft von 2019.
Gefälscht wird fast alles, was lukrativ scheint – von Sportschuhen und Designerbrillen bis hin zu Parfüm, Medikamenten und Spielwaren. Im Mai 2020 vernichtete der Hamburger Zoll allein 211.488 Plagiate, darunter 44.958 Spielwaren wie trendige Zeichentrickfiguren, Plüschtiere und Modellbausets. Spielwaren, Spiele inklusive Spielekonsolen und Sportgeräte belegten 2019 im Mengenranking der aufgegriffen Waren laut deutschen Zoll Platz 2.
Produkt- und Markenpiraterie zählt damit statistisch zu den größten Problemen von industrialisierten Volkswirtschaften. So schätzt das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) den globalen Handel mit gefälschten und unerlaubt hergestellten Waren auf bis zu 460 Milliarden Euro. Ihr Anteil ist laut der EUIPO seit dem 2016 veröffentlichten Schätzwert von 2,5 Prozent inzwischen auf 3,3 Prozent im Jahr 2018 gestiegen. Die Studie des IdW beziffert den durch Produkt- und Markenpiraterie jährlich entstehenden Schaden allein für deutsche Unternehmen auf knapp 55 Milliarden Euro.
Treiber dieser Entwicklung ist die Plattformökonomie, die es Onlinehändlern aus Drittstaaten ermöglicht, Waren an den europä­ischen Gesetzen vorbei in den Binnenmarkt zu schleusen. Die vermeintlichen Schnäppchen im Inter­net erweisen sich dabei am Ende nicht immer als billiger, denn eventuell fallen neben Versandkosten sogar Einfuhrabgaben, Zölle und Verbrauchsteuern an. Schlimmer aber: Die EUIPO stuft 97 Prozent der gefälschten Waren als gefährlich ein. Der DVSI setzt sich deshalb seit Jahren selbst und über den europäischen Dachverband Toy Industries of Europe (TIE) dafür ein, dass die EU klare Regeln für Online-Marktplätze verabschiedet, um den Verkauf von solchen Waren zu verhindern. In erster Linie sind aber die Hersteller selbst gefordert. Nur Inhaber von Schutzrechten, seien es Marken- oder Patentrechte oder Gebrauchs- und Ge­schmacksmuster, können auch gegen Plagiate rechtlich vorgehen. Der DVSI bietet auch hier Unterstützung an, etwa durch den externen DVSI Experten Gewerblicher Rechtsschutz Dr. Benjamin Sorg oder durch die Mitarbeit von mir im IPR Council (Intellectual Property Rights Council) zur Spielwarenmesse, um das Treiben wirksam zu bekämpfen. Darüber hinaus ist die Politik gefordert, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Rechtlich stellt auch der Erwerb von Plagiaten einen Straftatbestand dar. „Fake Produkte“ sind also kein Kavaliersdelikt. Sie schaden nicht nur der Volkswirtschaft, sondern können auch Menschen und die Umwelt gefährden.

Ulrich Brobeil, Geschäftsführer DVSI

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