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Spiele Max gerät ins Trudeln

Die Spiele Max GmbH, nach eigenen Angaben eine der führenden Einzelhandelsketten für Spielwaren, Babyausstattung und Kindermode, nutzt ein Schutzschirmverfahren, um die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen.

Corona sorgt wie zu erwarten für eine weitergehende Bereinigung im Spielwarenhandel. Am 23.12.2020 verkündete die Spiele Max GmbH via Pressemitteilung, dass sie ein Schutzschirmverfahren in Anspruch nehmen werde, um nach eigenen Worten „die Folgen der Corona-Pandemie zu verkraften“. Die Geschäftsführung stellte beim Amtsgericht Charlottenburg einen entsprechenden Antrag, dem das Gericht gefolgt ist. Der Geschäftsbetrieb wird während des gesamten Verfahrens fortgeführt. Der Schutzschirm soll bereits zum Sommer/Herbst 2021 wieder aufgehoben werden, ließ das Unternehmen verlauten.

Seit geraumer Zeit kursieren in Branchen-Insiderkreisen Gerüchte, Spiele Max sei finanziell angeschlagen. Über Übernahmen wurde spekuliert. Noch 2019 hatte das Unternehmen mitgeteilt, der Ausbau des Filialnetzes habe „höchste Priorität“. Es seien neun Mitverträge unterschrieben worden. Davon ist nun keine Rede mehr. Angesichts der anscheinend prekären Situation bleibt abzuwarten, ob die nun getroffenen Maßnahmen die Einzelhandelskette retten werden.

„Durch die Schließung des Einzelhandels im Frühjahr 2020 hat die Spiele Max GmbH bereits wertvolle Umsätze aus dem für uns sehr wichtigen Ostergeschäft verloren“ so Falk Siegmundt, Geschäftsführer der Spiele Max GmbH, „dass wir nun auch an den umsatzstärksten Tagen vor und nach Weihnachten nicht mehr öffnen konnten, ist für uns ein herber Schlag. Wir nutzten das Schutzschirmverfahren, um diesen zu verkraften. Diesen Weg gehen wir bewusst jetzt, um das Unternehmen für die Zukunft stark aufzustellen und die besten Ergebnisse für unsere knapp 600 Mitarbeiter und unsere langjährigen Lieferanten und Vertragspartner erzielen zu können.“

Ein Schutzschirmverfahren bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um ihre finanziellen und rechtlichen Verhältnisse zügig neu zu ordnen. Dabei bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung. Das Verfahren ist als Sanierungsinstrument für Unternehmen konzipiert, die, bei sich abzeichnenden wirtschaftlichen Problemen, frühzeitig selbst tätig werden und bei denen genügend Handlungsspielraum für eine langfristige, tragfähige Sanierungslösung besteht. „Mit unseren wesentlichen Partnern haben wir bereits erste Gespräche geführt. Diese unterstützen uns auf dem eingeschlagenen Weg. Diese Gespräche werden wir nun auch mit unseren Vermietern und sonstigen Vertragspartnern fortsetzen, um aus dem Schutzschirm als zukunftsfestes und profitables Unternehmen hervorzugehen. Voraussichtlich werden wir den Schutzschirm schon im kommenden Sommer/Herbst wieder verlassen können“, so Falk Siegmundt weiter.

Das Amtsgericht Charlottenburg hat den entsprechenden Antrag der Spiele Max GmbH durch Beschluss vom 21.12.2020 zugelassen. Professor Dr. Torsten Martini von der Kanzlei Leonhardt Rattunde wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Bei der Durchführung des Schutzschirmverfahrens wird die Spiele Max GmbH durch die Kanzlei White & Case LLP begleitet, die dem Unternehmen mit einem Restrukturierungsteam um die Partner Dr. Andreas Kleinschmidt und Dr. Christoph Schulte- Kaubrügger zur Seite steht. Dr. Kleinschmidt wurde zum Sanierungsbevollmächtigten bestellt. Er ließ verlauten, die „Spiele Max GmbH ist ein an sich gesundes und operativ gut aufgestelltes Unternehmen. In den vergangenen zwei Jahren wurden bereits viele wichtige und notwendige Weichenstellungen vorgenommen. Der Schutzschirm bietet nun den geeigneten rechtlichen Rahmen, um die Corona-Folgen zu verkraften und das Unternehmen langfristig auf eine solide finanzielle und operative Basis zu stellen.“

Der Geschäftsbetrieb der Spiele Max GmbH wird in den bundesweit rund 70 Einzelhandelsfilialen unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz vom 13.12.2020 weitergeführt. Die rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden noch am 21.12.2020 von der Geschäftsführung informiert. Deren Löhne und Gehälter werden weiter gezahlt.

Über Spiele Max
Die Spiele Max GmbH wurde im Jahr 1982 in Berlin gegründet und betreibt bundesweit rund 70 Filialen sowie ein wachsendes E-Commerce-Geschäft unter spielemax.de. Im Fokus der Verkaufstätigkeit stehen die Sortimente Spielzeug, Babyausstattung, Mode für Kids, Bücher sowie Outdoorartikel.

Über White & Case LLP
White & Case ist eine der führenden internationalen Anwaltssozietäten und in den entscheidenden wirtschaftlichen Zentren der Welt an 44 Standorten in 30 Ländern präsent. In Deutschland sind über 220 Rechtsanwälte, Steuerberater und Notare in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Hamburg tätig (whitecase.com). Seit mehr als 35 Jahren verfügt die Kanzlei über eine der angesehensten Insolvenz- und Restrukturierungspraxen in Deutschland (whitecaseinso.de).

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