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Marketing 4.0

Teil 8: Nachhaltiges Marketing – leere Worte reichen nicht

Die Welt des Marketings ist heute komplexer denn je und von zahllosen Motiven, Märkten und Menschen, von unzähligen medialen Möglichkeiten und gesellschaftlichen Gegebenheiten bevölkert. Dabei ist es so, dass diese immer komplexere Welt nach immer simpleren Lösungen verlangt. Warum eine schlüssige Marketingstrategie gerade heute unerlässlich ist, um diese einfachen aber wirkungsvollen Lösungen zu finden, erläutert Ralf Wendland, Inhaber der Agentur servicemeisterei, in dieser Rubrik zum Thema Marketing 4.0.

Zum Autor: Jede Marke ganz individuell wahrzunehmen, ihre besonderen Stärken und Werte zur Entfaltung zu bringen und diese den Kunden zu vermitteln, das zeichnet die Arbeit von Ralf Wendland aus. In seiner Agentur servicemeisterei, die er vor acht Jahren gegründet hat, verantwortet er die strategische Markenberatung sowie die Entwicklung innovativer Marketingstrategien, die On- und Offline-Aktivitäten in Einklang bringen. Mit seiner Agentur hat er auch zahlreichen Marken aus der Spielzeugbranche neue Lösungswege für ihr Marketing aufgezeigt.Diese Praxiserfahrungen fließen auch in diese Rubrik rund um das Marketing 4.0 ein und geben hoffentlich vielen Unternehmen Inspirationen, um ausgetretene Wege zu verlassen und nach den neuen Regeln des Marketings zu spielen. servicemeisterei.de

Wie Marketing wirklich nachhaltiger agiert

Die aktuelle Situation stellt uns in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vor eine der größten Herausforderungen der letzten Generationen. Unsere Welt wird nach der Corona-Krise nicht mehr dieselbe sein wie zuvor. Dies gilt auch für das Marketing, das sich endlich seiner Verantwortung stellen muss, einen Beitrag hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten.
Fragen der sozialen Verantwortung und des nachhaltigen Handelns von Unternehmen stellten sich schon vor der Corona-Krise immer deutlicher, womit auch der Druck auf das Marketing wuchs, auch das Wohl der Mitarbeiter, der Gesellschaft und der Umwelt zu berücksichtigen. Leider war die Antwort auf diesen Druck viel zu oft eine Halbherzige, auf die Kommunikation be-schränkte, die schnell als reines Greenwashing entlarvt werden konnte. Diese Reaktion ist aber genau das Gegenteil von dem, was nötig wäre, denn viele Menschen haben inzwischen ein feines Gespür für nach vorne getragene Nachhaltigkeitsversprechen, denen ein echter Kern fehlt. Marketing besteht nun einmal nicht nur aus Kommunikation, sondern beeinflusst das ganze Unternehmen: von der Produktentwicklung über die Preisfindung hin zu den passenden Vertriebswegen. Deshalb muss wirklich nachhaltiges Marketing auch in allen diesen Bereichen mitgedacht werden, damit es authentisch und wirkungsvoll wird – und zwar für das Unternehmen und die Gesellschaft.

 

 

 

 

Corona lässt uns nachhaltiger konsumieren

Die Corona-Krise hat das Bewusstsein vieler Verbraucher hin zu mehr Nachhaltigkeit und Gesundheit verschoben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Accenture-Erhebung unter 3.000 Befragten in 15 Ländern. Diese Veränderung wird das Verbraucherverhalten aller Voraussicht nach dauerhaft verändern, denn mit dem Klimawandel und der zunehmenden Verschmutzung unseres Planeten mit Plastikabfällen stehen wir als Gesellschaft schon mitten in den nächsten Krisen, die nicht durch einen Impfstoff beendet werden können. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie sich diesem veränderten Kundenbewusstsein anpassen und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden müssen. Wer sein Unternehmen nachhaltig aufstellt und beginnt, wirklich verantwortlich zu wirtschaften, trägt nicht nur zur Erhaltung einer lebenswerten Umwelt für die kommenden Generationen bei, sondern macht seine Marke auch fit für die Zukunft. Immer mehr Marketingexperten sind sich nämlich einig: Nachhaltigkeit wird bald das wichtigste Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb der Marken sein. Das gilt auch ganz besonders für die Spielzeugbranche, denn immer mehr Eltern wird bewusst, dass beim Kauf von Spielzeugen weniger mehr ist und dass Spielzeuge aus nachhaltigen Materialien nicht nur gut für die Gesundheit ihres Kindes sind, sondern auch für die Umwelt. Das Marketing muss sich also dringend bewusst machen, dass auch „ganz normale“ Verbraucher sich heute fragen, ob bei der Herstellung von Spielzeugen die Belange von Menschen und Natur beachtet werden. Corona hat diesen Bewusstseinswandel beschleunigt, Marken, die in eine erfolgreiche Zukunft blicken möchten, können sich diesem nicht mehr länger entziehen.

Wertorientiertes Handeln sichtbar machen

Gelebte Werte sind nicht nur Schönwetterparolen, sondern bestimmen das Handeln von Marken in allen Bereichen. Ein Unternehmen muss seine Werte ernst nehmen und Nachhaltigkeit fest in seiner DNA verankern. Nur dann können diese Werte auch nach außen hin sicht- und erlebbar werden und nicht nur zur Entlastung der Umwelt beitragen, sondern auch ein wichtiger ökonomischer Faktor werden.
Folgende Möglichkeiten sind ein guter Anfang zur Einführung eines nachhaltigeren Marketings, um so Markenwerte für die Kunden und andere Stakeholder des Unternehmens zu dokumentieren:

 

 

 

  

 

Anpassen der Angebotspalette

Wo immer möglich, sollten die eigenen Produkte auf ihre Nachhaltigkeit hinterfragt und wenn nötig angepasst werden. Dies beginnt bei der Reduktion von Abfällen in der Produktion, bei der Verpackung und endet bei der Nutzung von nachhaltigeren Materialien. So hat sich beispielsweise Lego das Ziel gesetzt, seine Bausteine bis 2030 aus Bio-Plastik herzustellen. Wirklich glaubwürdig wird diese Anpassung der Angebotspalette aber erst dann, wenn sie von weiteren Maßnahmen eines nachhaltigen Marketingansatzes begleitet wird.

 

 

 

 

 

 

 

Soziales Engagement

Wofür man sich engagiert, zeigt, was einem wichtig ist. Ein solches Engagement beginnt bei gezielten Spenden und beim Sponsoring geeigneter Organisationen und Veranstaltungen und endet beim Einsatz von Mitarbeitern vor Ort im Sinne der Unterstützung sozialer oder ökologischer Projekte. Vorbildlich agiert hier Patagonia, ein Hersteller von Outdoorkleidung. Patagonia hat sich selbst eine sogenannte „Earth Tax“ auferlegt. Er spendet ein Prozent des Gewinns und unterstützt damit gemeinnützige Umweltschutzgruppen, die sich für den Erhalt unseres Planeten einsetzen – eine Initiative, der sich inzwischen viele weitere große und kleine Unternehmen angeschlossen haben. Darüber hinaus sind die Markenbotschafter von Patagonia gleichzeitig Mitarbeiter*innen und nutzen ihre Stimme in der Sportwelt, um positive gesellschaftliche und umweltfreundliche Veränderungen voranzutreiben.

 

Projekte für nachhaltiges Wirtschaften

Bei den meisten Unternehmen finden sich intern große Potenziale, um Abläufe nachhaltiger zu gestalten. Positiver Nebeneffekt dabei ist die Einsparung von Kosten. Dies beginnt bei energiesparenden Maßnahmen, geringeren Transportkosten oder Einsparungen von Abfällen bei der Produktion und der Verpackung. Hier gilt die Devise: Taten zählen mehr als Worte, und jedes Unternehmen kann sich sofort auf den Weg zu mehr Umweltschutz und Klimaneutralität machen. Das Engagement wirkt sich dann nicht nur auf die Ökobilanz aus, sondern motiviert auch die Mitarbeiter*innen und begeistert sie für die Werte der Marke.

Umfassendes CSR-Management

Im Bereich der Corporate Social Responsibility geht es vor allem um die Formulierung klarer Ziele, um eine stringente Umsetzung und eine saubere Dokumentation aller Maßnahmen. Entscheidend für die Glaubwürdigkeit des Wertekanons einer Marke ist dabei, dass die eigenen CSR-Programme von einer Unternehmenskultur getragen werden, die Rücksicht auf die Belange der Mitarbeiter*innen nimmt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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