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++ Coronavirus ++ KMU-Kooperationen: Taskforce für Liquidität
Mittwoch, 25.03.2020 | 09:38

2,5 Millionen Vollzeitbeschäftigte, 430.000 Ausbildungsplätze: Die über 230.000 mittelständischen Unternehmen des kooperierenden Mittelstandes brauchen sofort eine Lösung für die Überwindung des akuten Liquiditätsengpasses im Zuge der Corona-Krise. Der Mittelstandsverbund – ZGV e.V. hat jetzt die „Taskforce Liquidität für den Mittelstand“ ins Leben gerufen.

"Blut für das Wirtschaftssystem"

Dem Handel geht das Geld aus. Nach der Schließung der Geschäfte haben fast alle Einzelhändler keine Einnahmen mehr, aber die Kosten laufen weiter. Ohne Liquidität ist infolge der von den Behörden angewiesenen Geschäftsschließungen ein Massensterben kleiner und mittlerer Unternehmen – gerade im Handel, Handwerk und im Dienstleistungsbereich – unabwendbar. Und was einmal verschwunden ist, kommt selten wieder. Der Mittelstandsverbund – ZGV e.V. hat jetzt die „Taskforce Liquidität für den Mittelstand“ ins Leben gerufen. Die geforderten Erleichterungen der Bundesregierung werden zwar nach und nach umgesetzt, jedoch ist mehr Tempo gefragt. Die Verbundgruppen des kooperierenden Mittelstandes können hier entlasten – jeder Tag und jede Stunde zählt!

„Wir trocknen aus! Wenn wir jetzt nichts tun, werden unsere Städte nach der Krise anders aussehen als vorher. Auch unsere einmalig vielfältige Einzelhandelsstruktur steht auf dem Spiel.“, warnt Eckhard Schwarzer, Präsident Der Mittelstandsverbundes. „Sie können den Wirtschaftskreislauf ganz gut mit dem menschlichen Körper vergleichen: Wenn der Blutkreislauf bei Menschen gestört ist, werden die Organe geschädigt. Dauert dieser Prozess länger an, sind die irreparablen Schäden und Folgen unausweichlich. Genauso ist es mit der Wirtschaft. Das Blut für das Wirtschaftssystem ist die Liquidität.“, ist Schwarzer alarmiert.

Erleichterungen für Mittelstand

„Insgesamt muss man der Politik ein Lob aussprechen für ihre Handlungsfähigkeit in dieser für jeden Einzelnen persönlich schwierigen Zeit. Die Fördermaßnahmen sind respektabel und bieten grundsätzlich gute Lösungen.“, so Schwarzer.

Erreicht werden konnten schon klare Positionierungen der Politik, die in Form von Gesetzen in den kommenden Tagen Rechtskraft erlangen. So wird die ansonsten zwingende 3-Wochen-Frist für die Anmeldung einer Insolvenz bis zum 30. September 2020 ausgesetzt und auch die Instrumentarien der Insolvenzanfechtung werden weitestgehend außer Kraft gesetzt. Der Mittelstandsverbund hatte sich vorab für eine sofortige Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für den maßgeblich betroffenen Mittelstand eingesetzt.

Die Corona-Krise und die bundesweiten Verbote, größere Versammlungen abzuhalten, fallen mitten in die Versammlungssaison. Der Mittelstandsverbund begrüßt daher ausdrücklich, dass gesetzlich oder satzungsgemäß vorgeschriebene Zusammenkünfte und Maßnahmen von Beschlussorganen wie Generalversammlungen, Aufsichtsräten, Mitgliederversammlungen und weitere auch ohne ausdrückliche Regelung in der Satzung unter erleichterten Voraussetzungen (z.B. Umlaufverfahren, Video-Konferenz) stattfinden können. Nur so kann der Mittelstand trotz des aktuellen Lockdowns bei unternehmensstrategischen Fragen handlungsfähig bleiben.

Verbundgruppen können entlasten

In der Finanzkrise 2008/2009 ging es darum, durch politische Erklärungen und Stabilisierung der Finanzwirtschaft das Vertrauen in die Finanzmärkte sicherzustellen. Heute ist es mit Garantien nicht getan – heute muss Geld fließen. Liquidität kann durch die umfassenden Programme der öffentlichen Hand über die Banken, rückgedeckt über die KfW, zur Verfügung gestellt werden. Inwieweit jedoch die Ressourcen in den zuständigen Institutionen ausreichen, die Mittel rasch und unbürokratisch dorthin zu bringen, wo sie krisenbedingt jetzt dringend gebraucht werden, ist noch unklar.

Deshalb hat Der Mittelstandsverbund gemeinsam mit der „Taskforce Liquidität für den Mittelstand“ gegenüber der Politik die Verbundgruppen als Multiplikatoren ins Spiel gebracht, die mit ihren bewährten Geschäftsverbindungen zu den Mitgliedern eine ideale Infrastruktur bieten, um 230.000 Unternehmen kurzfristig mit der Liquidität zu versorgen, die dort gebraucht wird. Eine Lösung, die etwa in ähnlicher Form bereits in Frankreich praktiziert wird und eine enorme Entlastung der Antrags- und Verteilungsadministration bedeutet – und die damit letztendlich allen anderen Antragstellern aller Branchen zugutekommt. Das Besondere: Die Verbundgruppen haben nicht nur die Prozesse dafür einsatzbereit, sondern auch die nötigen Bonitäts- und Firmeninformationen aus ihrer Mitgliederberatung.

„Die Bundesregierung muss aufgrund der höchst gebotenen Eile unbürokratische Wege und Lösungen ebnen. Wir brauchen jetzt schnell wirkende Instrumente! Wir können nicht auf Lösungen, die zunächst beantragt, bearbeitet und genehmigt werden müssen, setzen.“, fordert Eckhard Schwarzer.

Kettenreaktionen verhindern

Schwarzer appelliert: „Bei der Bekämpfung der Pandemie ist unser Fokus die Übertragung von Viren – wir versuchen die Ansteckungsketten zwischen Menschen zu unterbrechen. Wir müssen jetzt die finanzielle Ansteckungsgefahr und die damit verbundenen Kettenreaktionen ebenso verhindern. Der Virus heißt „Zahlungs-Störungen“, die Immunisierung geschieht durch ‚Liquiditätszuführung´.“

„Schützen und bewahren Sie die Überlebensfähigkeit von über 230.000 kleinen und mittleren Unternehmen, die Arbeitsplätze von 2,5 Millionen Vollzeitbeschäftigten und rund 430.000 Auszubildenden!“, so der dringende Appell des Präsidenten.

Über die mittelständische Taskforce

Der Mittelstandsverbund – ZGV e.V. hat die „Taskforce Liquidität für den Mittelstand“ ins Leben gerufen und vertritt als Spitzenverband der deutschen Wirtschaft in Berlin und Brüssel die Interessen von rund. 230.000 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die in rund 310 Verbundgruppen organisiert sind. Mit der Leitung der Taskforce beauftragt ist Günter Althaus, ehemaliger Präsident des Verbundes,

Die kooperierenden Mittelständler erwirtschaften mit 2,5 Mio. Vollzeitbeschäftigten einen Umsatz von mehr als 507 Mrd. Euro (rund 18 Prozent des BIP) und bieten 430.000 Ausbildungsplätze. Vorstände führender Kooperationen arbeiten gemeinsam daran, schnell Hilfe zu organisieren. Aus dem Kreis der Verbundgruppen dabei sind ANWR Group eG, Dr. Daniel Terberger (Katag AG), Dr. Alexander von Preen (Intersport Deutschland eG), Eckhard Schwarzer (Datev eG), Dr. Andreas Trautwein (E/D/E GmbH), Franz-Josef Hasebrink (EK/Servicegroup eG), Frank Bermbach (MHK Group AG), Dr. Benedikt Erdmann (Soennecken eG) und Markus Tkotz (Markant Handels AG).


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